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Ladetätigkeit: Was genau ist das?

Grenzen der erlaubten Ladetätigkeit - worauf ist zu achten?

Wer in einer Ladezone sein Fahrzeug länger als für die ununterbrochene Dauer der Ladetätigkeit abstellt, riskiert einen Strafzettel. Ebenfalls berechtigt das Ausladen geringfügiger Gegenstände nicht die Benutzung einer Ladezone.

Fall 1:
Eine gestresste Hausfrau parkt ihr Auto in einer Halteverbotszone, ausgenommen Ladetätigkeit. Sie steigt aus, entnimmt aus dem Kofferraum einen Mantel und eine Bluse und betritt mit diesen Utensilien die nahegelegene Putzerei. Nicht gesehen hat sie in der Eile einen Polizisten, der die Szene beobachtet hat und anschließend einen Strafzettel an die Windschutzscheibe steckte.

Fall 2:
Ein Student fährt mit dem Pkw seines Vaters vor, parkt den Wagen in einer gut ausgeschilderten Ladezone und transportiert ein sperriges Fernsehgerät zur Reparatur ins Fachgeschäft. Nachdem er das Gerät abgeliefert und die Formalitäten erledigt hatte, beeilte er sich, sein nahegelegenes Stammlokal aufzusuchen. Als er nach einer halben Stunde zu seinem Auto zurückkehrte, fand er ebenfalls einen Strafzettel an der Windschutzscheibe vor.

Fall 3:
Der Angestellte einer Einrichtungsfirma fährt mit dem Lieferwagen zum Messegelände, um dort in der eigens hiefür vorgesehenen Ladezone Ladegut wie Möbel, Vorzeigestücke für Böden u.ä. auszuladen. Nachdem er die schweren Stücke abgeladen hatte, begann er diese zum betreffenden Messestand zu transportieren bzw. dort aufzubauen. Auch er erlebte nach Rückkehr zu seinem Lieferwagen die böse Überraschung, einen Strafzettel vorzufinden.

Haben nun die drei genannten Personen eine erlaubte Ladetätigkeit verrichtet?

Die Schwierigkeit liegt wohl darin, dass der Begriff Ladetätigkeit im Gesetz nicht exakt definiert ist. Folglich ist auf die Judikatur des VwGH (Verwaltungsgerichtshof) zurückzugreifen, die auch reichlich Auskunft gibt.

Ausladen geringfügiger Gegenstände nicht erlaubt

Der VwGH verweist im Zusammenhang mit erlaubter Ladetätigkeit auf den Begriff der Geringfügigkeit. Demnach berechtigt das Ausladen geringfügiger Gegenstände nicht zur Benutzung einer Ladezone. Geringfügige Gegenstände sind solche, die von einer Person in der Hand, unter dem Arm oder überhaupt in der Kleidung transportiert werden können. Es ist somit unstrittig, dass die Hausfrau ihr Fahrzeug verbotenerweise in einer Ladezone abstellte.

Dauer der Ladetätigkeit

Ähnlich strenge Maßstäbe müssen auch beim Studenten und beim Ausfahrer des Einrichtungshauses angewandt werden, obwohl diese eigentlich sperrige Güter befördert haben.

Das Stehenlassen eines Kraftfahrzeuges nach Beendigung der Ladetätigkeit, um anschließend noch andere Besorgungen zu machen, ist nicht erlaubt. Der Möbelzusteller hat andererseits wieder nicht beachtet, dass das Weitertransportieren von bereits abgeladenem Ladegut und die Verrichtung allfälliger Montagearbeiten ebensowenig unter eine erlaubte Ladetätigkeit fallen.

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Thema Vorschriften & Strafen

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