Artikel drucken
Drucken

„Das ist aber nicht mein Fernseher!“

Lebensrettung ist Teamarbeit – perfekt aufeinander eingespielte Helfer retteten Wolfgang Opratko nach einem Wespenstich das Leben

CM 4/2019 - Menschen © ÖAMTC-Flugrettung / Schodritz
....  -  Wiedersehen beim Österreichischen Roten Kreuz. © ÖAMTC-Flugrettung / Schodritz

Es war am 26. Juli kurz nach 16 Uhr, als Wolfgang Opratko von einer Wespe gestochen wurde. Nur wenig später verlor der 62-Jährige aufgrund eines allergischen Schocks das Bewusstsein und sein Herz hörte auf zu schlagen. Doch die Rettungskette funktionierte einmal mehr perfekt. Praktisch zeitgleich trafen die Rotkreuzmotorradstaffel, Christophorus 3 sowie First Responder am Notfallort im niederösterreichischen Pachfurth ein. 

Erinnerung

 „Ich kann mich noch erinnern, dass ich gestochen wurde, dann an nichts mehr. Als ich wieder zu mir kam, lag ich im Bett und schaute auf einen Fernsehapparat. Mein erster Gedanke war: ‚Das ist aber nicht mein Gerät zu Hause – bin ich etwa in Urlaub?‘“, erinnert sich Wolfgang Opratko mit einem Schmunzeln an den Vorfall. Zu sich kam er – wie er allerdings schnell feststellte.

Erfolg

Die anwesenden Rettungskräfte waren sich sofort des Ernstes der Lage bewusst. Notarzt Christoph Testori kümmerte sich um den Patienten und Raphael Klippl von der Rotkreuzmotorradstaffel begann sofort mit der Reanimation. Als sein Kollege Andreas Ripper ihn gerade ablösen wollte, zeigte der bereits angeschlossene Defibrillator wieder einen Puls an. „Der Rotkreuzsanitäter muss wohl heilende Hände haben“, erzählt Frau Opratko dankbar. „Er hatte noch die Hände über der Brust meines Mannes und wollte gerade loslegen, als das Gerät zu piepen anfing.“ Während des gesamten Einsatzes war auch die geschockte Ehefrau des Opfers in besten Händen. First Responder Moritz Hrdy kümmerte sich um Ingrid Opratko, die zu jeder Sekunde fest überzeugt war: „Mein Mann wird das überleben. Das stand für mich vom ersten Moment außer Frage.“

Genesung

Nach der erfolgreichen Reanimation wurde der 62­jährige Niederösterreicher umgehend vom ÖAMTC­Notarzthubschrauber in das Landesklinikum Wiener Neustadt geflogen. Dank des positiven Genesungsverlaufs konnte er bereits wenige Tage später ins Krankenhaus nach Hainburg überstellt werden. Nach knapp über einer Woche war es dann so weit – er durfte wieder nach Hause zu seiner Familie.

Wolfgang Opratko

„Ich bin all meinen Helfern unglaublich dankbar. Die schnelle und kompetente Hilfe vor Ort wie auch die ausgezeichnete Behandlung in den Krankenhäusern – da muss ich einfach ein ganz großes Danke sagen – ohne euch alle wäre ich heute nicht mehr hier."

    © ÖAMTC-Flugrettung

Wiedersehen

Gemeinsam mit seinen Rettern feierte Wolfgang Opratko seinen zweiten Geburtstag und probierte dabei auch gleich das Rotkreuzmotorrad aus.

Timing

„Es war tatsächlich eine glückliche Fügung“, erzählt Raphael Klippl von der Rotkreuzmotorradstaffel. „Christophorus 3 war gerade am Rückflug von Parndorf nach Wiener Neustadt und konnte daher wirklich binnen kürzester Zeit vor Ort sein. Und auch mein Kollege und ich waren aufgrund der Hitzewelle im Juli ausnahmsweise in Bruck an der Leitha an der Bezirksstelle stationiert, um gegebenenfalls sofort mit Getränken auszurücken, wenn es auf der Autobahn wieder zu einem Stau kommt. Normalerweise ist die Rotkreuzmotorradstaffel ja in GroßEnzersdorf zu Hause. So waren wir aber auch in unmittelbarer Nähe und ebenfalls rasch bei der Familie.“ 

Autorin: Sonja Kellner / Rotes Kreuz NÖ

Flugrettung_Christophorus.jpg

Thema Flugrettung

Die ÖAMTC-Flugrettung fliegt jährlich rd. 18.000 Einsätze. Das Ziel: Menschen, die in Not geraten sind, zu helfen. Tausende Menschen verdanken der schnellen Hilfe aus der Luft ihr Leben und noch eine viel größere Zahl hat sich lange Aufenthalte in Krankenhäusern erspart.

© ÖAMTC
In dieser Fenstergröße bietet die mobile Ansicht besseren Überblick! Wenn Sie die Ansicht wechseln möchten, klicken Sie den Button jetzt wechseln