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So beugt man Sekundenschlaf am besten vor

Die richtige Selbsteinschätzung ist das Um und Auf, Vorboten der Einschlafgefahr ernst nehmen. So beugt man der Gefahr des Sekundenschlafs am besten vor.

Das Institut für Schlaf-Wach-Forschung (ISWF) hat in Kooperation mit dem ÖAMTC, der ASFINAG und anderen Partnern zu einem Symposium über die Auswirkungen von Tagesschläfrigkeit auf den Straßenverkehr eingeladen. Bei der Veranstaltung im Festsaal der Gesellschaft der Ärzte wurden unter anderem einige zusätzliche Ergebnisse der großen Nachtfahrtstudie, die 2010 im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Teesdorf durchgeführt worden ist, präsentiert.

Die bisherigen Auswertungen zeigen, dass das als "Sekundenschlaf" bekannte Phänomen sehr individuell auftritt. Eine allgemeine Aussage über die Umstände, unter denen ein Autofahrer plötzlich "weg" ist, kann nach derzeitigem Stand nicht eindeutig getroffen werden.

Tipps zur Vorbeugung

Die Auswertung der ÖAMTC-Feldstudie zum Sekundenschlaf zeigt: Vor Sekundenschlaf ist niemand gefeit. Studienleiterin und ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger hat deshalb Tipps zusammengestellt:

  • Pausen bereits vor Fahrtantritt in der Nacht fix einplanen. Am besten wählt man die Fahrstrecke so, dass spätestens nach eineinhalb bis zwei Stunden eine Pause eingelegt wird. Dabei gilt: nicht erst dann pausieren, wenn man bereits müde ist, sondern bereits vorher einplanen und dann auch strikt einhalten.
  • Man sollte wissen, welcher Chronotyp (Morgen- oder Abendmensch) man ist und danach die Abfahrtszeit für eine Reise festlegen.
  • Vor allem bei Nachtfahrten gilt: eine Nachtfahrt nur ausgeruht starten. D. h. für ausreichenden Schlaf sorgen und nicht bereits zu lange wach sein. Mehr als 17 Stunden Wachzeit vor Fahrtbeginn ist ein zusätzliches Risiko.
  • Für eine lange Reisefahrt empfiehlt sich ein "Vorschlafen". Beispielsweise eine Woche lang eine halbe Stunde früher schlafen legen, sodass man vor der geplanten Nachtfahrt möglichst viel Schlaf erhält.

Die unterschätzte Gefahr

  • Selbstbeobachtung: Wenn die Gedanken abdriften, Tagträume auftreten und man sich nicht an die Strecke erinnern kann, die man kurz zuvor zurückgelegt hat: Das sind Alarmzeichen.
  • Weitere Vorboten des Sekundenschlafs sind: unruhiges Sitzen, häufiges Herumdrehen des Oberkörpers, rastlose Hände und Kopfbewegungen, gefolgt von einer längeren Starre.
  • Wenn man sich stimmungsmäßig nicht mehr gut fühlt, Antrieb und gute Laune fehlen, man schlapp und müde ist: Das sind Alarmzeichen.
  • Sich aktiv beschäftigen (durch Reden mit dem Beifahrer, Singen oder Radiohören) verhindert, dass man vor Müdigkeit erstarrt. "Aber, Achtung, das funktioniert nicht unbegrenzt lange, sondern kann nur eine Überbrückung für eine kürzere Wegstrecke sein", betont die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.
  • Ein kurzer Kraftschlaf oder einfach nur zu dösen – das unterstützt auch die ASFINAG durch ihre modernen Rastplätze – steigern das Wohlbefinden, allerdings soll ein Powernap nicht länger als 20 Minuten dauern.
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