Kove 800X fahrend von schräg rechts vorne fotografiert

Abenteuerlich

Kove 800X Pro: Markanter Auftritt, forscher Antritt und polarisierender als die etablierte Adventure-Konkurrenz. Kann der chinesische Newcomer mit Honda Transalp, Yamaha Ténéré & Co. mithalten?

Von Alexander Fischer,

Fahrzeuge aus China bekommen aktuell viel Aufmerksamkeit, weil sie bei ähnlicher Qualität oft mehr Ausstattung zu einem niedrigeren Preis bieten, als es die Bestseller der großen Hersteller tun. Das ist bei den Autos so, und bei den Motorrädern ebenfalls. Wir wollten wissen, ob die neue Kove 800X diesem Anspruch gerecht wird.

Doch bevor wir ins Detail gehen ein Hinweis in eigener Sache: Im Vorjahr hatten wir die QJ SRT 700 SX im Test. Ähnliches Bike, ähnliche Ausgangslage. Wie sie abgeschnitten hat, kann hier nachgelesen werden.

Kove 800X Pro: Qualität, Verarbeitung, Details

Nach einer ersten Runde ums Bike ­haben wir zunächst keine groben Beanstandungen. Die Qualität der Kunststoffteile passt, ebenso die generelle Verarbeitung. Extra-Lob gibt es für das jederzeit gut ablesbare Display im Hochformat.

Im Detail stört, dass die Griffweite sowohl am Brems- als auch am Kupplungshebel nicht reguliert werden kann, der kleine Windschild über keinerlei Verstellmöglichkeit verfügt und der Motorschutz vergleichsweise (siehe Konkurrenz) spärlich klein konzipiert ist.

1Kove 800X Cockpit
2Schmale Sitzbank der Kove 800X
3Kove 800X Motor
  • Jederzeit sehr gut ablesbares und angenehm hoch platziertes Display.  © Sebastian Weissinger
  • Die schlanke Bauart und das geringe Gewicht (ca. 200 kg) erleichtern das Fahren im Gelände. © Sebastian Weissinger
  • Der 95-PS-Zweizylinder wirkt rein äußerlich wie ein Klon des KTM-Aggregats. Kräftiger Antritt, aber harte Lastwechsel. Gemütlich durch Ortschaften Bummeln ist nur schwer möglich. © Sebastian Weissinger

Wie die Kove 800X Pro in puncto Fahrvergnügen und Preis abschneidet.

Unterwegs gefällt die Kove zunächst mit ihrer spritzigen Art, der 95 PS starke Motor dreht munter und kraftvoll hoch, insgesamt ist sie ein sehr handliches, spurstabiles und leicht zu bewegendes Motorrad.

Negativ aufgefallen ist uns am Testmotorrad hingegen Folgendes. Erstens: Das ABS am Vorderrad regelt grob und spät. Zweitens: Die ausgeprägten Lastwechsel des Zweizylinders erschweren entspanntes Bummeln oder gemütliches Durchfahren von Ortschaften spürbar.

Preislich liegt die Kove ausstattungsbereinigt rund tausend Euro unter der Konkurrenz, bietet dafür aber nur zwei Jahre Garantie.

1Kove 800X vordere Bremsanlage
2Kove 800X linkes Lenkerende
3Kove 800X stehend von schräg rechts vorne fotografiert
  • Das größter Ärgernis am Testmotorrad: Die vordere Bremsanlage, speziell das ABS. Es regelt spät und dann grob. © Sebastian Weissinger
  • Die Bedieung des Multimediasystems via Wippe ist nach kurzer Eingewöhnung intuitiv bedienbar.  © Sebastian Weissinger
  • Insgesamt gesehen ist die Kove 800X Pro ein leichtes und handliches Motorrad, aber auch furios und fordern.  © Sebastian Weissinger

Kove 800X Pro: Preis, technische Daten, Verbrauch

Preis: 11.199,– Euro

Motor: Zweizylinder, 799 cm3

Leistung: 70 kW (95 PS) bei 9.000/min

Drehmoment: 79 Nm bei 7.500/min

Abgasklasse: Euro 5+

Normverbrauch: 5,1 l/100 km WMTC kombiniert

CO2-Wert: 117 g/km

Standgeräusch: 93 dBA

Antrieb: Kette, 6-Gang-Getriebe

Bremsen vorne: 320-mm-Doppelscheibe

Bremsen hinten: 240-mm-Einscheibe

Sitzhöhe: 875 mm

Radstand: 1.530 mm

Tankinhalt: 20 Liter

Reifen vorne: 90/90-21

Reifen hinten: 150/70-18

Gewicht: 204 kg (fahrfertig)

Test-Verbrauch: 4,9 l/100 km

Reichweite: 410 km