Motorradfahrerin oder Motorradfahrer mit gelbem Helm fährt eine rote Honda CB1000GT mit schwarzen Seitenkoffern auf einer Landstraße; der Hintergrund ist durch die Bewegung unscharf.

Unauffälliges Wunderding

Die Honda CB1000 GT ist ein echtes Funbike, sie sieht nur nicht danach aus. Wir gehen sogar soweit zu behaupten, dass sie die Eine für fast alle Gelegenheiten sein kann. Sprich: Eierlegende Wollmilchsau auf zwei Rädern.

Von Alexander Fischer,

Beginnen wir einmal ganz nüchtern mit einer banalen Funktionsbeschreibung: Die große CB ist eine klassische Tausender mit Halbschalenverkleidung, wie sie etwa auch von BMW (S 1000 XR) oder Suzuki (GSX-S 1000 GT) angeboten werden. Müsste man sie mit Redewendungen charakterisieren, würden wir „Eierlegende Wollmilchsau auf zwei Rädern“ und „nur die inneren Werte zählen“ wählen. So einfach ist das. Und so einfach ist die GT.

Rote Honda CB1000GT mit eingeschaltetem Doppelscheinwerfer und schwarzen Seitenkoffern in Frontansicht auf einer Landstraße.
© Sebastian Weissinger
Rote Honda CB1000GT mit schwarzen Seitenkoffern in linker Seitenansicht, abgestellt auf einer sonnigen Landstraße.
© Sebastian Weissinger
Rote Honda CB1000GT mit schwarzen Seitenkoffern, von hinten auf einer sonnigen Landstraße mit Bäumen am Straßenrand.
© Sebastian Weissinger

Honda CB1000 GT: famos vielseitig, herrlich unkompliziert

Tägliches Pendeln, mehrtägiges Touren oder eine hurtige Feierabendrunde – die CB1000 GT eignet sich für beinahe jeden Zweck erstaunlich gut. Grund dafür ist die nahezu perfekte Symbiose aus herrlich laufruhigem 150-PS-Vierzylinder und elektronisch einstell­barem Fahrwerk.

Sobald man auf ihr sitzt, ist sie eine typische Honda im besten Sinne: Der Lenker liegt gut zur Hand, die Sitzposition ist angenehm aufrecht und leicht vorwärts orientiert, auch die Knie finden automatisch ihren Platz an den dafür vorgesehen Stellen in der Verkleidung.

Sobald man mit ihr fährt, ist sie ebenfalls eine typische Honda im besten Sinne: Weil man von Beginn an Vertrauen ins Bike hat. Weil die CB weder ultrahandlich noch bockig ist. Weil die Fahrwerksabstimmung ein guter Mix aus sportlicher Straffheit und alltagstauglichem Komfort ist. Weil das Bike auf Lenkimpulse erwartbar reagiert und das Gefühl fürs Vorderrad sich rasch einstellt. Mit anderen Worten: Sie verfügt über keinerlei überraschenden fahrspezifischen Eigenheiten. Manche meinen, das sei fad. Manche lieben genau diese Unauffälligkeit.

Unser absolutes Lieblingsfeature ist der super einfache Schnapp-Schiebe-Verstellmechanismus für den Windschild. Dabei muss mit der linken Hand eine Art Schnellspanner geöffnet, die Scheibe in die neue Position gebracht und der Schnellspanner wieder geschlossen werden. Notwendiger Kraftaufwand: sehr gering. Notwendiger Zeitaufwand: maximal 5 Sekunden. Perfekt.

Nicht gut: Mit einem Standgeräusch von 97 Dezibel ist die CB für manche Strecken in Tirol zu laut.

Preis, Ausstattung, Plus & Minus der CB1000 GT

Viele Extras sind bereits serienmäßig dabei, angesichts der üppigen und sehr kompletten Ausstattung (Seitenkoffer, adaptives Fahrwerk, Griff-Heizung und -Schutz sowie Keyless-Go-System) ist der hohe Preis von 17.490 Euro durchaus fair bemessen.

Gut: 6 Jahre Garantie

Plus: Vierzylinder mit homogener Leistungsentfaltung, Windschild super einfach verstellbar, elektronisches Fahrwerk, umfangreiche Serienausstattung, top Preis-Leistungs-Verhältnis.

Minus: Windschild sorgt in hoher Position für Verwirbelungen.

Technische Daten: Honda CB1000 GT

 
Preis € 17.490,–
Motor Vierzylindermotor, 1.000 cm3
Leistung 110 kW (150 PS) bei 11.000/min
Drehmoment 102 Nm bei 8.750/min
Abgasklasse Euro5+
Normverbrauch 6 l/100 km WMTC kombiniert
CO2-Wert 140 g/km
Standgeräusch 97 dBA
Antrieb Kette, 6-Gang-Getriebe
Bremsen vorne 310-mm-Doppelscheiben
Bremsen hinten 240-mm-Einscheibe
Sitzhöhe 825 mm
Radstand 1.465 mm
Tankinhalt 21 Liter
Reifen vorne 120/70-17
Reifen hinten 180/55-17
Gewicht 229 kg (fahrfertig)
Test-Verbrauch 6,1 l/100 km
Reichweite 340 km