Das Jahr 2014: Der Ford Fiesta gehörte zu den meistzugelassenen Pkw in Europa. Mehr als die Hälfte der verkauften Autos wurde von Dieselmotoren angetrieben, und bei den Neuwagen gab es vom VW Touran bis zum Opel Zafira eine große Auswahl an Mini- und Kompakt-Vans. Und heute? Den Fiesta hat Ford vom Markt genommen, Mini- und Kompakt-Vans gibt es generell so gut wie keine mehr, und die Dieselverkäufe sind von mehr als 50 Prozent auf unter zehn Prozent gesunken (exklusive Hybridmodelle). Auch die Handschaltung verschwindet zunehmend aus den Programmen der Hersteller. Viel Veränderung in wenigen Jahren. Was ist da los?
Verändertes Kaufverhalten
Die Ursachen für diese Entwicklungen lassen sich einerseits mit simplen Veränderungen im Kaufverhalten erklären: Dass so viele Mini- und Kompakt-Vans verschwanden, liegt an der Nachfrage. Diese hat sich hin zu den boomenden SUV verschoben. Andererseits gibt es auch regulatorische Gründe für diese Veränderungen. So müssen Hersteller CO2-Flottenverbrauchsgrenzwerte einhalten. Diese werden im Schnitt über die gesamte neu zugelassene Flotte des Herstellers pro Jahr berechnet. Bei Überschreitung drohen Strafen, die in Milliardenhöhe gehen können. Das macht die Hybridisierung von Autos notwendig.

Hybridisierung und Assistenzsysteme beschleunigen Trend zur Automatik
Ein Hybrid arbeitet konzeptbedingt mit einer Automatisierung der Schaltung besser und effizienter. Auch deshalb – und natürlich wegen der grundsätzlich geringer werdenden Nachfrage – verschwinden Handschaltungen vom Markt. Ein weiterer Grund: Das Potenzial vieler Assistenten wird nur mit einer Automatik vollends ausgeschöpft. Außerdem wird der Trend zum Automatikgetriebe dadurch beschleunigt, dass durch den Wegfall der Handschaltung in Modellreihe X die Entwicklung einer solchen für Modellreihe Y wirtschaftlich weniger Sinn ergibt. Das Ergebnis: Der Hersteller streicht sie komplett.

Vorschriften machen kleine Autos weniger rentabel
Neben den Flottenverbrauchsgrenzwerten schreibt die EU auch Abgasnormen sowie Sicherheitsanforderungen vor. Diese Systeme benötigen Platz, machen Autos schwerer, verursachen Mehrkosten. Bei Fahrzeugen, die ohnehin teurer und größer sind, fällt das weniger ins Gewicht als bei Klein- und Kleinstwagen. Dort aber schmelzen die Margen für die Hersteller. Die Konsequenz: Kleine, leistbare Autos verschwinden vom Markt. Einfach auf E-Antriebe umsatteln klappt auch nicht: Schwere, teure Akkus erhöhen ebenfalls Preis und Gewicht.
Diesel hat Kostenvorteil verloren
Dass es dem Diesel ähnlich ergeht, liegt an der teuren Abgasreinigung und den gestiegenen Kraftstoffpreisen. Dadurch entfällt der Kostenvorteil als wichtiger Kaufgrund. Hinzu kommen Unsicherheiten bei privaten Käufer:innen, die durch den Imageschaden des Abgas-Skandals ausgelöst wurden.



