Kindersitze, Urlaubsgepäck und größere Einkäufe bringen viele Autos schnell an ihre Grenzen. Wer als Familie viel Platz braucht, muss dafür aber kein Vermögen ausgeben. Vom praktischen Hochdachkombi mit Schiebetüren über den klassischen Langstrecken-Kombi und das kompakte SUV bis hin zum flexiblen Raumwunder Van zeigen wir, welche Modelle das beste Verhältnis aus Nutzwert, Alltagstauglichkeit und vertretbaren Kosten bieten.
Was Familien wirklich brauchen
Bei der Auswahl sollten nicht nur die Kofferraum-Liter zählen. Entscheidend sind auch andere Eigenschaften:
Der Zugang:
Schiebetüren sind auf engen Parkplätzen und beim Anschnallen kleiner Kinder besonders praktisch.
Die Rücksitzbreite:
Die Möglichkeit, drei Kindersitze neben-
einander zu montieren, ist nicht bei allen Autos selbstverständlich. Dies lässt sich bei den jeweiligen Fahrzeugen nur durch das Probieren mit den eigenen Kindersitzen herausfinden.
Die Variabilität:
Verschiebbare oder einzeln vorklappbare Sitze sind auf Urlaubsfahrten und bei wechselnden Kinderwagen-/Fahrradkombinationen sinnvoller als ein hohes Maximalvolumen bei umgeklappten Sitzen.
Die Ladekante und Innenhöhe:
Ein hoher, gut zugänglicher Laderaum erleichtert das Beladen mit Kinderwagen, Laufrad, Einkäufen oder Campingausrüstung. Und von der Ladekante sollte es nicht zu weit nach unten auf den Kofferraumboden gehen. Sinnvoll: ein höhenverstellbarer Ladeboden.
Die Sicherheitsausstattung:
Isofix-Halterungen zum Fixieren der Kindersitze sind wichtig, ersetzen aber nicht die Prüfung, ob die konkreten Kindersitze tatsächlich nebeneinander passen.
Welche Fahrzeugklassen besonders viel Raum bieten
Familien stehen verschiedene Auto-Segmente zur Verfügung. Auffällig ist, dass in den letzten Jahren zahlreiche praktische Familienautos vom Markt verschwunden sind. Sie sind vor allem dem SUV-Boom zum Opfer gefallen. Die besten Beispiele: VW Sharan und der baugleiche Seat Alhambra, Ford Galaxy, Renault Espace (der aktuelle ist zum SUV mutiert) und vor Kurzem sogar der ehemalige Bestseller VW Touran. Auch viele praktische Kombis sind verschwunden: Ford Focus und Mondeo Traveller, Opel Insignia Sports Tourer oder Mazda 6 Sport Combi. Trotzdem finden sich noch immer genug Fahrzeugtypen, die unterschiedliche Familienansprüche erfüllen und nicht in den obersten Preisklassen angesiedelt sind.
Hochdach-Kombi
Hochdachkombis sind für Familien die pragmatischste Klasse. Die Karosserie nutzt die Fahrzeughöhe konsequent aus, die Fondtüren sind meist Schiebetüren, und die Rücksitze lassen sich flexibel umlegen oder verschieben. Dadurch entsteht ein besonders gutes Verhältnis aus Außenabmessungen, Innenhöhe und Laderaum. Der Kompromiss liegt meistens im sachlicheren Interieur, im lauteren Fahrgeräusch vor allem auf der Autobahn, im teilweise weniger agilen Fahrverhalten und im höheren Verbrauch. Bei vielen Modellen dominiert zudem Hartplastik, und einige Komfortausstattungen sind nicht verfügbar.
Aktuell ist der Toyota Proace City Verso mit einem Listenpreis von 25.790 Euro für den Einstiegsbenziner (inklusive 10-Jahres-Garantie) ein preislich attraktives Angebot. Auch Diesel- oder Elektro-Versionen sind verfügbar.
In einem ähnlichen Preisrahmen bewegen sich Ford Tourneo Courier (ab 26.677 Euro) und Fiat Qubo L (ab 27.250 Euro). Für alle drei Hochdach-Kombis gelten derzeit Angebotspreise von rund 24.000 Euro bei Finanzierung, Leasing und diversen Boni.

Ford Tourneo Courier
Preis: ab € 26.677,–
Extrem viel Platz auf kompaktem Raum, agiles Handling und maximale Alltagstauglichkeit – auch elektrisch zu haben.

Fiat Qubo L
Preis: ab € 27.250,–
Flexibles Raumwunder mit bis zu sieben Sitzen, cleverem Stauraum und der Wahl zwischen Diesel und Elektro.
Kombi
Der Kombi ist die vernünftigste Wahl für Familien, die mit fünf Sitzplätzen auskommen und regelmäßig lange Strecken fahren. Er bietet einen langen, gut zugänglichen Laderaum, fährt meist effizienter als ein vergleichbares SUV und bietet auf der Autobahn hohen Komfort. Seine Schwäche liegt in der geringeren Variabilität im Fond: Die Rückbank ist normalerweise durchgehend, nur die Sitzlehnen lassen sich vorklappen, die Türen öffnen konventionell und die Sitzposition ist niedriger.
Österreichs Liebling bei den Kombis ist der Škoda Octavia Combi, der allerdings preislich eine Klasse höher liegt als etwa der Konzernbruder Seat Leon SP Kombi (Listenpreis ab 24.240 Euro) oder der Hyundai i30 Kombi (ab 24.490 Euro). Diesen gibt es aktuell um höchst attraktive 18.990 Euro – allerdings wieder nur bei Finanzierung, Versicherung und Eintauschwagen.

Seat Leon SP Kombi
Preis: ab € 24.240,–
Kompakter Kombi mit 620 l Kofferraum, familienfreundlichem Raumangebot, zehn Jahren Garantie und attraktiver Preispolitik.

Hyundai i30 Kombi
Preis: ab € 24.490,–
Der Koreaner überzeugt mit Platz, Ausstattung, tadellosem Komfort, modernen Assistenten sowie solidem Preis-Leistungs-Verhältnis.
SUV
SUV verkaufen vor allem das Gefühl von Übersicht und Robustheit. Die erhöhte Sitzposition kann beim Ein- und Aussteigen helfen, ist aber kein Garant dafür, dass Innenraum und Kofferraum größer sind als bei einem Kombi. Das Mehrgewicht wirkt sich oft auf Preis, Verbrauch, Reifen- und Unterhaltskosten aus. Für Familien sind kompakte SUV vor allem dann sinnvoll, wenn Bodenfreiheit, Anhängerbetrieb, Allrad oder eine erhöhte Sitzposition im Alltag tatsächlich gebraucht werden.
Besondere preisliche Ansagen bei den SUV gibt es derzeit von Opel mit dem Frontera und einem Angebotspreis von 19.990 Euro bei Finanzierung sowie von MG mit dem kompakten ZS+ (Angebotspreis: 18.990 Euro inklusive sieben Jahre Neuwagengarantie). Letzteren gibt es als Benziner und Hybrid, den Opel als Hybrid und rein elektrische Variante.

Dacia Bigster
Preis: ab € 24.790,–
Geräumiges, vielseitiges SUV mit modernen Hybridantrieben, viel Ausstattung und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Leapmotor B10 Hybrid
Preis: ab € 29.900,–
Elektrisches Fahrgefühl, bis zu 900 km Reichweite und umfangreiche Serienpakete zum starken Preis.
Van
Der Van ist funktional betrachtet weiterhin die beste Familienkutsche. Er bietet bis zu neun Sitzplätze, häufig eine verschiebbare zweite und meistens eine dritte Reihe, große Schiebetüren und deutlich mehr Sitzplatz- und Ladevarianten als ein Kombi oder SUV. Allerdings sind die klassischen Vans als Neuwagen selten geworden. Der Markt teilt sich zunehmend in teure Großraumvans und leichte Nutzfahrzeug-Ableger sowie preisorientierte Modelle wie den Dacia Jogger (Listenpreis ab 18.990 Euro), eine Mischung aus Kombi und Van.
Wirklich viel Platz bieten die Großraum-Vans Fiat Scudo Kombi (Listenpreis ab 38.151 Euro) oder Toyota Proace Verso (Listenpreis ab 37.290 Euro): Beide sind auch mit langem Radstand und vollelektrisch zu haben.

Toyota Proace Verso
Preis: ab € 37.290,–
Extrem flexibler Großraumvan mit bis zu neun Sitzen, viel Stauraum und wahlweise mit Diesel- oder Elektroantrieb.

Kia PV5
Preis: ab € 39.190,–
Innovativer Elektro-Van mit enorm viel Platz, hoher Variabilität, moderner Technik und brauchbarer Reichweite.
Dateityp: application/pdf, Dateigröße: 44050
Gebrauchte Alternativen
Marktpreise für Familienautos, die (großteils) nicht mehr als Neuwagen erhältlich sind. Gilt für die Basismodelle. Quelle: Autopreisspiegel
- Fiat Doblò
5 Jahre/80.000 km € 10.400,– - Ford Focus Traveller
3 Jahre/50.000 km € 11.250,– - Ford Galaxy
5 Jahre/80.000 km € 21.500,– - Ford Mondeo Traveller
5 Jahre/80.000 km € 15.150,– - Honda CR-V *
3 Jahre/50.000 km € 30.850,– - Opel Insignia Sports Tourer
5 Jahre/80.000 km € 11.100,– - Renault Espace *
3 Jahre/50.000 km € 23.450,– - Renault Grand Scenic
3 Jahre/50.000 km € 14.100,– - Seat Ateca
3 Jahre/50.000 km € 17.600,– - Seat Alhambra
5 Jahre/80.000 km € 25.500,– - VW Passat Variant *
3 Jahre/50.000 km € 20.100,– - VW Sharan
5 Jahre/80.000 km € 26.600,–
* noch als Neuwagen erhältlich

Škoda Octavia Combi *
Neupreis: ab € 32.580,–
Marktwert gebraucht: € 21.580,– (3 Jahre/50.000 km)
Geräumiger, cleverer Allrounder mit
hohem Komfort, effizienten Antrieben
und viel Platz. Auch gebraucht attraktiv.

VW Touran
Marktwert gebraucht: € 23.650,– (3 Jahre/50.000 km)
Absoluter Familienvan-Klassiker: extrem variabel, optional siebensitzig und mit cleverem Stauraumkonzept.
Das Fazit
Für eine Familie mit zwei Kindern und entsprechendem Urlaubsgepäck ist ein kompakter Kombi meist die wirtschaftlichste Gesamtlösung.
Der Škoda Octavia Combi steht exemplarisch für den großen, effizienten und langstreckentauglichen Familienwagen. Hyundai i30 Kombi oder Peugeot 308 SW sind preislich interessante Alternativen.
Sobald drei Kindersitze, eine dritte Sitzreihe, größere Haustiere oder sperrige Gegenstände ins Spiel kommen, verschiebt sich die Empfehlung in Richtung Hochdachkombi oder Van.
Citroën Berlingo und Renault Kangoo lösen den täglichen Zugang besonders gut, während der Dacia Jogger das größte Sitzplatzangebot pro Euro bietet.
Ein SUV (Sport Utility Vehicle) ist dann sinnvoll, wenn eine erhöhte Sitzposition, Bodenfreiheit, Allrad- oder Anhängerfähigkeit einen konkreten Mehrwert liefern. Bei Raum oder Kosten ist es dem Kombi oder Hochdachkombi fast immer unterlegen.
Aktuell bietet der Dacia Bigster mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und ausgesprochen viel Platz ein attraktives Gesamt-Paket.
Tipp: Egal, welche Wagenklasse, zur Probefahrt am besten mit Kind und Kegel kommen.

Dacia Striker
Preis: unter € 27.000,–
Der Crossover kombiniert Kombi-Komfort, SUV-Qualitäten und effiziente Hybridtechnik mit viel Platz zum Kampfpreis.

Fiat Grizzly
Preis: unter € 25.000,–
Geräumiger, vielseitiger Familien-SUV mit moderner Technik und flexibler Auswahl aus Benzin-, Hybrid- und Elektroantrieb.



