Zwei große rote Plakate in einer Autofabrik

Xpeng baut Serien-Robotaxi

Der chinesische Elektroautohersteller XPENG startet die Massenproduktion seines ersten vollautonomen Taxis — wohin steuert autonome Mobilität weltweit?

Von Jakob Stantejsky,

Am 20. Mai 2026 rollte in China das erste serienproduzierte Robotaxi von Xpeng vom Band. Das Fahrzeug basiert auf dem Xpeng GX und erfüllt die Anforderungen für autonomes Fahren auf Level 4. Das bedeutet: Das Auto übernimmt in definierten Bereichen (bspw. in einem Stadtgebiet als fahrerloses Taxi) vollständig die Kontrolle, ohne dass ein Fahrer eingreifen muss. Xpeng ist damit der erste Automobilhersteller in China, der ein solches Fahrzeug in Serienproduktion bringt – entwickelt auf einer vollständig selbst aufgebauten Technologieplattform.

Die Technik hinter dem Taxi

Technisch setzt das Robotaxi auf vier selbst entwickelte Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von bis zu 3.000 TOPS (Tera-Operationen pro Sekunde). Laut Hersteller genug, um das Fahrzeug als mobilen Hochleistungsrechner zu betreiben. Statt auf LiDAR-Laserscanner und hochauflösende Karten zu vertrauen, nutzt Xpeng ein rein kamerabasiertes System, das vom KI-Modell VLA 2.0 gesteuert wird. Dieses Modell verarbeitet Umgebungsdaten direkt, Xpeng verspricht eine Reduktion der Reaktionszeit auf unter 80 Millisekunden – schneller als ein menschliches Auge blinzelt. Das System soll auch in unbekannten Stadtgebieten zuverlässig funktionieren. Bereits im Januar 2026 genehmigte die Stadt Guangzhou Straßentests; im März 2026 richtete Xpeng eine eigene Robotaxi-Geschäftseinheit ein, die Entwicklung, Tests und Betrieb unter einem Dach bündelt.

Ein silbernes SUV in einem Fertigungstunnel in einer Fabrik
© Xpeng

So soll die Markteinführung laufen

Den Pilotbetrieb plant Xpeng für die zweite Jahreshälfte 2026; ab Anfang 2027 soll das Fahrzeug vollständig ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sein. Als ersten globalen Partner nennt das Unternehmen den Kartendienstanbieter Amap (die chinesische Alternative zu Google Maps). Zusätzlich will Xpeng eine eigene Programmierschnittstelle für Drittanbieter öffnen. Die zugrundeliegende KI-Technologie VLA 2.0 kommt auch im humanoiden Roboterprojekt „IRON“ und im fliegenden Auto des Unternehmens zum Einsatz. Xpeng bezeichnet diese übergreifende Strategie als „Physical AI“. An Xpeng hält die Volkswagen Group eine Beteiligung von fünf Prozent (700 Millionen Euro), um gemeinsam Elektrofahrzeuge für den chinesischen Markt zu entwickeln.

Zwei silberne SUV von hinten in einer Fabrikshalle
© Xpeng