Screenshot aus Hot Wheels Infinite Rush. Man sieht die Autos im Race fliegen.

Hot Wheels Infinite Rush im Test: Kunterbunte Open World

Der dritte Teil der Hot-Wheels-Reihe kommt mit vier offenen Maps und kreativen Design-Möglichkeiten. Aber funktioniert der Trend zur Open World wirklich immer? Der Arcade-Racer im Test.

Von Verena Schauer,

Kunterbunt, schnell und voller Loopings holt Hot Wheels Infinite Rush Spieler:innen mit Schwung zurück in die Kindheit. Auf insgesamt vier Inseln mit ganz unterschiedlichen Vibes sind Aktivitäten, Rennen und Sammelobjekte verteilt, die selbst nach Stunden noch Neues bieten. Die aktuelle Hauptkritik des Spiels: die Open World.

Wir haben getestet, wie berechtigt diese Kritik ist, ob sich das Spiel von anderen Arcade-Racern abhebt und wie lange die Motivation bleibt.

Factbox

Erscheinungsdatum: 10. September 2026

Plattform: PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2, PC

Preis: € 49,99–99,99

Das kann Hot Wheels Infinite Rush

  • Kampagne/Freies Erkunden: Vier Inseln befahren, Rennen und Herausforderungen entdecken, Sammelobjekte finden und neue Gebiete freischalten.
  • Renn-Events: Klassische Rennen, Zeitfahren, Eliminationsrennen, Checkpoint-Challenges sowie Drift- und Zerstörungsaufgaben.
  • Track Builder: Eigene Hot-Wheels-Strecken bauen, testen und mit anderen teilen.
  • Fahrzeuge designen: Kreative Lackierungen erstellen und teilen.
  • Mehrspieler: Lokaler Splitscreen für bis zu vier Personen sowie Online-Rennen mit bis zu zwölf Spieler:innen; Crossplay ist verfügbar, außer auf der Nintendo Switch 2.

Trailer: Hot Wheels Infinite Rush

Wie spielt es sich?

1. Fahrgefühl top

Gleich zu Beginn wird ein Tutorial eingebunden, und dann geht es direkt los. Passend zu Arcade-Racern ist das Handling der Fahrzeuge schnell erlernt und nicht allzu kompliziert. Es gibt Gas, Bremse, Drift, Boost und seitliche Jumps – alles sehr vertraut.

Das Fahrgefühl macht Spaß, und die Open World bietet dank Loopings, Sprungschanzen und zahlreichen zerstörbaren Hindernissen einen wunderbaren Spielplatz, um sich mit den kleinen Flitzern auch außerhalb der Aktivitäten auszutoben.

Es gibt vier unterschiedliche Fahrzeugtypen, die jeweils andere Stärken und Schwächen haben und sich doch unterschiedlich fahren. Innerhalb der Klassen kam mir der Unterschied nicht so auffällig vor, aber dafür hat mich der doch starke Einfluss des Untergrunds überrascht: Bei Offroad-Straßen, wie sie oft auf Tentacle Bay vorkommen, war der Grip spürbar schwächer.

Schwierigkeitsgrade gibt es vier, von "Leicht" bis "Sehr schwer". "Mittel" ist mir noch recht leicht gefallen, während "Schwer" eine echte Challenge war.

2. Die Open World – gut oder unnötig?

Die Open World kommt mit den typischen Elementen daher: Sammelobjekten, verschiedenen Rennevents und mehreren Arealen mit jeweils eigenem Vibe. In den ersten Spielminuten erinnert mich Hot Wheels Infinite Rush tatsächlich ein bisschen an Forza Horizon – nur für ein jüngeres Publikum. Also kein neues Konzept, aber wie bei zahlreichen anderen Rennspielen, etwa zuletzt Mario Kart World, wirkt die frei befahrbare Spielwelt wie ein notwendiger nächster Schritt. Egal, ob es jetzt Sinn ergibt oder nicht.

Ich persönlich mag Open Worlds, auch wenn sie nicht zwingend notwendig sind – und da bildet Hot Wheel Infinite Rush keine Ausnahme. Die Aktivitäten sind vielseitig und erlauben von wilden Drifts, gewöhnlichen Rennen und auch Fototouren durch die Areale beinahe alles. Besonders gefallen haben mir die "Daredevils" – das sind Fahrzeuge, die immer wieder auf der Insel auftauchen und zum Rennen herausgefordert werden können. Gewinnt man, wird das Fahrzeug zur eigenen Sammlung hinzugefügt.

Etwas lästig: Es gibt keine Schnellreisefunktion, zumindest noch nicht. Zwischen den Inseln wird quasi über "Flughäfen" gereist, zu denen wir immer die volle Strecke hinfahren müssen.

Optisch sind die vier Inseln alle wirklich schön anzusehen und haben dank der eingebauten Spielzeugauto-Schienen einen ganz klaren Bezug zu Hot Wheels. Der ist übrigens ebenfalls in der Darstellung der Autosammlung klar zu erkennen: Die Fahrzeuge werden allesamt in typischen Hot-Wheels-Plastikverpackungen präsentiert.

Fazit: Die Open World mag für einige unnötig sein, mir hat sie aber größtenteils Spaß gemacht.

3. Kreatives Austoben

Neben dem Racen haben Spielende die Möglichkeit, die Autos selbst zu bearbeiten und auch eigene Strecken zu bauen. Beides cool, aber meiner Meinung nach ausbaufähig.

Bei der Lackierung können Material und Farbe angepasst werden, weitere Details erlauben eine riesige Auswahl an Stickern. Auch Reifen und Felgen sind zu bearbeiten. Was fehlt oder zumindest unauffindbar war: die Möglichkeit den Kühlergrill und die Scheinwerfer zu bearbeiten bzw. extra einzufärben. Mein pinker Wagen wurde durch und durch pink – optisch eher nicht so super.

Im Track Editor können auf den Inseln eigene Strecken ergänzt werden. Das ist eines der coolsten Features, denn hier haben Spieler:innen die Möglichkeit, so ziemlich jeden Unsinn zu realisieren. In diesem Sinne hat Hot Wheels Infinite Rush der Konkurrenz auf jeden Fall etwas voraus.

Aber so cool dieser Modus auch ist, bin ich trotzdem immer wieder hängen geblieben. Teils war es nicht möglich, einzelne Streckenabschnitte zu löschen, und ich bin lange auf einer halb fertigen Strecke festgesteckt, bis es mir gelungen ist, endlich ein Ziel zu bauen und die Strecke zu testen.

Sowohl bei den Autolackierungen als auch beim Track Editor hätte eine weitere Überarbeitungsrunde nicht geschadet. Trotzdem bleiben es Top-Modi, die allein viele Spielstunden füllen.

4. Multiplayer

Der lokale Splitscreen war leider weniger beeindruckend. Es gibt die Möglichkeit in einem kurzen Rennen oder einem Eliminationsrennen gegeneinander anzutreten, aber da hören die Mehrspieler-Möglichkeiten schon auf. Den Strecken fehlt es an Vielseitigkeit, um wirklich langfristig zu unterhalten, und leider wurden die zahlreichen Aktivitäten der Open World nicht im lokalen Mehrspieler übernommen.

Fazit

Zusammengefasst würde ich Hot Wheels Infinite Rush als soliden Arcade-Racer mit leichten Schwächen bezeichnen. Die Welt ist genial bunt und im ganzen Design ist die Liebe für Hot Wheels spürbar. Die Maps sind voll genug, um von einer Aktivität in die nächste zu springen, und so werden Spielende bei der Stange gehalten. Die Sammelobjekte und Fotochallenges wiederholen sich schnell, aber als Nebenbeschäftigung reichen sie allemal aus.

Die Schwierigkeitsgrade machen einen großen Unterschied und erlauben es, das Spielerlebnis sowohl für Kinder als auch für erfahrene Racer anzupassen – das macht Hot Wheels Infinite Rush zu einem Spiel für die ganze Familie. Daher finde ich es besonders schade, dass der lokale Mehrspieler nicht viel hergibt. Die beiden Rennmodi sind nett für ein kurzes Spiel zwischendurch, aber lange nicht genug, um wie ein Mario Kart regelmäßig gemeinsam vor den Bildschirm zu locken. Das geht definitiv besser.

Trotzdem bleibt Hot Wheels Infinite Rush für Einzelspieler ein unterhaltsames Rennerlebnis, das mit vielseitigen Challenges und kurzweiligen Rennen begeistert. Für Hot-Wheels-Fans definitiv eine Empfehlung!

Pros:

  • Leicht erlernbar
  • Für Anfänger:innen und erfahrene Spieler:innen geeignet
  • Viele unterschiedliche Aktivitäten
  • Mehrere Welten
  • Liebevolle Gestaltung mit Nostalgiefaktor
  • Kreative Möglichkeiten bei Fahrzeugen und Strecken

Cons:

  • Sammelaktivitäten schnell repetitiv
  • Keine Schnellreisen, daher viel Herumfahren
  • Lackierungen und Streckenerstellungen teils kompliziert
  • Langweilige lokaler Mehrspieler-Modus

Blick ins Spiel

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