Blick vom Kiesstrand auf den Brighton Palace Pier; im Vordergrund liegen überkreuzte Beine in Jeans und Turnschuhen.

Brighton für Anfänger

Das "London am Meer" an der englischen Südküste ist schrill, zart abgewohnt und atmet gute Musik. Für Individualist:innen mit Liebe zur britischen Exzentrik gibt es keinen besseren Ort.

Von Christoph Löger,

Brighton liebt oder hasst man. Londoner:innen nennen das nur 85 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegene Seebad zwar überheblich "London by the Sea", sie fahren aber an freien Tagen trotzdem gerne hin, um die alltäglichen Regeln der Metropole hinter sich zu lassen. Grund: Brighton steht für ausgelassene Nächte, viel Freiheit und das unverwechselbare Gefühl, dem Alltag für ein paar Stunden davonzufahren.

Das Erstaunliche: Trotz der lebhaften Partyszene ist Brighton sehr entspannt, offen – und auch nachts sicher. Die Stadt gibt einem das Gefühl, dass jede:r sein kann, wer oder wie man möchte. Nicht zuletzt deshalb gilt sie auch als die unbestrittene LGBTQ+-Hochburg des Vereinigten Königreichs.

1. Brighton Palace Pier

Auf dem 500 Meter langen Pier gibt’s Fahrgeschäfte, Spielhallen und Fish & Chips. Wer den Trubel satt hat, setzt sich daneben an den Strand und lauscht dem Meer. Der Palace Pier ist aber kein stilles Postkartenmotiv, sondern Brightons lautestes Wahrzeichen: ein wenig abgewohnt, sehr britisch und gerade deshalb so schön.

2. The Lanes

Von der Strandpromenade sind es nur wenige Schritte in die verwinkelten Gassen von The Lanes. Bunte Fassaden, kleine Shops, Vintage-Fundstücke und Pubs liegen hier eng beieinander. Wo einst Fischer und Handwerker arbeiteten, stöbert man heute ohne Plan durch ein Viertel, das sich seinen ganz eigenen Rhythmus bewahrt hat. Wer sich treiben lässt, findet immer mehr, als man gesucht hat.

Schmale Fußgängerzone mit bunten Wimpelketten, kleinen Geschäften, Restaurants, Topfpflanzen und Passantinnen und Passanten.
The Lanes. © Christoph Löger

3. Musik

Brighton ist das musikalische Zentrum Südenglands, von hier stammt etwa Star-DJ Fatboy Slim. Schallplattenfans ergattern in den Secondhand-Shops oft seltene Fundstücke. Tipp: "Across The Tracks" in der Gloucester Road 110.

Innenraum eines dicht gefüllten Plattenladens mit Regalen voller CDs und Schallplatten; zwei Personen stehen am Verkaufstresen.
Im Plattengeschäft "Across The Tracks" © Christoph Löger

4. Quadrophenia Alley

Wer bei East Street 11 in den gut versteckten Innenhof abbiegt, gelangt zu einem Drehort des legendären Films Quadrophenia, der das Lebensgefühl der "Mod"-Jugendbewegung der 1960er-Jahre einfing. Die dort entstandene (nicht jugendfreie) Szene sollte man aber nicht nachstellen: Der Innenhof ist heute videoüberwacht.

Enge, mit Graffiti, Aufklebern und handschriftlichen Botschaften bedeckte Gasse; an der rechten Wand hängt ein blaues Schild mit der Aufschrift „Quadrophenia 1979“.
Quadrophenia Alley. © Christoph Löger

5. Meer auf dem Teller

Fish & Chips gehören an der englischen Küste einfach dazu. Entscheidend ist die Frische: knusprig ausgebackener Fisch, dicke Pommes, "mushy peas" (Erbsenpüree), dazu ein Spritzer Zitrone – und möglichst ein Platz im Freien. In Brighton schmeckt der britische Klassiker dank Meeresluft noch ein wenig besser.

Teller mit paniertem, gebratenem Fisch auf dicken Pommes, dazu Erbsenpüree, Sauce, Zitrone und frische Kresse.
Klassische "Fish & Chips". © Christoph Löger

6. Pubs

Die Dichte an historischen Pubs in Brighton ist beeindruckend. Viele servieren gutes Essen, ausnahmslos alle auch ein korrekt gezapftes Pint. Unser Tipp: The Sussex, East Street 33.

Außenansicht eines Pubs mit dunkel gestrichener Fassade, grün-weißen Fliesen, Sitzplätzen auf dem Gehweg und Passanten.
Historisches Pub im Zentrum Brightons. © Christoph Löger

7. Royal Pavilion

König Georg IV. hat mit dem indisch inspirierten Palast anno 1820 Brightons spätere bunte Eigenwilligkeit nachhaltig geprägt: Das Bauwerk ist de facto die erste Pop-Architektur.

Royal Pavilion in Brighton mit zahlreichen Kuppeln und Türmchen hinter einer niedrigen Steinbalustrade und trockener Rasenfläche.
Royal Pavilion in Brighton. © Christoph Löger

8. Nostalgie auf Schienen

Die Volks Electric Railway fährt direkt an der Strandpromenade entlang und ist mehr als ein Verkehrsmittel. In den historischen Wagen zuckelt man gemächlich zwischen Palace Pier und Brighton Marina, das Meer bleibt immer im Blick. Die entschleunigte Fahrt passt wunderbar zu Brightons alter Seebad-Seele.

Blick aus einer cremefarbenen Strandbahn auf die Gleise, die Strandpromenade und den Kiesstrand am Meer.
Der Autor während einer Fahrt mit der Volks Electric Railway. © Christoph Löger

9. Brighton Marina

Östlich des Zentrums liegt die Brighton Marina, ein künstlich angelegter Hafen mit Liegeplätzen, Restaurants, Freizeitangeboten und großen Wohnbauten. Architektonisch nicht durchgehend charmant, aber spannend als Gegenentwurf zu den viktorianischen Fassaden an der Seafront: Brighton zeigt hier seine urbanere, modernere Küstenseite.

Jachthafen mit zahlreichen Segel- und Motorbooten, schwimmenden Stegen, Hafenmauer und modernem Wohngebäude im Hintergrund.
Brighton Marina. © Christoph Löger

10. Für Racing-Fans

Im hochgerüsteten Rennsimulator von "Vrroom Racing" in der Brighton Marina zählt jede Kurve, jeder Bremspunkt und jede Zehntelsekunde. Eine willkommene Abwechslung für Autofans — besonders dann, wenn draußen der typische englische Regen einsetzt.

Mann sitzt in einem Rennsimulator mit drei Monitoren, Lenkrad und Pedalen; auf den Bildschirmen ist eine virtuelle Rennstrecke zu sehen.
"Vrroom Racing" in der Brighton Marina. © Christoph Löger

Information & Buchung

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