Krakau verzaubert mit einer prächtigen Altstadt, dem lebendigen Viertel Kazimierz und kurzen Wegen zu vielen Sehenswürdigkeiten. Wer mit dem Auto anreist, sollte allerdings gut planen: Baustellen, Zufahrtsbeschränkungen und die schwierige Parkplatzsuche können den Städtetrip schnell zur Geduldsprobe machen.
Wawel-Schloss in Krakau: Burg, Kathedrale und Ausstellungen entdecken
Mitten in der Altstadt, am Ufer der Wawel, erhebt sich das gleichnamige Schloss auf einem gewaltigen Kalkfelsen. Über viele Jahrhunderte wurden immer neue Bauteile dazugefügt: die opulente Kathedrale, Türme, Kasernen, Burgmauern und der riesige Hof. Von dem aus gelangt man in zahlreiche Ausstellungen, die man einzeln oder im Paket buchen kann. Das Paket erspart viel Anstellen.
Wawel-Drache und Drachenhöhle: Krakaus berühmte Legende erleben
Der Legende nach soll am Fuße des Schlossfelsens ein Jungfrauen verspeisender Drache gehaust haben, der von einem schlauen Schuster besiegt wurde (zum Dank bekam er die Prinzessin, eh klar). Die Drachenhöhle kann man besichtigen. Aus Plüsch beherrscht der Drache noch heute die Stadt, ebenso wie die Plüschtauben, die es überall zu kaufen gibt. Sie sollen an tapfere, im Kampf gefallene Ritter erinnern, die ein zweites Leben als Taube geschenkt bekamen. Es müssen sehr viele gewesen sein.
Hauptmarkt in Krakau: Rynek Główny und die Tuchhallen besuchen
Der Name täuscht. Der Hauptmarkt (Rynek Główny) ist ein riesiger Platz, einer der größten Europas, rund um die früheren Tuchhallen. Er wird umrahmt von Herrenhäusern, Palästen und Kirchen. Zwischen Handwerks-, Souvenir- und Fressständen verbringt man viele kurzweilige Stunden, untermalt von fröhlicher polnischer Volksmusik.
Kazimierz und jüdisches Krakau: Geschichte, Gedenkstätten und Ausgehen
Wer sich auch ernsten Themen stellen will, besucht die Gedenkstätte des KZ Auschwitz-Birkenau 60 Kilometer westlich von Krakau und danach, etwas versöhnlicher und leichter zu erreichen, die Emaillefabrik von Oskar Schindler (Schindlers Liste). Nichts von dieser schweren Stimmung ist im alten jüdischen Viertel Kazimierz im historischen Zentrum Krakaus zu spüren. Rund um den schönen alten Friedhof reihen sich in pittoresk verfallenen Häusern schicke Bars, gemütliche Cafés und traditionelle Restaurants nebeneinander. Nachts geht es laut zu. Apropos Kulinarik: Die polnische Küche ist so deftig wie köstlich.
Polnische Küche in Krakau: Pirogge, Bigos und weitere Spezialitäten probieren
Die polnische Küche ist gehaltvoll. Fleischliebhaber stürzen sich auf Pirogge (Foto), gefüllte Teigtaschen mit glasierten Zwiebeln. Wunderbar auch der Krauteintopf Bigos, der gern im Brotlaib serviert wird. Oder die Kohlrouladen mit Speck! Die kräftigen Suppen! Veganer sollte man in Krakau nicht sein. Auf Diät auch nicht.
1. Staus und Baustellen: Die Anreise mit dem Auto kann dauern
500 km Autobahn ab Wien, fünf Stunden Fahrzeit – dachten wir. Es wurden acht anstrengende Stunden. Nicht einmal das Navi sah die zahllosen Baustellen und Staus voraus. Die Bahn ist eindeutig schneller. Was eine klare Empfehlung ist.
2. Parken: Warum ein Hotelparkplatz wichtig ist
Es kam uns schon bei der Buchung verdächtig vor, wie vage die Hotels und Pensionen im Zentrum von Krakau auf die Frage nach einem Parkplatz reagierten. Wir sollten "auf gut Glück" einen suchen. Die Wahrheit ist: Es gibt keine. Was als Parkmöglichkeit ausgeschildert ist, hat gewaltige Tücken, wie sich noch zeigen sollte ...
3. Altstadt und Kazimierz: Zufahrtsverbote für Autos beachten
Kaum hatten wir unser Quartier, eine Pension im malerischen jüdischen Viertel Kazimierz gefunden, stoppte uns auch schon die Polizei. Autos ohne Krakauer Kennzeichen ist die Einfahrt in die gesamte Altstadt untersagt. So steht es auf der Tafel – bloß dass man kein Polnisch kann. Nun drohten Strafen bis umgerechnet 125 Euro, informierte uns der Polizist und verlangte Reisepass, Führerschein und Zulassung (Pass mitnehmen!). Weiters: Namen des Vaters und der Mutter. Das überraschte nun doch, beide sind seit Jahrzehnten tot. Doch mit Polizisten in Krakau ist es wie überall auf der Welt: Sei freundlich zu ihnen, dann sind sie freundlich zu dir. Dieser verzog sich mit meinen Dokumenten in seinen Streifenwagen und kam erst nach längerer Zeit wieder zurück. Alles ok, sagte er, plötzlich ganz freundlich, er müsste mich leider trotzdem strafen, aber nur in der Mindesthöhe von rund 25 Euro. Es klang fast entschuldigend. Auf dem Beleg ist tatsächlich der Name meines Vaters vermerkt. Dazu gab uns der Polizist – er sprach exzellentes Englisch – den gut gemeinten Hinweis, der Strafzettel schütze uns nicht vor neuerlichen Strafen, falls uns beim Ausfahren eine weitere Streife begegnete. Er wies uns auch den Weg zu zwei nahen Parkplätzen. Die waren jedoch voll belegt oder nicht mehr existent.

4. Nicht jeder Parkplatz ist ein Parkplatz
Nach angespannter Weiterfahrt und einigen Misserfolgen fanden wir endlich einen überteuerten Apcoa-Parkplatz neben einem Firmeneingang. Ich greife vor: Beim Ausfahren einige Tage später stellte sich heraus, dass der Automat keine unserer Karten und auch kein Bargeld annahm. Er war ausschließlich für Mitarbeiterkarten gedacht. Bei der Einfuhr war das nirgends zu entnehmen. Glück im Unglück: Der nette Herr an der Hotline öffnete uns den Schranken. Gratis.
5. Unterwegs: Straßenbahn statt Fahrrad oder Scooter
Ja, es gibt sie. Aber selten. Grund ist das teils holprige Katzenkopfpflaster in Altstadt und Kazimierz. Die bessere Alternative sind Öffis. Die sind gut und zahlreich.
6. Kopfsteinpflaster: Feste Schuhe sind Gold wert
Zuletzt: Krakau ist entzückend. Nicht von unseren Erlebnissen abhalten lassen, einfach besser machen: Quartier außerhalb des Zentrums beziehen, Parkplatz zusichern lassen. Der beste Tipp sind richtig bequeme, feste Schuhe auch für die City. Dicke Sneakersohlen gleichen die Bodenunebenheiten aus und machen das Bummeln zum reinen Vergnügen.
Information & Buchung
Städtetrips buchbar im Reise- und Vergleichsportal: www.oeamtc.at/reisen
ÖAMTC-Länderinformationen: Polen.
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