Krakau Hauptmarkt

Krakau in 2 Tagen: Highlights und Anreisetipps.

Wer wenig Zeit hat, kann das Zentrum der zweitgrößten Stadt Polens in zwei Tagen erobern. Die Highlights liegen gut erreichbar im Dreieck: das Wawel-Schloss, der Hauptmarkt und das jüdische Viertel Kazimierz. Wer tiefer schürfen will, verlässt die Altstadt. Plus: 6 Tipps für einen Autotrip nach Krakau von Andrea Lehky.

Krakau verzaubert mit einer prächtigen Altstadt, dem lebendigen Viertel Kazimierz und kurzen Wegen zu vielen Sehenswürdigkeiten. Wer mit dem Auto anreist, sollte allerdings gut planen: Baustellen, Zufahrtsbeschränkungen und die schwierige Parkplatzsuche können den Städtetrip schnell zur Geduldsprobe machen.

Wawel-Schloss in Krakau: Burg, Kathedrale und Ausstellungen entdecken

Mitten in der Altstadt, am Ufer der Wawel, erhebt sich das gleichnamige Schloss auf einem gewaltigen Kalkfelsen. Über viele Jahrhunderte wurden immer neue Bauteile dazugefügt: die opulente Kathedrale, Türme, Kasernen, Burgmauern und der riesige Hof. Von dem aus gelangt man in zahlreiche Ausstellungen, die man einzeln oder im Paket buchen kann. Das Paket erspart viel Anstellen.

Mitten in der Altstadt erhebt sich auf einem gewaltigen Kalkfelsen am Ufer der Wawel das gleichnamige Schloss.
Der 228 Meter hohe Wawel im Zentrum von Krakau gehört zu den Wahrzeichen der Stadt.  © Andrea Lehky
Menschen spazieren vorm Wawel Schloss.
Das Schloss Wawel in Krakau besticht vor allem durch seinen prachtvollen, im Renaissancestil gestalteten Arcadenhof. © Andrea Lehky

Wawel-Drache und Drachenhöhle: Krakaus berühmte Legende erleben

Der Legende nach soll am Fuße des Schlossfelsens ein Jungfrauen verspeisender Drache gehaust haben, der von einem schlauen Schuster besiegt wurde (zum Dank bekam er die Prinzessin, eh klar). Die Drachenhöhle kann man besichtigen. Aus Plüsch beherrscht der Drache noch heute die Stadt, ebenso wie die Plüschtauben, die es überall zu kaufen gibt. Sie sollen an tapfere, im Kampf gefallene Ritter erinnern, die ein zweites Leben als Taube geschenkt bekamen. Es müssen sehr viele gewesen sein.

Violetter Plüschdrache.
© Andreas Fürhacker

Hauptmarkt in Krakau: Rynek Główny und die Tuchhallen besuchen

Der Name täuscht. Der Hauptmarkt (Rynek Główny) ist ein riesiger Platz, einer der größten Europas, rund um die früheren Tuchhallen. Er wird umrahmt von Herrenhäusern, Palästen und Kirchen. Zwischen Handwerks-, Souvenir- und Fressständen verbringt man viele kurzweilige Stunden, untermalt von fröhlicher polnischer Volksmusik.

Tag-Bild vom Hauptmarkt in Krakrau.
Der Rynek Główny gehört zu den größten und schönsten mittelalterlichen Plätzen Europas. © Andreas Fürhacker
Blick auf den Hauptmarkt in Krakrau vom Turm aus.
Der gesamte historische Stadtkern steht bereits seit 1978 unter dem Schutz der UNESCO. Blick auf den Platz vom Turm aus.  © Andreas Fürhacker

Kazimierz und jüdisches Krakau: Geschichte, Gedenkstätten und Ausgehen

Wer sich auch ernsten Themen stellen will, besucht die Gedenkstätte des KZ Auschwitz-Birkenau 60 Kilometer westlich von Krakau und danach, etwas versöhnlicher und leichter zu erreichen, die Emaillefabrik von Oskar Schindler (Schindlers Liste). Nichts von dieser schweren Stimmung ist im alten jüdischen Viertel Kazimierz im historischen Zentrum Krakaus zu spüren. Rund um den schönen alten Friedhof reihen sich in pittoresk verfallenen Häusern schicke Bars, gemütliche Cafés und traditionelle Restaurants nebeneinander. Nachts geht es laut zu. Apropos Kulinarik: Die polnische Küche ist so deftig wie köstlich.

Im jüdischen Viertel Kazimierz.
© Andrea Lehky

Polnische Küche in Krakau: Pirogge, Bigos und weitere Spezialitäten probieren

Die polnische Küche ist gehaltvoll. Fleischliebhaber stürzen sich auf Pirogge (Foto), gefüllte Teigtaschen mit glasierten Zwiebeln. Wunderbar auch der Krauteintopf Bigos, der gern im Brotlaib serviert wird. Oder die Kohlrouladen mit Speck! Die kräftigen Suppen! Veganer sollte man in Krakau nicht sein. Auf Diät auch nicht.

Essensfoto: Pieroggi.
Die Pirogge ist eine gefüllte Teigtasche aus Hefe-, Blätter- oder Nudelteig. © Andreas Fürhacker

6 Tipps für einen Autotrip nach Krakau

1. Staus und Baustellen: Die Anreise mit dem Auto kann dauern

500 km Autobahn ab Wien, fünf Stunden Fahrzeit – dachten wir. Es wurden acht anstrengende Stunden. Nicht einmal das Navi sah die zahllosen Baustellen und Staus voraus. Die Bahn ist eindeutig schneller. Was eine klare Empfehlung ist.

2. Parken: Warum ein Hotelparkplatz wichtig ist

Es kam uns schon bei der Buchung verdächtig vor, wie vage die Hotels und Pensionen im Zentrum von Krakau auf die Frage nach einem Parkplatz reagierten. Wir sollten "auf gut Glück" einen suchen. Die Wahrheit ist: Es gibt keine. Was als Parkmöglichkeit ausgeschildert ist, hat gewaltige Tücken, wie sich noch zeigen sollte ...

Verkehrsschilder: Auf dem Zusatzschild steht auf polnisch „Nur für Fahrzeuge mit Zufahrtsberechtigung“.
Parken gegen Gebühr (Płatny) ist erlaubt, denkt man. Doch auf dem Zusatzschild steht "Nur für Fahrzeuge mit Zufahrtsberechtigung". Touristenautos sind nicht gemeint. © Andreas Fürhacker

3. Altstadt und Kazimierz: Zufahrtsverbote für Autos beachten

Kaum hatten wir unser Quartier, eine Pension im malerischen jüdischen Viertel Kazimierz gefunden, stoppte uns auch schon die Polizei. Autos ohne Krakauer Kennzeichen ist die Einfahrt in die gesamte Altstadt untersagt. So steht es auf der Tafel – bloß dass man kein Polnisch kann. Nun drohten Strafen bis umgerechnet 125 Euro, informierte uns der Polizist und verlangte Reisepass, Führerschein und Zulassung (Pass mitnehmen!). Weiters: Namen des Vaters und der Mutter. Das überraschte nun doch, beide sind seit Jahrzehnten tot. Doch mit Polizisten in Krakau ist es wie überall auf der Welt: Sei freundlich zu ihnen, dann sind sie freundlich zu dir. Dieser verzog sich mit meinen Dokumenten in seinen Streifenwagen und kam erst nach längerer Zeit wieder zurück. Alles ok, sagte er, plötzlich ganz freundlich, er müsste mich leider trotzdem strafen, aber nur in der Mindesthöhe von rund 25 Euro. Es klang fast entschuldigend. Auf dem Beleg ist tatsächlich der Name meines Vaters vermerkt. Dazu gab uns der Polizist – er sprach exzellentes Englisch – den gut gemeinten Hinweis, der Strafzettel schütze uns nicht vor neuerlichen Strafen, falls uns beim Ausfahren eine weitere Streife begegnete. Er wies uns auch den Weg zu zwei nahen Parkplätzen. Die waren jedoch voll belegt oder nicht mehr existent.

Ein Foto von einem Strafzettel.
Strafzettel mit dem Namen meines Papas hinter meinem. Der Rest ist nicht zu lesen. © Andrea Lehky

4. Nicht jeder Parkplatz ist ein Parkplatz

Nach angespannter Weiterfahrt und einigen Misserfolgen fanden wir endlich einen überteuerten Apcoa-Parkplatz neben einem Firmeneingang. Ich greife vor: Beim Ausfahren einige Tage später stellte sich heraus, dass der Automat keine unserer Karten und auch kein Bargeld annahm. Er war ausschließlich für Mitarbeiterkarten gedacht. Bei der Einfuhr war das nirgends zu entnehmen. Glück im Unglück: Der nette Herr an der Hotline öffnete uns den Schranken. Gratis.

5. Unterwegs: Straßenbahn statt Fahrrad oder Scooter

Ja, es gibt sie. Aber selten. Grund ist das teils holprige Katzenkopfpflaster in Altstadt und Kazimierz. Die bessere Alternative sind Öffis. Die sind gut und zahlreich.

Blaue Straßenbahn.
© Andreas Fürhacker

6. Kopfsteinpflaster: Feste Schuhe sind Gold wert

Zuletzt: Krakau ist entzückend. Nicht von unseren Erlebnissen abhalten lassen, einfach besser machen: Quartier außerhalb des Zentrums beziehen, Parkplatz zusichern lassen. Der beste Tipp sind richtig bequeme, feste Schuhe auch für die City. Dicke Sneakersohlen gleichen die Bodenunebenheiten aus und machen das Bummeln zum reinen Vergnügen.

Information & Buchung

Städtetrips buchbar im Reise- und Vergleichsportal: www.oeamtc.at/reisen

ÖAMTC-Länderinformationen: Polen.

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Nacht-Foto vom Platz in Krakau.
© Andrea Lehky