La ville d’amour, la ville des lumières. Paris leuchtet – und ganz besonders liebt die Stadt. Ihr Herz gehört der Kunst, dem Essen und den Menschen, die mit verschleiertem Blick Hand in Hand an der Seine spazieren.
Seit meinen Teenagerjahren erwidere ich diese Liebe, aber nach drei Besuchen der Stadt muss ich betonen: Sie hat auch Fehler. Paris ist nicht nur schön und nicht jeder Geheimtipp ist auch wirklich sehenswert. Hier also ein paar Tipps für alle, die noch ihr Herz an die Hauptstadt Frankreichs verlieren wollen.
Tipp vorab: Ein Öffi-Ticket ist ein Muss. Hier kann man aber etwas Geld sparen, indem man das gewöhnliche Wochenticket (Navigo Semaine) anstelle des Touri-Tickets (Paris Visite Pass) kauft. Beim regulären Wochenticket ist aber eine Anmeldung mit Passfoto vonnöten – wer also Stress am Flughafen vermeiden will, sollte das Ticket vorab in Ruhe organisieren.
1. Die Klassiker
So viele Touristen hier auch unterwegs sind, die Klassiker bleiben Must-Dos. Der Eiffelturm, Notre Dame, der Louvre, Sacré-Cœur und der Arc de Triomphe sind alle sehenswert, und es würde einem kleinen Verbrechen gleichkommen, diese Highlights nicht zumindest kurz zu besuchen.
Für all diese Sehenswürdigkeiten gilt für mich allerdings: Reingehen ist nicht unbedingt Pflichtprogramm. Vom Eiffelturm aus sieht man zwar die ganze Stadt, aber logischerweise fehlt der Turm selbst, um das perfekte Paris-Panorama zu erleben. Notre-Dame ist wunderschön und einmal kann man sie gerne von innen sehen – aber hier muss man sich auf Massenandrang einstellen.
Der Louvre hebt sich natürlich vor allem für Kunstfans ab – wer aber nur für die Mona Lisa kommt und sonst eher wenig mit Gemälden am Hut hat, sollte maximal eine "Express-Route" zu den wichtigsten Stücken planen oder gleich nur den wunderschönen Innenhof mit den berühmten Glaspyramiden erkunden.
2. Canal Saint-Martin
Dieses hippe Viertel führt weg vom Postkarten-Paris, bleibt dabei aber wunderbar idyllisch und französisch. Der Kanal selbst lädt zum Verweilen ein, außerdem gibt es eine Bootstour, die sogar zwei Kilometer unterirdisch verläuft. Dazu füllen Boutiquen, Lokale und Cafés die Gegend – und Touristen gibt es kaum.
Tipp für das schnelle Essen zwischendurch: Die winzige Burger-Bude Sold Out Burger
Café-Tipp: Erdnussbutter-Café im Buddy Buddy
3. Vaugirard – der 15. Bezirk
Dieses Viertel ist in Gehnähe zum Eiffelturm, aber trotzdem sehr ruhig und voller Locals. In der Rue de Commerce reihen sich – passend zum Namen – die Geschäfte aneinander. In der Gegend gibt es auch einige Parks, die hauptsächlich von Tauben und Pariser:innen besucht werden. Besonders in den frühen Morgenstunden kommt in einem der Parks, mit Zeitung und Croissant in der Hand, richtiges Paris-Feeling auf.
4. Pont de Bir-Hakeim
Diese Brücke ist ein Filmstar. Sie ist in "Die fabelhafte Welt der Amélie", "Der letzte Tango in Paris" und nicht zuletzt in der bekannten Traumsequenz des Christopher-Nolan-Highlights "Inception" zu sehen. Aber auch ohne den Filmbezug ist die Brücke sehenswert: Ihre symmetrischen Stahlkolonnaden wirken fast tunnelartig, und noch dazu ist der Blick auf den Eiffelturm grandios.

5. Atelier des Lumières
Klassische Kunstmuseen gibt es in Paris zuhauf, und auch die weniger kunstbegeisterten Besucher:innen fühlen sich verpflichtet, sich mit dieser Seite der Stadt auseinanderzusetzen. Eine sehr sympathische Methode, ohne auch nur ein einziges Gemälde auf einer Wand zu betrachten, ist das Kunstzentrum "Atelier des Lumières".
Die Kunst wird hier in Form von immersiven Shows gezeigt, die immer wieder wechseln und auch ganz ohne Kunstinteresse beeindruckend sind. Die "Ausstellungen" laden ein, sich entspannt eine Stunde auf den Boden zu setzen und in den Bildern zu versinken.

6. Friedhof in Montparnasse
Der Klassiker unter den Friedhöfen in Paris ist der Père Lachaise. Wer es jedoch lieber ruhiger möchte, sollte einen Auslug nach Montparnasse unternehmen. Dort sind ebenso Berühmtheiten begraben, zum Beispiel die feministische Autorin Simone de Beauvoir oder der Philosoph Jean-Paul Sartre.
7. Galettes auf der Rue de Montparnasse
In Gehnähe des Friedhofs befindet sich für Fans der pikanten Variante von Crêpes die Rue de Montparnasse. Eine Crêperie folgt auf die nächste, und auch wenn es hier ein paar Touris gibt, finden sich mindestens genauso viele Einheimische. Besonders in der Crêperie de Quiberon sind die Touristen in der Minderheit. Tipp: Unbedingt einen Cidre zur Galette probieren! Und nicht wundern – Cidre wird in kleinen Tassen serviert.
8. Promenade Coulée verte René-Dumont
Für ein bisschen New-York-Feeling mitten in Paris sorgt die Promenade Coulée verte René-Dumont, ein erhöhter Parkwanderweg auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse. Sie ist tatsächlich das Vorbild für die bekannte High Line in New York – und durch ihre deutlich geringere Bekanntheit der viel bessere Spot für einen entspannten Spaziergang.
Kleiner Tipp am Rande
Unwichtig, aber doch nett: Es lohnt sich, mal in den Supermärkten zu stöbern und die Snacks von dort zu kosten. Persönlicher Favorit: die Karamell-Tartelettes von Carrefour.
1. Champs Élysées
Aux Champs Élysées – dort gibt es die Massen. Die Prachtstraße von Paris wird besungen und viel besucht, bleibt für mich aber hinter den anderen Klassikern zurück. Die Luxusgeschäfte sind für den Otto Normalverbraucher sowieso über dem Budget, und bis zum Triumphbogen boxt man sich eher durch, als einen romantischen Spaziergang zu genießen.
Für First-Time-Besucher:innen ist es ein "Vielleicht", nochmal machen braucht man es allerdings nicht.
2. Galeries Lafayette
Auch hier: Es wird kuschelig. Die Kuppel ist wunderschön, generell ist das ganze Einkaufszentrum ein Traum. Aber innerhalb von 10 Minuten bin ich überstimuliert und gestresst mit meinem Chanel-Nagellack ins Freie geflüchtet.
Fazit: Sehenswert, allerdings nur für diejenigen, die kein Problem mit vielen Menschen und Lärm haben. Die Aussichtsplattform am Dach ist aber gratis und bietet einen Top-Blick über die Stadt!
3. Katakomben
Für den etwas düsteren Touch sind die Katakomben genau das Richtige. Die Tour ist interessant und die perfekt geschlichteten Gebeine sind gruselig und beeindruckend zugleich.
Einziger Minuspunkt: Die Katakomben sind gut besucht und auch nicht gerade billig. Bevor sich Paris-Neulinge also in die unterirdischen Gänge der Stadt trauen, wären ein paar andere Sehenswürdigkeiten vorzuziehen.
4. Disneyland Paris
Disneyland Paris ist außerhalb der Stadt, jedoch trotzdem ein beliebtes Ausflugsziel. So magisch der Park auch ist, wer nur kurz in der Stadt ist, sollte ihn lieber ein anderes Mal extra ansteuern. Ein Parkbesuch kostet mindestens einen ganzen Tag und zudem einiges an Geld und Energie.
Für Disney-Fans lohnt es sich natürlich, aber der Zeitaufwand sollte nicht unterschätzt werden.
1. Belleville
Belleville wird in den sozialen Medien immer wieder als charmantes und authentisches Multi-Kulti-Paris verkauft. Bei unserem Besuch wurden wir aber herb enttäuscht: Das Viertel wirkt wie eine der hässlichsten Seiten von Paris, und der vermeintlich schöne Park mit toller Aussicht war eher ein verwahrlostes Stück Natur mit leeren Brunnen, Müll und eher suspekten Besucher:innen. Die besagte Aussicht ist zumindest in den warmen Monaten zu vernachlässigen, da sämtliche Baumkronen die Sicht versperren.
2. Saint-Denis
Gleich vorab: Die Basilika in Saint-Denis ist beeindruckend. Sie gilt als erste voll gotische Kirche, was sie gewissermaßen zum Vorbild von Notre-Dame macht, und beherbergt über 70 Königs- und Königinnen-Gräber mit Skulpturen und Liegefiguren.
Für Geschichtsinteressierte oder Kirchenfans ist die Basilika ein Muss – wer aber nicht so viel mit diesen Dingen anfangen kann, sollte sich den Ausflug gut überlegen. Saint-Denis liegt am äußeren Rand der Stadt, die Fahrt dauert lange, und das Viertel selbst ist ähnlich gemütlich wie Belleville.
3. In der Nähe der Touristen-Hotspots essen
Egal, wie groß der Hunger ist: Bitte nicht einfach in das nächste Lokal direkt neben einer Sehenswürdigkeit stolpern, oder auch nur eine Crêpe von einem der Stände essen. Es ist alles teurer und meistens auch schlechter.
Nur wenige Gassen weiter sieht es finanziell und in Sachen Qualität ganz anders aus. Galettes und Crêpes ohne Touristenmassen finden sich in der Crêperie Gigi und in der schon erwähnten Crêperie de Quiberon. Macarons haben wir bei Gem La Pâtisserie getestet, und bei der etwas rustikaleren La Cantine Lourmel gibt es Bœuf Bourguignon um € 12,90 und Mousse au Chocolat um € 2,50. Außerdem gibt es an jeder Ecke Bäckereien.
Allgemeine Tipps
- Auf die Taschen achten: In Paris wird viel gestohlen. Das heißt aber nicht, dass man ständig Angst haben muss – einfach immer die Tasche nah bei sich haben und achtsam sein, reicht aus.
- Auf viele Stiegen einstellen: Die U-Bahn-Stationen haben kaum Rolltreppen. Wer also nicht gehfit ist, sollte sich eine andere Lösung suchen.
- Französisch sprechen: Es ist zwar gut, die Sprache ein bisschen zu können, aber ich hatte das Gefühl, dass brüchiges Französisch fast schlechter ankommt als gar kein Französisch. Also wenn, bitte einen geraden Satz formulieren, sonst sind die Reaktionen eher wenig begeistert.
- Zeit einplanen: Paris ist sehr weitläufig. In zwei Tagen die Stadt zu besichtigen, ist nur eine Qual. Auf jeden Fall drei Tage einplanen, besser sogar vier.
Information & Buchung
Städtetrips buchbar im Reise- & Vergleichsportal: www.oeamtc.at/reisen
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