Wenn ÖAMTC-Mitglieder unterwegs sind, hält die Schutzbrief-Nothilfe im Hintergrund alle Fäden zusammen. Egal, ob im Krankenhaus in Italien, beim defekten Wohnmobil in den Niederlanden oder beim liegen gebliebenen Motorrad auf der Südautobahn.
Die folgenden Fälle aus den vergangenen Wochen sind höchst unterschiedlich, die Lösung war in diesen Situationen aber immer die gleiche: rasche, koordinierte Hilfe durch den ÖAMTC – samt medizinisch begleiteter Heimholung, Fahrzeugrücktransport oder Weiterfahrt per Clubmobil.
Fall 1: Schlimme Diagnose in Italien
Drei Wochen Urlaub in den Bergen der malerischen Toskana: Hermine R. und Kurt B. wollen die Zeit in Tonda südlich von Florenz genießen und Motive für einen Fotovortrag ablichten. Allerdings: Auf dem Weg nach Florenz bekommt die 74-jährige Niederösterreicherin plötzlich starke Atemnot und Schwindel.
Zunächst hat sie ihren niedrigen Blutdruck im Verdacht. Als die Beschwerden aber stärker werden und sie kaum noch gehen kann, fährt das Paar ins Krankenhaus Empoli. Der erste Verdacht der Ärzt:innen: Angina pectoris, eine Brustenge, bei der das Herz zu wenig Sauerstoff bekommt. Eine Untersuchung der Herzkranzgefäße bringt zwar zuerst Entwarnung, weitere Checks aber eine schlimme Diagnose: Lungenembolie, ausgelöst durch eine Thrombose im rechten Bein. Hermine muss auf der Intensivstation bleiben und ist zunächst nicht transportfähig.
Für ihren Lebensgefährten Kurt ist die Situation ebenfalls schwierig: Was, wenn seine Partnerin länger im Spital bleiben muss? Denn die lange Strecke nach Österreich traut sich der 84-Jährige allein nicht zu. Die rettende Idee kommt per Telefon von Hermines Sohn: Er erinnert die beiden daran, dass sie ja einen Schutzbrief haben.
Nach der Kontaktaufnahme geht alles schnell, denn der ÖAMTC organisiert nun die nächsten Schritte. Die Ärzt:innen in Italien stimmen sich mit der Nothilfe-Zentrale ab, und als Hermine transportfähig ist, beginnt sofort die Rückholung. Ein Team des Grünen Kreuzes Leobersdorf holt zuerst Kurt vom Hotel in Tonda ab und anschließend Hermine aus dem Krankenhaus. Während sie gut betreut im Ambulanzfahrzeug nach Wien gebracht werden, übernimmt ein Club-Mitarbeiter das Auto der beiden.
Nach rund zehn Stunden und mehreren Pausen treffen sie wohlbehalten zu Hause ein – samt Auto und Gepäck. „Die Organisation war schlicht großartig, das Team unfassbar freundlich und souverän“, sagt Frau R. Auch ihr Partner ist überzeugt: „Unser Schutzbrief ist Goldes wert.“
Fall 2: Wohnmobil-Ausfall in den Niederlanden
Im Frühling sollte es für Renate und Walter S. aus Oberösterreich mit dem Wohnmobil an die Nordsee gehen. Kurz vor Groningen in Holland endet die Reise aber abrupt: Im Cockpit des erst drei Jahre alten Fiat Ducato leuchten Warnlampen auf, die Motorleistung lässt nach, und das Ehepaar hält an der Straße an.
Anrufe bei mehreren Werkstätten in der Umgebung verlaufen ebenso erfolglos wie der Kontakt zur Hersteller-Assistance des Fahrzeugs, die in solchen Fällen helfen sollte. Walter S. erzählt: „Also haben wir die Schutzbrief-Hotline des ÖAMTC angerufen. Danach ging’s dann recht schnell.“

Der Club organisiert umgehend den niederländischen Partner-Pannendienst, der den Fehler ausliest und leider keine guten Nachrichten hat: Verdacht auf Getriebeschaden nach erst 13.000 Kilometern. Der Camper wird zu einem gesicherten Firmengelände abgeschleppt, wo Renate und Walter die Nacht im defekten Fahrzeug verbringen. Schon am nächsten Tag fällt die Entscheidung: Das Wohnmobil muss nach Österreich rücktransportiert werden, für das Paar wird darum die Heimreise organisiert.
Per Taxi geht es zuerst ins grenznahe Leer in Deutschland. Dort steht bereits ein Mietwagen bereit, mit dem die beiden heim nach Linz fahren. Der angeschlagene Fiat wird ihnen später per Fahrzeug-Rückholung zur Heimat-Werkstatt folgen. „Wenn alles schiefläuft, kann man sich wenigstens auf den ÖAMTC und den Schutzbrief verlassen“, sagt Herr S. „Es ist wirklich ein gutes Gefühl, beim Club zu sein.“
Fall 3: Bike-Tour nach Kärnten mit Happy End
Kevin Z. aus Wien ist an einem Samstag im Juli mit seinem Sportmotorrad nach Kärnten zu einer Familienfeier unterwegs. Auf der A2 kurz vor Traiskirchen verliert das Bike zunehmend an Leistung, nimmt kein Gas mehr an und bleibt schließlich stehen. Der 35-jährige Finanzbeamte kann die Maschine gerade noch in einer Pannenbucht abstellen, dann folgt der Anruf bei der ÖAMTC Nothilfe 120.

Schon nach rund einer halben Stunde meldet sich Pannenfahrer Daniel Kavitsch bei Kevin: „Ich bin gleich da.“ Diagnose: defekte Kraftstoffversorgung, die nicht vor Ort repariert werden kann. Also wird das Motorrad zu einer am Samstag geöffneten Werkstatt am Wiener Gürtel gebracht.
Kevin steht aber vor einem Problem: Seine Frau und die kleinen Kinder warten in Kärnten auf ihn. Pannenprofi Kavitsch weist ihn darum auf das Clubmobil zur Weiterreise hin – eine Leistung, von der das Mitglied bis dahin nichts gewusst hatte. Der Gelbe Engel organisiert also kurzerhand ein Clubmobil am nahen Stützpunkt Wienerberg und bringt ihn auch noch dorthin.
Trotz der Panne ist Kevin Z. dann nur drei Stunden später als ursprünglich geplant bei seiner Familie in Kärnten – rechtzeitig zur Grillfeier. „Das war wirklich weit mehr Einsatz, als ich jemals erwartet hätte“, bedankt sich das Mitglied.



