Ein ÖAMTC-Mitglied wird nach einem Unfall auf einer Krankentrage versorgt.

Im falschen Gang

Ein folgenschwerer Fahrfehler im Griechenland-Urlaub brachte ein Wiener Clubmitglied in Lebensgefahr. Dank Schutzbrief ging es sicher nach Hause.

Von Christoph Löger,

Ein Moment der Unachtsamkeit von Clubmitglied Heinz P. (66) hat im vergangenen Juli gereicht, um einen Urlaubstag in Griechenland zur lebensbedrohlichen Situation eskalieren zu lassen. Was war passiert?

Der pensionierte Friseur aus Wien ist mit dem Quad auf einem Schotterweg nahe seines Ferienhauses in Pilion ­unterwegs und will dort wenden. Beim Rangieren glaubt er, bereits den Vorwärtsgang eingelegt zu haben, tatsächlich ist aber noch der Retourgang aktiv.

Der Unfall

Herr P. gibt Gas, das schwere Fahrzeug beschleunigt rückwärts, stürzt fünf Meter über eine steile Böschung und landet direkt auf ihm, nachdem er zwischen zwei Felsbrocken zu liegen kommt. Ehefrau Annemarie (62) erinnert sich: "Zum Glück waren sofort Einheimische da, die geholfen, meinen Mann befreit und die Rettung gerufen haben." Purer Zufall außerdem: In der spärlich besiedelten Umgebung ist gerade auch ein Einsatzfahrzeug in der Nähe.

Heinz P. wird erstversorgt und ins 35 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Volos gebracht. Die Diagnose: 17 Rippenbrüche, schwere Verletzungen an Lunge, Schulterblatt und Schlüsselbein sowie Schäden an Wirbelsäule und ­Rückenmark. Noch in der Nacht wird er in künstlichen Tiefschlaf versetzt und beatmet. Seine Frau erzählt: "Ich wusste nicht, ob und wie er wieder aufwacht."

Im Morgengrauen kontaktiert sie die ÖAMTC Schutzbrief-Nothilfe in Wien. Umgehend organisiert der Club eine deutschsprachige Ärztin vor Ort, die die Abstimmung mit dem Spital übernimmt. Frau P.: "Das war enorm beruhigend. Ab da habe ich mich nicht mehr allein gefühlt, was ganz wichtig war."

Ein Ehepaar sitzt gemeinsam in einem Strandcafe.
Heinz und Annemarie P. aus Wien sind Griechenland-Fans.© Privat

Der Schutzbrief hilft

Nach neun Tagen Intensivstation ist Herr P. transportfähig, ein Ambulanzjet bringt den Schwerstverletzten heim nach Wien zur weiteren Behandlung. Frau P.: "Die waren auf die Minute genau pünktlich, dazu extrem professionell und unglaublich menschlich."

Heute ist ihr Mann zurück im Alltag. Er sagt: "Das ist nicht selbstverständlich. Und ich will mir gar nicht vorstellen, wie mein dummer Fehler ohne Schutzbrief ausgegangen wäre."

Die Kosten für die Rückholung per Jet sowie für den Heimflug von Frau P. wurden vom Schutzbrief übernommen.