In Episode 1 der beliebten Fantasy-Sci-Fi-Reihe Star Wars wurden die Podrennen geboren. Tödliche Wettkämpfe in brandgefährlichen Podracern und mittendrin der noch kleine, unschuldige Anakin Skywalker, der sich gegen jede Wahrscheinlichkeit zum Sieg durchkämpft.
Star Wars Galactic Racer nimmt diese Disziplin und baut einen ganzen Arcade Racer darauf: In Landspeedern, Speeder Bikes, Skim Speedern und Podracern geht es in die Galaktische Liga – illegale Rennen, die nach dem Fall des Imperiums entstanden sind.
Ich bin zugegeben mit hohen Erwartungen in das Spiel eingestiegen, die auch größenteils erfüllt wurden – nur leider hat das Spiel für mich im Gameplay ein paar Fehler begangen. Wir haben Star Wars Galactic Racer auf Herz und Nieren getestet.
Factbox
Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2026
Plattformen: PS5, Xbox Series X|S, PC
Preis: € 59,99–79,99
Das kann Star Wars Galactic Racer
- Kampagne: Story-Karriere mit verzweigten Galactic Tours, wechselnden Events und Roguelite-Elementen
- Renn-Events: Klassische Rennen, Zeitprüfungen, Eliminator-Rennen und besondere Mystery Encounters
- Szenarien: Figurenbezogene Herausforderungen mit speziellen Rennzielen
- Arcade: Schnelle Einzelrennen mit frei wählbaren Fahrzeugen, Charakteren und Strecken
- Mehrspieler: Online-Rennen und Multiplayer-Tours für zwei bis zwölf Spieler:innen
1. Perfekte Star-Wars-Vibes
Die Musik, die Fahrzeuge, die Planeten und Strecken – das ist alles genau so, wie ich es mir erträumt habe. Jeder Spielmoment sieht aus wie in den Filmen und fängt wunderbar die Seele dieses Universums ein. Die Figuren stammen teils aus Episode 1, teils sind sie neu erfunden, die Planeten bieten vielfältige Vegetation, und alles ist wunderbar voller Schrott, Gift, Eis oder was auch immer in der Galaxie kreucht und fleucht.
2. Modi
Die Hauptkarriere dreht sich um den neuen Fahrer oder die neue Fahrerin Shade, der/die in die Galaktische Liga einsteigen möchte und Rache an seinem/ihren Gegenspieler sucht. Dieser Modus ist ein klassischer Karrieremodus mit kleinen Story-Elementen, in der strategische Entscheidungen bezüglich des Werdegangs sowie der Bearbeitung der Fahrzeuge getroffen werden müssen.
In den sogenannten "Szenarien" gilt es, quasi Mini-Karrieren durchzuspielen. Hierzu sind wir auf einem konkreten Planeten in der Haut einer anderen Figur und absolvieren ein paar Rennen mit vorgegebenen Zielen.
Im Arcade-Modus befinden sich die schnellen Rennen, die teils mit Nostalgie-Faktor daherkommen: Dabei ist etwa ein Pod-Rennen mit Sebulba auf dem Planeten Tatooine – auf genau der Strecke, die wir aus Episode 1 kennen.
Im Mehrspielermodus können ganze Touren mit Upgrades und Belohnungen absolviert werden, aber genauso gibt es schnelle Rennen in allen Fahrzeugkategorien.
Was gleich auffällt: Die Podrennen werden im Mehrspieler extra gelistet und müssen erst freigeschalten werden. Auch in der Karriere stehen sie nicht als Fahrzeug zur Verfügung. Warum diese Trennung? Die Podracer werden als die "Meisterfahrzeuge" gehandelt und bekommen entsprechend erst später in der Story ihren Auftritt.
3. Die Rennen
Das Herz des Spiels sind natürlich die Rennen, und auch die sind wirklich gelungen. In den Rennen gibt es keine Mini-Map, also fährt man ständig leicht nervös durch die Wildnis, denn Kurven oder Hindernisse sind oft erst spät zu erkennen. Es geht durch enge Höhlen, zwischen Schluchten, und die Gegner sind aggressiv und mit fiesen Kommentaren nie weit weg.
Mit der Zeit erweitern wir unser Fahrzeug mit Fähigkeiten, etwa ein Schutzschild oder Kanonen, schalten neue Renntypen frei und ab einem gewissen Durchschnittslevel geht es ziemlich wild zu. Es ist Adrenalin pur, genau wie es bei galaktischen Rennen sein soll.
Während der Rennen müssen Spielende nicht nur die Strecke, sondern auch den Zustand ihres Fahrzeugs im Blick behalten. Besonders Überhitzung ist ein Thema, wenn wir den speziellen Boost "Ramjet" einsetzen, aber auch Eis oder Säure beeinflussen unser Gerät. Upgrades helfen hier aus, aber auch die Kurventechnik, das Durchhaltevermögen oder die Drifts werden stetig aufgebessert. Dieser technische Aspekt ist dauerpräsent, ohne zu überfordern, und bereichert das Rennerlebnis meiner Meinung nach enorm.
Was bei den Rennen eindeutig fehlt: die Podracer als vierte Fixkategorie. Aus irgendeinem Grund tauchen die Pods in der Karriere zum ersten Mal in Form einer Erinnerung an den aus Episode I bekannten Sebulba auf. Davor gibt es aber keine Spur von den Fahrzeugen.

4. Frustrierende Karriere
Der Karrieremodus bringt spannende Rennen und verlangt strategisches Denken. Wir arbeiten uns von Planet zu Planet, verbessern unser Fahrzeug, reparieren Teile und müssen stets unsere Finanzen im Blick behalten. Dabei kreuzen zwielichtige Gestalten mit dubiosen Deals unseren Weg – und langsam entfaltet sich die Geschichte hinter der Figur "Shade". Alles in einem ein gelungener Modus, der die Energie von Star Wars wunderbar einfängt und grundsätzlich motiviert dranzubleiben.
Nach all dem Lob muss ich aber leider zwei Minuspunkte herausheben, die ich fast als fatal bezeichnen würde: Die teils merkwürdige KI und der frustrierende Aufbau der Karriere.
Die Karriere startet mit einer Qualifikation: Wir absolvieren alle Qualifikationsrennen, um in die Liga einzusteigen und anschließend unseren Konkurrenten zu besiegen. Dann geht es weiter in die Liga, um weitere Rennen zu fahren und schließlich die Geschichte von Shade abzuschließen.
So weit, so gewöhnlich. Das Problem dabei: Um teilzunehmen, bekommen wir zu Beginn einen einzigen Liga-Token, den wir bei einem Game Over im Rennen direkt wieder verlieren. Aber anstatt, wie es sonst üblich ist, das Rennen bei einem solchen Totalcrash zu wiederholen, ist die Chance irreversibel vertan – Spieler:innen werden ganz an den Anfang zurückgesetzt. Also: Alles nochmal von vorne (oder, um etwas Star-Wars Humor reinzubringen: Spiel denselben Song noch mal!)
Das ist, sanft formuliert, etwas frustrierend. Nachdem ich um die zehn Rennen geschafft hatte, dann aber im Finalrennen der Qualifikation scheiterte und an den Anfang zurückgeworfen wurde, wollte ich das Spiel gar nicht mehr öffnen.
Klar, dieses System schafft erhöhten Druck, der von den mit Adrenalin gefüllten Rennen weiter verstärkt wird und die Natur dieses Rennsports widerspiegelt – trotzdem ging mir das sehr auf die Nerven. Besonders da es so wirkt, als ob diese Niederlagen gewollt sind.
Bei jedem Neustart wird man mit abgeschlossenen Missionen und sonstigen Errungenschaften belohnt. Zusätzlich variiert die Stärke der Gegner extrem. Manche Rennen gehen leicht von der Hand, manche sind unmöglich in den Top 3 zu schaffen – komischerweise funktioniert das aber beim zweiten Anlauf problemlos.
Auf diese Art wird natürlich die Spielzeit künstlich hochgetrieben. Fazit: geile Idee, coole Umsetzung, sehr spielerfeindliche Rahmenbedingungen.
5. Mehrspieler mit Tiefe
Der Mehrspielermodus lässt sich ebenfalls sehen. Es gibt es neben schnellen Rennen, wo auch endlich die Podracer auftauchen, eine Mehrspieler-Tour. Diese ähnelt mit den sechs Rennen über mehrere Planeten ein wenig der Hauptstory – es gibt Belohnungen, Fahrzeuge werden verbessert, etc.
Die ersten fünf Events dienen dazu, Credits und Teile zu sammeln, das Fahrzeug gezielt weiterzuentwickeln und sich für das abschließende Championship Race vorzubereiten. Dabei wählen Spieler:innen einen Racer mit eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten sowie ein Fahrzeug, das sie nach jedem Rennen mit Upgrades, Teilen und Fähigkeiten verbessern können. Das war zu Beginn schon etwas viel, aber wenn man schon im Spiel drinnen ist, machen diese Touren richtig Spaß.
Fazit
Star Wars Galactic Racer ist Fluch und Segen zugleich. Die Rennen und alles rundherum erfüllen mein Star-Wars-Herz mit Euphorie, und nicht nur ein Mal bin ich grinsend und staunend durch diese so beliebte Welt gedüst. Die bekannte Strecke auf Tatooine so zu erleben, war einmalig, und auch die eisige Welt von Ando Prime oder die Kristalle auf Crait hinterlassen Eindruck.
Die technischen Details gefallen mir ebenfalls sehr gut und geben den Rennen mehr Tiefe, als ich erwartet hätte. So muss strategisch vor den Rennen entschieden werden, und auch während der Rennen gibt es einige Fähigkeiten, die je nach Geschicklichkeit beim Einsatz über Sieg, Niederlage oder auch einen Crash entscheiden können.
Die Rennen und die Story der Karriere sind sehr gelungen, nur hat mir dieses merkwürdige Spielkonzept des Zurücksetzens sehr die Motivation genommen. Es macht leider keinen Spaß, mehrere Spielstunden beim ersten Mal Scheitern zu verlieren, egal welche technischen Belohnungen am Ende warten.
Die teils stark variierende Stärke der KI wirkt entweder wie ein Bug oder eine bewusste Entscheidung, um eine Wiederholung der Karriere zu erzwingen – beide Varianten verbessern den Eindruck nicht gerade.
Zusammengefasst würde ich das Spiel als Highlight mit einem starken Handicap bezeichnen, das Star-Wars-Fans begeistern und aber auch ein wenig frustrieren wird.
Pros:
- Star-Wars-Vibe perfekt
- Optisch toll
- Lustige und doch anspruchsvolle Rennen
- Technische Details
- Ergänzung von Fähigkeiten und Tuning möglich
Cons:
- Karrieremodus sehr frustrierend
- KI nicht ganz logisch
- Keine Wiederholung von Rennen möglich
- Kein Splitscreen


