Egal, ob verlängertes Wochenende oder Ferien. Eine kurze Auszeit tut allen gut. Wir wollten ein bisschen von allem – Natur, Abenteuer und etwas Ruhe. Fündig wurden wir in Oberösterreich, in der Donauregion, die sich vom Mühlviertel übers Innviertel und bis ins Hausruckviertel zieht.
1. Abenteuer-Spielplatz im Ikuna
Wo Dinos auf Zirkus treffen, Kinder noch so richtig im Freien spielen können und einfach die Umgebung kennenlernen dürfen: Hier warten keine bunt blinkenden Maschinen, sondern frische Luft und Natur. Im Ikuna Naturerlebnispark erleben Familien gemeinsam auf einem 200.000 Quadratmeter großen Areal viele kleine Abenteuer. Ob Mountaincart, Riesenrutschen, Piratenschiff, Trampolin oder Tiere – Klettern, Toben und Entdecken stehen im Fokus der über 100 Spielestationen. In der Wasserwelt geht es darum, Dämme zu bauen und zu pritscheln; in der Piratenwelt kann ein Skelett entdeckt werden. Wer hoch hinaus will, klettert auf den Turm beim Piratenschiff und rutscht anschließend die lange Rutsche hinunter. Für Kinder gilt: Einfach Spaß haben! Für die Eltern: Drückt ein Auge zu – manchmal wird man eben nass und ein bisserl dreckig.
Apropos nass: Neu im Ikuna ist das Erlebnisbad, das Anfang Juni eröffnet hat. Ihm folgt im Herbst ein Hallenbad, das jedoch nur Übernachtungsgästen des Resorts zur Verfügung stehen wird.
Übernachten im Ikuna
Im Ikuna gibt es mehrere Möglichkeiten zu übernachten: vom Campingurlaub im Zelt oder Wohnmobil über Garden Rooms bis zu architektonisch besonderen Gebäuden wie den Sternenchalets. In Letzteren können nachts – wie der Name vermuten lässt – die Sterne direkt vom Bett aus betrachtet werden. Zudem gibt es noch 23 Tipi-Suiten, die an das ursprüngliche "Indianerdorf" erinnern, das früher auf diesem Areal ein beliebtes Ausflugsziel für Kinder war. Darunter war auch Ikuna-Gründer Albert Schmidbauer, dem es nicht nur gelang, in seiner Heimatgemeinde Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch gleich Erinnerungen für künftige Generationen. Denn ein Ausflug in diesen Park macht nicht nur großen Spaß, sondern weckt auch die Lust, wiederkommen.



2. Am Baumkronenweg den Wald entdecken
Etwas mehr Ruhe bietet hingegen die nur zehn Kilometer entfernte Waldentdeckerwelt Kopfing im Innviertel. Bei einem rund zwei Kilometer langen Rundgang durch den Sauwald gibt es einiges zu entdecken. Wir starten die kleine Wanderung vom Restaurant Waldküche aus. Über den Erlebnisspielplatz mit großem Trampolin geht es zum neuen Waldbodenweg. Seit 2026 stehen entlang des Weges gut sichtbare Tierfiguren in Echtgröße. Hinweistafeln informieren dazu über die Waldbewohner und ihre Spuren. Nach der Erkundung des Waldbodens folgt der Baumkronenweg. Rund einen Kilometer führt er in bis zu 15 Metern Höhe retour zum Restaurant. Auch hier, nahe den Wipfeln, finden wir Hinweistafeln mit allerlei Infos über den Wald und sogar Geräusche aus der Tierwelt. Der höchste Punkt mit rund 40 Metern befindet sich am Turm, von dem aus sich ein imposanter Blick auf die Gegend bietet. Info: Der Baumkronenweg ist auch mit leichter Höhenangst gut begehbar, der Turm stellt jedoch eine größere Herausforderung dar. Insgesamt 750 Stufen sind im Verlauf des Weges zu bewältigen.
Übernachten: Wer die Ruhe des Waldes, das Zwitschern der Vögel und die klare Luft länger genießen möchte, kann in luftiger Höhe im Baumhotel oder in einem der Waldzimmer übernachten – ob romantisch zu zweit oder als Familie.
3. Am Bauernhof
Wer es lieber bodenständig hat, der wird am Biohof Stadler im Mühlviertel fündig. Die Familie Stadler betreibt seit Generationen den Bauernhof und gehört zu den Bio-Pionieren in Österreich, denn Opa Otto begann bereits 1978 mit der Bio-Landwirtschaft. Heute wird der Hof von Regina und Thomas Stadler geführt. Ihre fünf Kinder helfen fleißig mit. Auf Übernachtungsgäste wartet ein abwechslungsreiches Programm: von einer Traktorfahrt bis zur Mitarbeit im Kuhstall, das Striegeln von Ponys, dem Finden von Waldschätzen und das Werken in der Kinderwerkstatt bis hin zum Zuschauen bei Jungimker Jakob, dem ältesten Spross der Familie. Zudem profitieren die Gäste im Juli und August auch vom Ferienangebot der Gemeinde Neustift (siehe nächster Punkt).
4. Auf Schatzsuche
Die Feriengemeinde Neustift ob der Donau hat sich für die Gäste ein buntes Familienprogramm ausgedacht, um ihnen die Ferienzeit zu verkürzen. Die Kinder werden dabei von zwei Betreuer:Innen begleitet. Am Programm nehmen mehrere Betriebe teil und arbeiten zusammen, darunter der Biohof Stadler und das Hotel Weiss sowie die Feuerwehr und viele mehr.
Im Familienprogramm ist auch die Suche eines Piratenschatzes anhand einer Schatzkarte enthalten. Ist der Schatz geborgen, dürfen die Kids anschließend am Donauufer am Lagerfeuer Marshmallows grillen.



5. Zillenfahrt auf der Donau
Zum Piratenabenteuer dazu gehört natürlich eine Bootsfahrt. Diese wird stilecht mit Piratenhut in einer Zille auf der Donau unternommen. Die Zille lässt sich aber auch separat buchen, z.B. bei Zillenbau Witti. Dabei kann jeder sein eigener Kapitän sein, denn die handgebauten Holzzillen dürfen nach einer Einschulung auch selbst gesteuert werden.

6. Schokolade kosten
Eine kleiner, feiner Ausflugsort ist auch die Schokoladenmanufaktur Wöss in Pühret bei Neustift. Hier werkt der Chef Kurt Wöss mit Tochter Karina persönlich und zeigt im Rahmen einer Gruppenführung, wie der Eierlikör in die Praline kommt (kosten dürfen davon natürlich nur Erwachsene). Für die Kinder gibt es einen Schokobrunnen mit Früchten, damit der erste süße Hunger gestillt wird. Später wird dann noch eine eigene Schokolade verziert. Spoiler: Gummibärchen-Deko ist besonders beliebt.
Kurt Wöss kreierte übrigens eine spezielle Schokolade, die den Wald und seine Aromen einbindet: die Waldschokolade mit Nougat und Fichtennadeln aus dem eigenen Wald.



- Vom Bäcker zum Chocolatier: Inhaber Kurt Wöss erzählt, wie alles mit Eierlikör-Pralinen im nahe gelegenen Stift Engelszell begann. © Lydia Silberknoll
- Einmal verzieren, bitte: Die Kinder durften die Milchschokolade verzieren. Zur Auswahl standen unter anderem Mandeln, Blüten, Schokolinsen und auch Gummibären. © Lydia Silberknoll
- Die fertigen Tafeln: Die Schokolade ist unter den ganzen Zusätzen kaum noch zu sehen. © Lydia Silberknoll
7. Engelhartszeller Donau-Welt
Ein Stopp lohnt sich in der Engelhartszeller Donau-Welt. Im Außenbereich der Wasserwelt Mini-Donau gibt es den Fluss im Miniaturformat mit einigen Stationen, an denen viel über die Donau gezeigt wird, z.B.: Wie funktionieren die Schleusen, damit Schiffe durchfahren können? Die Kinder können neben und im Wasser spielen und kleine Boote ausborgen. Ein Highlight zum Klettern ist der neun Meter lange Hausen im kleinen Donau-Delta, wo das Wasser auch mit einer Seilfähre überquert werden kann.

Größtes Fließwasseraquarium Österreichs
Unter den Stationen der Engelhartszeller Donau-Welt befindet sich auch das größte Fließwasseraquarium Österreichs. Spannend ist die Ausstellung "Die Aliens kommen – neue Tier- und Pflanzenarten in unserer Heimat", die auf die Problematik eingeschleppter Arten aufmerksam macht. Sie ist im Großaquarium zu sehen. Hier erfahren Besucher:innen Wissenswertes zum größten Fisch der Donau, dem stark gefährdeten Hausen, sowie über die kleinste heimische Störart, den Sterlet, der noch immer im Fluss zu finden ist.

8. Römerfunde im Burgus von Oberranna
Auf der Suche nach Geschichte? In der Ortschaft Oberranna, nur fünf Kilometer von Engelhartszell entfernt, befindet sich der spätantike Römerburgus. Dieser rund 1.700 Jahre alte Grenzposten am Donaulimes ist das am besten erhaltene antike Gebäude Oberösterreichs. Er zählt seit 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Weitere Infos zur Donauregion
Weitere Tipps und Ausflugsziele für Familien in der Donauregion Oberösterreich finden Sie hier: www.donauregion.at/familien

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