Manche Biker finden auf der Rennstrecke ihr Glück, andere im Gelände, wieder andere erfreuen sich vorrangig an der Unkompliziertheit beim täglichen Pendeln. Und dann gibt es da auch noch die große Gruppe all jener, die einfach nur gern unterwegs sind. Tagelang, wochenlang – reisen um des Reisens Wille.
Vor allem an diese genussvollen Kilometersammler richten sich die folgenden Vorschläge. Feine Routentipps für Biker, empfohlen von ÖAMTC-Mitarbeiter:innen vor Ort, allesamt selbst oft und gern mit dem Motorrad unterwegs. In puncto Kurven, Panorama und Gaumenfreuden spielen diese Strecken jedenfalls alle Stückerln.
Ein Tipp in eigener Sache: Der ÖAMTC Routenplaner www.oeamtc.at/routenplaner unterstützt Sie dabei, die optimale Route für Ihre Motorradtour zu finden. Er versorgt Sie nicht nur mit wichtigen Infos zu Maut- und Vignettenkosten, sondern auch zu gesetzlichen Mitführpflichten, aktuellen Stau- und Baustelleninfos, Raststätten sowie Tankstellen mit den besten Kraftstoffpreisen in Österreich u.v.m.
Sollten Sie einen Ausflug über die Landesgrenzen hinaus planen, empfiehlt sich zudem ein Blick in die Länder-Info www.oeamtc.at/laenderinfo. Hier erhalten Sie umfassende Auskunft über Verkehrsbestimmungen, Umweltzonen und Fahrverbote sowie Hinweise zu erforderlichen Personal- und Kfz-Dokumenten, die für eine unbeschwerte Fahrt ins Ausland essenziell sind. Wohin es auch geht, wir wünschen allzeit gute Fahrt!
Die Routentipps finden sich übrigens auch im Motorrad-Extra wieder, das einer Teilauflage der April-Ausgabe des auto touring beiliegt. Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch darin schmökern wollen:
Hier geht´s zum Download der 2024er-Ausgabe.
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Wir wünschen eine gute Fahrt, stets ausreichend Grip und im Idealfall großartiges Wetter.
Tipp 1: Hoch über dem Millstätter See (ca. 150 km)
Diese Route führt vor fantastischer Kulisse in weitem Bogen und mit etlichen Höhenmetern sowie vielen Kurven rund um den Biosphärenpark Nockberge, vorbei an Motorradrouten-Klassikern wie Turracher Höhe und Katschberg. Zusatz-Tipp: Wer die Route deutlich kürzer gestalten will, wählt den Weg über die Nockalmstraße (befahrbar meist von Anfang Mai bis Ende Oktober), die mit ihren 52 Kehren und zahlreichen Kurven ebenfalls zu den bekanntesten Motorradstrecken Österreichs zählt.
Unser Einkehr-Tipp: Hotel Hochschober, Turracherhöhe
Tipp 2: Gemütliche Vier-Seen-Tour (ca. 150 km)
Diese Runde führt an vier der schönsten Kärntner Seen entlang: Ossiacher See, Millstätter See, Faaker See und Wörthersee. Die Strecke verläuft größtenteils über Bundes- und Landesstraßen. Das Highlight: die Parkbucht bei der Kletterwand Jungfernsprung in Döbriach. Von dort aus bietet sich ein atemberaubender Blick über den Millstätter See – perfekt für eine kurze Pause und ein Erinnerungs-foto. Dank der sanften Streckenführung und der landschaftlichen Vielfalt ist diese Tour ideal für alle, die eine genussvolle Ausfahrt bevorzugen.
Tipp 3: Von Kötschach-Mauthen nach Italien (ca. 280 km).
Die Route startet mit einer ordentlichen Portion Kurven über den Plöckenpass nach Paluzza in Italien. Ab nun führt ein Großteil der Strecke durch Friaul, bevor man via Tarvis und Nassfeld wieder nach Österreich kommt. Fahrzeit ohne Pausen: rund sechs Stunden. Zwei Kulinarik-Tipps für unterwegs: In Villa Santina – konkret im Café Moderno – kann man gut und günstig Kaffee trinken und ein Croissant essen. Und wer gegen Ende auch noch gut italienisch Essen gehen will, findet in Tarvis viele Möglichkeiten dazu.
Tipp 1: Die Klassiker im Osten (ca. 170 km)
Diese Route im wunderbaren Alpenvorland inkludiert die legendärsten Kurvenpassagen im Osten Österreichs, kann davor oder danach mit anderen bekannten Strecken fein kombiniert werden. Von Annaberg kommend sind es zunächst die Abschnitte Ochsattel und Kalte Kuchl, danach das Höllental (B27) sowie das Preiner Gscheid, die zu den absoluten Klassikern zählen. Einkehrmöglichkeiten entlang der Route gibt es einige, allerdings wartet mit der „Kalten Kuchl“ in der Kalten Kuchl ein nicht minder bekannter Gasthof (mit riesengroßem Parkplatz) auf vorbeikommende Biker. Bei schönem Wetter und am Wochenende wimmelt es hier geradezu von Zweirad-Enthusiasten.
Unser Einkehr-Tipp: Alpengasthof, Kalte Kuchl
Tipp 2: Klassisches und Weltbekanntes im Osten (ca. 150 km)
Start in Wien, es geht auf der B1 Richtung Purkersdorf, weiter über die B44 nach Untertullnerbach. Via kurvenreichem Irenental erreichen wir Traismauer. In Mautern überqueren wir die Donau mit Blick auf die Weinberge der Wachau. Entlang der L7085 und L7026 geht es nach Gföhl und über die B88 zum Ottensteiner Stausee für eine erholsame (Bade-)Pause. Zurück via L7051 am Kamp entlang bis Krumau, bei Tulln die Donau queren und über Königstetten und Neuwaldegg durch den Wienerwald nach Wien.
Tipp 3: Bis zur Kalten Kuchl (ca. 180 km)
Diese Route vereint einige der bekanntesten Motorradstrecken Ostösterreichs: Helenental, Adamstal, danach die himmlisch schöne Hölle und die Kalte Kuchl. Der Verzehr eines Topfenstrudels im Alpengasthof Kalte Kuchl ist übrigens ähnlich obligatorisch wie jener eines Stücks Sachertorte im Hotel Sacher in Wien. Wer mag, lässt die Tour auf der Rückfahrt bei einem Heurigen im Wiener Umland ausklingen.
Tipp 1: Runde durchs Mühlviertel (ca. 210 km)
Das Mühlviertel gilt immer noch als der Geheimtipp für Tourenfahrer und Genuss-Biker und überrascht mit einem scheinbar unendlichen Straßennetz in abwechslungsreicher Landschaft mit unzähligen geschmeidigen Kurven, wenig Verkehr und vielfältigen Aussichtspunkten, Fotostopps, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten. Die Route selbst führt auch ins Nachbarland Tschechien, vorbei am Moldau-Stausee und bis hinauf nach Krumau, dessen historische Altstadt einen Besuch wert ist. Ebenfalls spektakulär: die Burgruine Waxenberg.
Unser Einkehr-Tipp: Verwöhnhotel Rockenschaub, Liebenau
Tipp 2: Tour mit Schweinsbraten-Tipp (ca. 240 km)
Der Start erfolgt in St. Georgen an der Gusen. Über das kurvenreiche Gusental geht’s Richtung Katzdorf, Pregarten und nach St. Leonhard bei Freistadt. SchweinsbratenFreunde sollten hier einen kurzen Abstecher nach Gutau wagen. Danach weiter über Sandl, Leopoldschlag und Rainbach nach Freistadt, Bad Leonfelden, Helfenberg und St. Johann. Von hier geht’s äußerst kurvig bis nach Gramastetten, weiter nach Linz und zurück nach St. Georgen.
Tipp 3: Auf und ab im Donautal (ca. 97 km)
Diese kompakte Route führt über klassische Landstraßen, durch Wälder und hügelige Landschaften im Hausruck und Mühlviertel. Besonders reizvoll sind die Auf- und Ab-Passagen im Donautal sowie die vielen Anhöhen mit Blick ins Land. Zwei Tipps entlang der Strecke: Der kurvige Abschnitt bei Landshaag, wo auch das legendäre Bergrennen stattfindet. Und das Restaurant Hoamat, ein kulinarischer Hotspot bei Haibach ob der Donau.
Tipp 1: Von der Stadt in die Berge (ca. 180 km)
Von der Stadt Salzburg aus geht’s auf der B159 in die umliegenden Berge. In Werfen trifft man auf die B99 Katschberg Straße, die durch malerische Dörfer im Pongau führt – kurvige, sehr abwechslungsreicher Strecke. Von Bischofshofen führt die Route weiter nach Radstadt im Pongau, anschließend nach Untertauern und über den Tauernpass (1.738 Meter). In St. Michael im Lungau wird die Landesgrenze nach Kärnten überquert, Ziel ist die Turracher Höhe (1.795 Metern). Der Weg dorthin führt über eine wunderschöne Hochgebirgsstraße, tolles Panorama.
Unser Einkehr-Tipp: Restaurant Freiwild, Obertauern
Tipp 2: Gleich zwei Mal am Großglockner vorbei (ca. 200 km)
Los geht’s in Saalfelden, dann weiter über Maria Alm, Dienten, Lend, Bruck an der Großglocknerstraße, Heiligenblut und Mörtschach bis nach Lienz. Und von dort via Matrei und Felbertauern nach Mittersill, schließlich über Zell am See zurück nach Saalfelden.
Zwei Mautstraßen liegen auf dem Weg, die sich aber wirklich auszahlen (Tageskartenpreise für beide zusammen ca. 50 Euro)
Die schönsten Stopps für Pausen sind sicherlich am Großglockner.
Tipp 3: Der Höhepunkt ist der Koppenpass (ca. 230 km)
Bergkulisse und Seeblick – diese Route bietet an Panorama-Möglichkeiten alles, was als typisch österreichisch gilt. Besonders spektakulär ist die Fahrt über den Koppenpass mit seiner schluchtartigen Kulisse. Zwei Kulinarik-Tipps: Freund:innen der Hausmannskost kehren in Hüttau in der Fritztalstube ein. Wer nur Kaffee und Kuchen möchte, dem sei das Café Wiedleite in Bad Aussee empfohlen.
Tipp 1: Eine Grenzerfahrung (ca. 225 km)
Diese Tour führt zu nahezu gleichen Teilen durch die Steiermark und Slowenien, mit dem Motorradstrecken-Klassiker „Soboth“ quasi in der Mitte. Im Vergleich zu vielen hochalpinen Routen im Westen Österreichs ist man hier entlang sanfter Hügellandschaften unterwegs. Diese Panorama-Strecke folgt auf österreichischer Seite mehrheitlich der B69 (der Südsteirischen Grenzstraße). Aufgrund ihrer faszinierenden Kulisse wird sie in Anlehnung an die legendäre Route 66 in den USA auch als österreichische Route 69 bezeichnet.
Unser Einkehr-Tipp: Biker Camp Route 69, Leutschach
Tipp 2: Tour mit Tieren und Volksmusik (ca. 170 km)
Wir beginnen in Graz/Seiersberg, fahren über St. Radegund/Schöckel zum Naturpark Teichalm über Fladnitz weiter zum Plankogel. Tipp: Fans der Volksmusik-Combo Stoakogler fahren nach Gasen ins Stoanihaus-Museum. Von St. Kathrein am Offenegg über Weiz die Apfelstraße nach Stubenberg am See. Hier bietet sich ein Ausflug zu Tierpark und Schloss Herberstein an. Von dort geht’s dann auch schon wieder zurück über Hirnsdorf nach Gleisdorf.
Tipp 3: Ein Best-of steirischer Strecken (ca. 340 km)
Kurven ohne Ende, gute Luft und zwischendurch ein Kaffee mit Aussicht. Genau so soll eine vergnügliche Motorradtour doch sein – und genau das bietet diese Strecke entlang Alpl, Mariazell, Wildalpen, Erzberg, Leopoldsteinersee und Präbichl. Zwei Empfehlungen fürs Auge: Der Abschnitt in den Wildalpen entlang der kristallklaren Salza und der wunderschön gelegene Leopoldsteinersee mit toller Bergkulisse.
Tipp 1: Kleine, feine Fahrt zum Timmelsjoch (ca. 200 km)
Gestartet wird in Innsbruck über das Sellraintal und das Kühtai ins Ötztal über die Timmelsjochstraße bis zur Passhöhe und zur Einkehr ins Top Mountain Crosspoint in Hochgurgl. Interessierte haben dort auch die Möglichkeit, das nach einem Brand erst 2021 wiedereröffnete Museum zu besichtigen. Sollte das Timmelsjoch noch Wintersperre haben (wird ca. Ende Mai/Anfang Juni geöffnet), geht es von hier den gleichen Weg zurück. Ist aber eine Weiterfahrt bereits möglich, dann führt die Route über das Südtiroler Passeiertal sowie den Jaufen- und Brennerpass zurück nach Innsbruck.
Unser Einkehr-Tipp: Top Mountain Crosspoint, Hochgurgl
Tipp 2: Von Innsbruck nach Bayern (ca. 225 km)
Los geht’s in Jenbach, entlang des Achensee nach Achenkirch, weiter Richtung Deutschland nach Wegscheid,
Jachenau, über Walchensee bis Kochel am See. Achtung, mautpflichtige Teilstrecke, 5 Euro, an Sams-, Sonn- und Feiertagen ist die Strecke Richtung Süden für Motorradfahrer gesperrt. Weiter Richtung Großweil, Eschenlohe, Oberau bis Garmisch-Patenkirchen. Via Mittewald, Zirl und Zirlerberg (starkes Gefälle zwischen Leithen und Zirl) nach Innsbruck und wieder retour nach Jenbach.
Tipp 3: Die Drei-Länder-Tour ab Innsbruck (ca. 445 km)
Es braucht schon ein wenig „Sitzfleisch“ für diese lange Runde, da man sieben bis acht Stunden im Sattel sitzt. Die Dauer der Fahrzeit hängt – eh klar – nicht nur von Anzahl und Länge der Pausen ab, sondern auch vom Fahrtag an sich. Montag bis Donnerstag ist das Verkehrsaufkommen entlang der sehr schönen, aber auch sehr beliebten Strecke deutlich geringer.
Tipp für einen Coffee-Stop: Die Tankstelle in Pfunds. Sie ist bekannt für ihren gewaltig guten Espresso.
Tipp 1: Rund ums Ländle (ca. 130 km)
Diese Tour führt auf der L200 vom Rheintal durch den Bregenzerwald nach Warth. Weiter nach Lech am Arlberg, nach Stuben und von dort durch das Klostertal nach Bludenz und der L190 folgend durch den Walgau nach Feldkirch und zurück zum Ausgangspunkt im Rheintal. Wer die „große Tour“ verkürzen will, kann auf Höhe Rankweil von der L190 abbiegen und gelangt auf der L51 durch das charmante Laternsertal und über das Furkajoch ins wunderschöne Walserdorf Damüls. Von hier führt die L193 nach Au in den hinteren Bregenzerwald, dort stößt man auf die L200, auf der man talauswärts ins Rheintal gelangt.
Unser Einkehr-Tipp: Gasthaus "Zum Charly", Furkajoch
Tipp 2: Vom Ländle ins Allgäu und retour (ca. 130 km)
Startpunkt ist Dornbirn, es geht über Langen nach Sulzberg. Der Dorfplatz ist ein idealer Pausenort, die beiden Gasthäuser bieten sehr gute Küche. Weiter geht’s über die Grenze nach Deutschland, durch Oberstaufen und Immenstadt bis nach Fischen im Allgäu. Hier beginnt der Anstieg zum Riedbergpass. Die Straße ist kurvenreich, stellenweise schmal und oft belebt. Nach der Abfahrt geht es über Balderschwang nach Österreich und via Hittisau, Lingenau und Bödele zurück nach Dornbirn.
Tipp 3: Zwischen Österreich und Deutschland (ca. 205 km)
Wer zu Mittag gut und günstig Schweinshaxe essen möchte, sollte die Motorradrunde in Dornbirn starten, um gegen Mittag in Pfronten beim Gasthof Adler zu sein. Rund die Hälfte der Tour führt übrigens durch das Allgäu – über schöne Strecken, etwa den Alpsee entlang, mit weitläufigen Kurven und fast menschenleeren Seitenstraßen. Somit kommt zusammen, was einen schönen Tag am Motorrad ausmacht: eine tolle Landschaft, viele Kurven, üppiges Mittagessen und eine Passstraße mit grandiosem Ausblick.


