Urlaubsstimmung und Hitze treffen auf volle Straßen: Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Österreich zwischen Juni und September. Übermüdung, Dehydrierung und steigende Aggressionen im Stau erhöhen das Risiko deutlich. Wer jetzt ins Auto steigt, sollte wissen, worauf es ankommt.
Gründe und Tipps
KFV-Auswertungen der Jahre 2023 bis 2025 belegen: Fast jeder zweite Unfall mit Verletzten oder Getöteten in Österreich ereignet sich im Laufe von nur einem Drittel eines Jahres. Die Gründe liegen nahe: Das Verkehrsaufkommen steigt deutlich, Fahrer:innen bewältigen ungewohnte Strecken, und Baustellen sowie Staus erhöhen den Stressfaktor. Hinzu kommt die körperliche Belastung durch Hitze. Bereits eine leichte Dehydrierung beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit spürbar und begünstigt Fahrfehler. Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, rät: Schon Tage vor der Abreise die Strecke planen, in Ruhe packen und am Vorabend auf ein gesundes Schlafklima achten.
Bereits eine leichte Dehydrierung kann die Konzentrationsfähigkeit merklich reduzieren und zu Fahrfehlern führen.
Die psychologische Komponente
Hitze wirkt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Sie verstärkt Müdigkeit, Reizbarkeit und Ungeduld – ein gefährlicher Mix im dichten Reiseverkehr. Dichtes Auffahren, abruptes Bremsen oder aggressives Beschleunigen sind typische Folgen. Eine KFV-Befragung aus dem Vorjahr zeigt: 70 Prozent der Befragten empfinden, dass die Spannungen zwischen Verkehrsteilnehmenden in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. Robatsch betont, dass defensives Fahren, ausreichend Abstand und bewusstes Deeskalieren die Sicherheit aller erhöhen. Wer sich nicht provozieren lässt und Konflikte meidet, schützt sich und andere.


