Fiat 500 Sondermodell Torino fährt vorbei.

City-Chic mit Leistungsflaute

Im Test: Fiat 500 Torino – Sondermodell mit Mildhybrid-Motor.

Von Helmut Eckler,

Der Fiat 500 ist primär für Ballungsräume und Kurzstrecken konzipiert: klein, wendig, perfekt für zwei, notfalls auch zu viert und mit kleinem Gepäck. Genau so wie seine größenmäßigen Mitbewerber mit Benzinmotor, deren Zahl immer geringer wird: Fiat Panda, Toyota Aygo X und Kia Picanto.

Das Fiat-500-Sondermodell "Torino" kostet exakt 1.000 Euro mehr als die zweitbeste Ausstattung "Icon" und verfügt zusätzlich über Voll-LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Aluräder und einige spezielle Design-Elemente.

Design top, Nutzwert na ja

Italienische Eleganz im Innenraum, viele sinnvolle Tasten am Lenkrad – auf der Rückseite sind die Wippen für Lautstärke und Senderwechsel untergebracht. Die Klimaanlage ist vollständig mit einer Reihe kleiner Wippschalter steuerbar, die unterhalb des mittigen Touchscreens platziert sind. Um die nervende und häufig falsche Tempo-Erkennung und -Warnung auszuschalten, sind aber einige Touchscreen-Tipper nötig. Die anderen Assistenzsysteme arbeiten anstandslos, Android Auto und Apple Carplay funktionieren kabellos.

Der Sicherheitsgurt läuft bei Fahrer:innen unter 1,70 Meter Körpergröße direkt am Hals entlang, weil der Gurt hoch angesetzt ist. Da würde ein höhenverstellbarer Gurt helfen – oder ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Der ist aber nur in der Topversion "La Prima" serienmäßig oder als Extra im Komfort-Paket der Ausstattungslinie "Icon" zu haben.

Hinten sitzen ist mühsam, denn die Beinfreiheit verdient diese Bezeichnung eigentlich gar nicht. Und das Einsteigen zur Rückbank gleicht beim Dreitürer sowieso fast einer Zirkusnummer. Der Kofferraum? Bescheiden. Wer mehr Stauraum braucht, legt die ungeteilt vorklappbare Rücksitzlehne um – geteilt ist sie ebenfalls nur in der Topversion oder mit dem erwähnten "Icon"-Komfort-Paket.

Mildhybrid mit Schwächen

Das Sechsgang-Getriebe ist knackig zu schalten und hat kurze Schaltwege. Gut so! Denn wegen der langen Getriebe-Übersetzung und der bescheidenen 65 PS bei immerhin 1.055 kg Eigengewicht sind Gangwechsel häufiger notwendig.

Der Dreizylinder-Benziner ist ausreichend kräftig, solange der Cinquecento in seinem Revier bewegt wird. Überholen auf Landstraßen muss aber wohlüberlegt sein, weil er viel Zeit braucht, um so richtig auf Touren zu kommen – und dann wird’s unangenehm laut. Und auf Autobahnsteigungen muss schon mal vom sechsten in den fünften Gang zurückgeschaltet werden, um die erlaubten 130 km/h halten zu können.

Finale Frage

Ist beim Fiat 500 der Elektro-Antrieb nicht doch die bessere Wahl? Angesichts der Fahrleistungen: ja. Allerdings kostet er dann je nach Batteriekapazität 3.500 oder 6.500 Euro mehr.

Fiat 500 Sondermodell Torino in dunkelgrün von der sEite.
© Sebastian Weissinger

Fiat 500 Torino: Preis und technische Daten

Ausstattung: Sondermodell Torino

Preis: € 22.150,– (Listenpreis)

Ab-Preis: € 19.650,– (Basis-Modell Pop)

Antriebsart: Benzin (Mildhybrid)

Motor: 3-Zylinder-Benzinmotor

Hubraum: 999 cm3

Leistung: 48 kW (65 PS) bei 6.000/min

Drehmoment: 92 Nm bei 3.500/min

Antrieb: Front, 6-Gang-Schaltgetriebe

Spitze: 157 km/h

L/B/H: 3.631/1.878/1.532 mm

Radstand: 2.322 mm

Kofferraum: 183/440 l (min/max)

Gewicht: 1.055/395 kg (leer/Zuladung)

Anhängelast: –/– kg (gebremst/ungebremst)

Tankinhalt: 37 l

Normverbrauch: 5,2 l/100 km (WLTP)

Abgasklasse: Euro 6e

CO2-Ausstoß: 119 g/km (WLTP)

Garantie: 2 Jahre

auto touring-Messwerte

Beschleunigung: 18,5 Sekunden (0–100 km/h)

Bremsweg: 49,9 m (aus 100 km/h mit Winterreifen)

Verbrauch: 6,3 l/100 km (auto touring-Normrunde, 35 °C)

Reichweite: 586 km (auto touring-Normrunde, 35 °C)

CO2-Gegenwert: 169 g/km (inkludiert die Emissionen vom
Bohrloch bis zur Tankstelle)