Mann in brauner Jacke steht neben einer türkisfarbenen Vespa vor einer Betonwand und hält eine sprühende Wunderkerze.

Happy Birthday, Vespa

Vespa feiert 80. Geburtstag. Wir drehen eine Ehrenrunde mit dem Sondermodell GTS 310 80th und blicken zurück auf acht besondere Modelle.

Von Alexander Fischer,

Die Geschichte von Vespa begann am 23. April 1946 mit der ­Patenteinreichung für das Modell 98. Vor allem der niedrige Preis, der freie Durchstieg, aber auch die kompakte Antriebstechnik ohne Kette sorgten rasch für eine Begeisterung, die bis heute anhält: 20 Millionen Stück wurden seitdem weltweit verkauft, in Österreich einige Hunderttausend.

Hierzulande startete die Erfolgsgeschichte im Jahr 1964, als die Firma Faber die Generalvertretung für Vespa übernahm – und bis heute besitzt. Wie überaus beliebt die "Vespe" bei österreichischen Rollerfahrer:innen ist, zeigt ein Blick in die Statistik: In den letzten zehn Jahren belegten Modelle der Marke mit zwei (!) Ausnahmen die Top 3 der heimischen Zweirad-Zulassungen. Die Vespa 310 (bzw. ihre Vorgängerin mit 300 Kubik) kam in ­dieser Zeit sogar sechsmal auf Rang eins. Beeindruckend.

Die Vorgängerin hatten wir 2016 im Testfuhrpark, noch ohne ABS und Traktionskontrolle. Lustig zu fahren, aber es bedurfte einer feinfühliger Gashand. Speziell bei widrigen Verhältnissen wie Kälte und Nässe machte sich das Fehlen der beiden assisitierenden Systeme bemerkbar.

Vespa GTS 310 80th: grüner, teurer und gewohnt gut

Zum Achtziger gibt es ein Sondermodell der 310er für 8.699 Euro. Damit ist sie starke 1.300 Euro teurer als die auch schon nicht günstige Standardversion und in Pastellgrün getaucht. Die Farbe soll an die Urahnin erinnern und wurde überall dort verteilt, wo Farbe an einem Roller sichtbar ist – sogar an Spiegeln, Haltegriffen und Teilen der Vorderradfederung. Nur bei der Sitzbank haben sich die Designer für eine Art Hellblau entschieden.

Abgesehen davon gibt’s spezielle Felgen, kleine Jubiläumsplaketten (etwa am Beinschild), ein größeres Display sowie das Vespa-eigene Connectivity-System MIA. ­Allesamt dezente Eingriffe; das quirlige Fahrverhalten, die gut dosierbaren Bremsen sowie die sehr gelungene Fahrwerksabstimmung blieben unverändert. Gut so.

Kurzer Einschub in eigener Sache: Sollten Sie ein Zweirad in dieser Hubraumliga kaufen wollen, aber noch zwischen Automatik-Roller und Schalt-Motorrad hin- und herüberlegen – im Artikel "Schalten oder schalten lassen" haben wir die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst.

Die Pluspunkte der Vespa GTS 310 kurz zusammengefasst:

  • Fahrverhalten
  • Verbrauch
  • quirliger Antrieb
  • gut dosierbare Bremse
  • fein regelndes ABS
  • Fahrwerksabstimmung
  • Werterhalt

Der Minuspunkt der Vespa GTS 310:

  • hoher Anschaffungspreis

Acht Meilensteine aus 80 Jahren Vespa-Geschichte

Von massentauglich bis innovativ, in puncto Design aber immer unverwechselbar.

Technische Daten & Preis: Vespa GTS 310 80th

Preis € 8.699,– Basis-Modell ab € 7.399,–
Motor 4-Takt-Einzylinder, 310 cm3
Leistung 18,4 kW (25 PS) bei 6.500/min
Drehmoment 28,9 Nm bei 5.250/min
Abgasklasse Euro 5+
Normverbrauch 3,2 l/100 km WMTC kombiniert
CO2-Wert 74 g/km
Standgeräusch 83 dBA
Antrieb Riemen, CVT-Getriebe
Bremsen vorne 220-mm-Einscheibe
Bremsen hinten 220-mm-Einscheibe
Sitzhöhe 790 mm
Radstand 1.380 mm
Tankinhalt 8,5 Liter
Reifen vorne 120/70-12
Reifen hinten 130/70-12
Gewicht 163 kg (fahrfertig)
Test-Verbrauch 3,2 l/100 km
Reichweite 265 km
Mann mit schwarzem Helm, Handschuhen und brauner Jacke fährt eine türkisfarbene Vespa mit eingeschaltetem Scheinwerfer durch eine Tiefgarage.
© Sebastian Weissinger