Der Fahrer bedient im Auto ein Navigationsgerät.

Studie: Kann man dem Navi wirklich vertrauen?

Wie zuverlässig führen digitale Routenhelfer wirklich – und warum haben sieben von zehn Fahrer:innen schon schlechte Erfahrungen gemacht?

Von Jakob Stantejsky,

Fast alle österreichischen Autofahrer:innen nutzen ein Navigationsgerät – doch blindes Vertrauen schenken sie ihm selten. Laut einer aktuellen Trendumfrage von AutoScout24 unter 500 Befragten greift nahezu jede befragte Person zumindest gelegentlich zum Navi, ein Drittel sogar auf den meisten Fahrten. Die Umfrage führte Integral Markt- und Meinungsforschung im Jänner 2026 durch.

Die beliebtesten Funktionen

Besonders häufig navigieren Jüngere digital: Bei den unter 30-Jährigen schaltet fast jede Zweite – 49 Prozent – das Gerät für den Großteil der Fahrten ein. Auch Wiener:innen sind überdurchschnittlich oft mit Navigationshilfe unterwegs; 48 Prozent gaben das an. Die meistgenutzte Funktion bleibt die Sprachansage: 56 Prozent bevorzugen gesprochene Hinweise gegenüber einer reinen Kartendarstellung ohne Sprachführung (31 Prozent). Ebenfalls gefragt sind aktuelle Verkehrs- und Stauinformationen (54 Prozent), die Anzeige der erlaubten Geschwindigkeit (51 Prozent) sowie Vorschläge für schnellere Ausweichrouten (40 Prozent). Seltener genutzt werden Warnungen vor Gefahrenstellen (34 Prozent), Hinweise auf Radarboxen (28 Prozent), Informationen zu Tankstellen oder Rastplätzen (25 Prozent) und Offlinekarten (21 Prozent).

Probleme stören das Vertrauen

Das Vertrauen in die Technik hält sich in Grenzen. Nur 13 Prozent folgen der vorgeschlagenen Route vollständig – ebenso viele haben bereits negative Erlebnisse gehabt und checken die Strecke vor jeder Fahrt. 18 Prozent halten sich trotz eingeschaltetem Navi überwiegend an die Beschilderung. Die größte Gruppe, 57 Prozent, folgt den Ansagen zwar prinzipiell, ein gewisses Gefühl der Unsicherheit bleibt aber bestehen. Und das nicht ohne Grund: Sieben von zehn Navi-Nutzer:innen haben bereits Probleme mit der vorgeschlagenen Route erlebt. 30 Prozent landeten auf ungeeigneten Wegen, rund ein Viertel wurde über unnötig lange oder umständliche Strecken geleitet oder durch enge Gassen geschickt, obwohl einfachere Alternativen bestanden hätten. Fast jede:r Fünfte erhielt falsche oder widersprüchliche Anweisungen, 17 Prozent wurden sogar in eine falsche Straße gelotst. Bei 14 Prozent schätzte das Navi die Verkehrslage falsch ein, bei 12 Prozent führte ein nicht korrekt erkannter Standort zu einer fehlerhaften Routenberechnung.

Um derartige Schwierigkeiten während der Fahrt zu vermeiden, empfiehlt es sich vor allem vor längeren Fahrten, die Route vorab im ÖAMTC Routenplaner zu prüfen. Der wird laufend mit aktuellen Daten versorgt und ist somit bestens im Bilde über Baustellen, Umleitungen und ähnliches.