Ein Mann sucht mit einem Ladekabel in der Hand eine Ladestation mitten im Nirgendwo.

Informationsoffensive für die E-Mobilität

Mobilitätsminister Peter Hanke präsentiert die Kampagne "Keine E-ngste mehr!" und will in Österreich mit Vorurteilen und Falschwissen rund um E-Mobilität aufräumen.

Von Jakob Stantejsky,

Ab Juni 2026 rollt das Mobilitätsministerium die bundesweite Informationskampagne "Keine E-ngste mehr!" aus – und liefert Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Elektromobilität. Das ist offensichtlich bitter nötig: Eine repräsentative Umfrage von market mind GmbH im Auftrag des Mobilitätsministeriums im Mai 2026 unter 1.000 Österreicher:innen zeigt: Viele unterschätzen, wie weit E-Autos fahren, wie schnell sie laden und wie günstig sie im Betrieb sind. Zwar lässt die Skepsis langsam nach, denn laut Studie haben nur mehr 28 Prozent eine ablehnende Haltung gegenüber elektrischen Fahrzeugen, während bereits 43 Prozent positiv eingestellt sind. Doch das Mobilitätsministerium sieht offenbar noch weiteren Handlungsbedarf.

Die größten Irrtümer rund um E-Autos

Die Studie legt klare Wissenslücken offen. 65 Prozent der Befragten glauben, die durchschnittliche Reichweite eines E-Autos liege unter 400 Kilometer – laut Mobilitätsministerium erreichen die beliebtesten Modelle des Vorjahres aber bereits rund 400 Kilometer Realreichweite, aktuelle Fahrzeuge sogar mehr. Welche Modelle das genau sein sollen, bleibt offen – auf der auto touring-Normrunde schaffen aktuell nur wenige E-Autos eine Reichweite auf diesem Niveau bei Realbedingungen. Laut WLTP-Zyklus sieht es freilich anders aus, hier sind mehr als 400 Kilometer tatsächlich weit verbreitet.

Beim öffentlichen Ladenetz schätzen 59 Prozent die Versorgung als unzureichend ein. Dabei zählt Österreich derzeit über 35.000 öffentliche Ladepunkte und verzeichnete 2025 den drittgrößten Zuwachs beim Ausbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur in der EU. Besonders auffällig: Fast 90 Prozent der Befragten unterschätzen die Ladegeschwindigkeit – 44 Prozent gehen davon aus, dass ein Schnellladevorgang auf 80 Prozent länger als eine Stunde dauert. Laut Fachleuten reichen dafür mit modernen E-Autos rund 30 Minuten.

Die Kampagne im Überblick

Wer ein Elektroauto bereits kennt, denkt anders. Die Studie zeigt eine eindeutige Diskrepanz: Personen mit Zugang zu E-Fahrzeugen bewerten Betriebskosten, Ladegeschwindigkeit und Ladenetz deutlich positiver als Fahrer:innen von Verbrennern. Persönliche Erfahrung baut Vorbehalte nachweislich ab. Die Kampagne „Keine E-ngste mehr!" soll genau hier ansetzen: Sie benennt die drei häufigsten Bedenken – Laden, Kosten und Batterie – und soll sie mit Fakten entkräften und so breitere Akzeptanz schaffen. Sie wird österreichweit über Plakat, TV, YouTube und soziale Medien laufen. Gleichzeitig wurde die Website emove-austria.gv.at überarbeitet; die neue Unterseite keine-e-ngste.gv.at bündelt alle relevanten Fakten zu den adressierten Bedenken.