Der Münchner Versicherungskonzern Allianz begleitet die Google-Tochter Waymo beim Eintritt in den europäischen Markt: Die Tochtergesellschaft Allianz Partners übernimmt die Versicherung der fahrerlosen Waymo-Flotte, wickelt Schäden ab und plant zusätzliche Leistungen wie die Bergung von Fahrzeugen. Beide Unternehmen gaben die Kooperation am 16. September bekannt.
München als Startpunkt
Die Partnerschaft läuft zunächst drei Jahre. Neben dem Versicherungsgeschäft wollen Allianz und Waymo gemeinsam zu Sicherheitsfragen, Schadentrends und Risiken rund um autonome Fahrzeuge forschen. Waymo hatte Ende August angekündigt, München als ersten europäischen Standort zu wählen. Den kommerziellen Betrieb strebt das Unternehmen für Ende 2027 an; erste Testfahrten sollen bereits im Herbst stattfinden. In den USA rollen fahrerlose Autos von Waymo bereits in mehreren Städten. In Deutschland erprobt die Volkswagen-Tochter Moia ihr Robotaxi derweil in Hamburg, weitere Städte sollen folgen. Auch Rimac hat einen autonomen Ableger: Verne ist seit letztem Frühling in Zagreb als autonomer Taxidienst am Start.
„Autonome Mobilität und künstliche Intelligenz zählen zu den bedeutendsten Veränderungen, die unsere Branche in den kommenden Jahren prägen werden.“
Offene Fragen
Für Versicherer ist autonomes Fahren echtes Neuland. Jahrelang stritten Experten darüber, wer bei Unfällen mit selbstfahrenden Fahrzeugen die Verantwortung trägt – Hersteller oder Halter. Besonders in Europa ist diese Frage ein großes Hindernis für die flächendeckende Einführung von autonomen Fahrdiensten. Fachleute gehen davon aus, dass Robotaxis seltener Unfälle verursachen als menschliche Fahrer, dass aber die Kosten einzelner Schäden deutlich höher ausfallen könnten. Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann betont, wie tiefgreifend diese Technologie die gesamte Branche umformen wird – und dass es vor allem darum gehe, den Fahrgästen jederzeit ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.



