Drei Rehe queren eine Straße im Herbst

So schnell kann’s gehen

Nach einem Wildschaden organisiert der Schutzbrief für ein Clubmitglied die Heimreise per Clubmobil und den Rücktransport seines beschädigten Fahrzeugs.

Von Christoph Löger,

Ein sonniger Freitagvormittag im vergangenen Juli: Der Salzburger Wolfgang S. ist mit einem Freund auf dem Rückweg von einem Festival in Ungarn. Nach einer Rast in Nickelsdorf (Burgenland) soll es zurück zur Autobahn gehen. Auf der Landstraße dorthin passiert’s: Aus dem Gebüsch neben einer langen Geraden auf der Landstraße springt plötzlich ein Rehbock. "Trotz einer Vollbremsung konnte ich den Unfall nicht mehr vermeiden", erzählt der 62-Jährige.

Der Aufprall hinterlässt deutliche Spuren an seinem zehn Jahre alten VW-Bus: Stoßstange, Grill, Scheinwerfer und Kotflügel sind stark beschädigt, ebenso der Kühler, aus dem Kühlwasser rinnt. Eine Weiterfahrt ist ausgeschlossen.

Die kaputte Front eines VW Bus nach einem Wildschaden
Resultat des WIldwechsels: ein havarierter VW Bus. © Privat

Die Folgen

Während sein Begleiter vorschriftsmäßig sowohl Polizei als auch Jägerschaft verständigt, ruft Wolfgang den ÖAMTC und seine Versicherung an. Er weiß schließlich, dass in seinem Schutzbrief auch Wildschadenhilfe inkludiert ist.

Die Polizisten treffen ein, nehmen den Unfall auf, ein Jäger sucht mit seinem Hund nach dem verletzten Tier und erlöst es von seinen Qualen. Für Wolfgang und seinen Freund geht es jetzt aber vor allem darum, möglichst rasch nach Hause zu kommen, denn sein Mitfahrer will am nächsten Tag selbst auf Urlaub fahren.

Das Problem: In der direkten Umgebung der Unfallstelle sind alle ÖAMTC-Clubmobile zur Weiterreise vergeben. Die Mitarbeiterin in der Nothilfezentrale sucht dennoch weiter nach einer Lösung – und findet schließlich ein freies Fahrzeug am Club-Stützpunkt Wien-Süd.

"Ich hatte sofort das Gefühl, nicht nur ein anonymer Schadenfall zu sein", sagt Wolfgang. "Von Anfang an hat sich jemand persönlich darum gekümmert, dass wir möglichst rasch weiterkommen."

Schnelle Hilfe

Mit einem Taxi fahren die beiden deshalb direkt von Nickelsdorf nach Wien. So können sie auch gleich das Gepäck und ­ihre persönlichen Sachen unkompliziert mitnehmen. In Wien übernimmt Wolfgang dann das Clubmobil und kann sofort nach Salzburg weiterfahren. Wenige Tage später tritt auch der beschädigte VW-Bus seine Rückreise quer durch Österreich auf einem Sammeltransport an – bis zur Heimat-Werkstatt in Salzburg.

Alle Kosten für Taxi, Weiterreise und Fahrzeug-Rückholung wurden selbstverständlich vom Schutzbrief übernommen.

Für Wolfgang ist die Sache mehr als eine gelungene Soforthilfe durch den Schutzbrief: "Die Leute melden sich oft nur, wenn etwas nicht funktioniert. Aber wenn Hilfe so gut organisiert ist wie in unserem Fall, sollte man das genauso sagen."