Ein Mann mit Baseballkappe nutzt sein Handy, während er Auto fährt.

Jeder dritte Unfall wegen Ablenkung

Die Zahlen der Asfinag sprechen eine klare Sprache: Auf den Autobahnen gingen im Jahr 2025 bei 2.173 Unfällen mit verletzten Personen 669 auf das Konto von Ablenkung oder Unachtsamkeit.

Von Jakob Stantejsky,

Diese Zahl entspricht knapp einem Drittel aller Unfälle auf österreichischen Autobahnen. 20 Menschen verloren dabei ihr Leben. Ebenfalls negativ: Damit stieg die Anzahl dieser Unfälle im Vergleich zu 2024 um 41 Fälle an. Besonders auffällig ist, dass 337 der 669 Ablenkungs-Unfälle als Auffahrunfälle auf stehende oder fahrende Fahrzeuge eingestuft wurden – ein deutliches Zeichen dafür, dass Lenkerinnen und Lenker den Blick von der Fahrbahn abwenden.

Baustellenabschnitte besonders anfällig

Auch regional zeigt sich ein einheitlicher Negativtrend: In Niederösterreich kletterte die Zahl der Ablenkungs-Unfälle von 176 auf 189, in Oberösterreich von 84 auf 112, in der Steiermark von 83 auf 103 und in Tirol von 69 auf 80. In Baustellen-Abschnitten fällt der Anteil noch gravierender aus: 89 von 218 Unfällen, also fast 40 Prozent, entstanden dort durch Ablenkung.

KI als Lebensretter?

Noch beunruhigender wirkt der erste Blick auf das laufende Jahr 2026: Von den bisher 17 Menschen, die auf Autobahnen ums Leben kamen, starben acht infolge von Ablenkung — das entspricht annähernd 50 Prozent.

Der Arbeitsplatz Straße zählt ohnehin zu den gefährlichsten Arbeitsumgebungen – wie der tödliche Unfall eines Asfinag-Mitarbeiters in Kärnten vor wenigen Wochen erneut verdeutlichte. Um Straßenarbeiterinnen und -arbeiter künftig besser zu schützen, testen Asfinag und ÖAMTC aktuell gemeinsam ein KI-gestütztes Kollisionswarnsystem. Eine Kamera erfasst herannahende Fahrzeuge ab rund 300 Metern, analysiert deren Fahrtrichtung und schlägt rechtzeitig Alarm, wenn eine Kollision droht.