Verschiedene Automodelle nebeneinander auf einem Parkplatz.

Gebrauchtwagenpreise fallen

Die seit der Corona-Pandemie konstant hohen Preise für Gebrauchte sind im ersten Halbjahr 2026 spürbar gesunken. Welche Segmente besonders profitieren und wie sich die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos entwickelt.

Von Jakob Stantejsky,

Der österreichische Gebrauchtwagenmarkt entwickelt sich, erstmals seit Corona, aktuell klar zugunsten der Käufer. Im Juni 2026 wechselten Gebrauchtwagen laut dem aktuellen AutoScout24-Preisindex im Schnitt für 28.085 Euro den Besitzer – um 991 Euro weniger als noch zu Jahresbeginn. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2025 lässt sich sogar eine Ersparnis von rund 1.600 Euro erzielen, was einem Rückgang von 5,4 Prozent entspricht.

Die einzelnen Segmente im Überblick

Besonders stark sanken die Preise bei Sportwagen: Ihr Durchschnittspreis fiel seit Jänner um 5.217 Euro beziehungsweise 6,54 Prozent auf 74.555 Euro – der größte Rückgang aller Fahrzeugklassen im ersten Halbjahr 2026. Doch auch die alltagstauglichere Mittelklasse verbilligte sich spürbar: Der Durchschnittspreis sank um 1.454 Euro auf 24.490 Euro, ein Minus von 5,60 Prozent. Fahrzeuge der Oberklasse kosten nun im Schnitt 58.037 Euro, das sind 3.358 Euro (5,47 Prozent) weniger als zu Jahresbeginn. Die obere Mittelklasse liegt bei 30.042 Euro (minus 3,66 Prozent), SUVs und Geländewagen bei 33.685 Euro (2,86 Prozent). Vans und Kleinbusse verzeichneten einen Rückgang um 2,77 Prozent auf 25.791 Euro.

Für besonders preisbewusste Kunden leider weniger erfreulich: Die kleinsten Fahrzeuge profitieren am wenigsten von dem grundsätzlich erfreulichen Trend. So kosten Kompaktklasse-Fahrzeuge mit durchschnittlich 20.278 Euro nur 1,47 Prozent weniger und Kleinwagen blieben mit durchschnittlich 14.552 Euro sogar nahezu stabil.

E-Autos werden gefragter

Parallel zu den sinkenden Preisen verschiebt sich die Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt deutlich in Richtung Elektromobilität. Seit Jahresbeginn stieg das Interesse an gebrauchten Elektroautos auf AutoScout24 um 40 Prozent. Gleichzeitig verloren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor an Zugkraft: Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen sank um 20 Prozent, jene nach Benzinern um 15 Prozent. Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und ein wachsendes Kostenbewusstsein treiben immer mehr Käuferinnen und Käufer in Richtung Elektroantrieb.