Nichts stört so sehr wie plötzliche Warnrufe und dauernde Kommentare zum Fahrstil. Das belegt eine Umfrage von AutoScout24 unter 500 österreichischen Autofahrer:innen. Bemerkenswert dabei ist, dass sich gleichzeitig die große Mehrheit der Befragten selbst als ruhige, zurückhaltende Beifahrer:innen einschätzt – ein offensichtlicher Widerspruch. Aber gut, schließlich gaben im Rahmen der Kfz-Studie 2026 der Wiener Städtischen auch 83 Prozent aller Autofahrer:innen an, selbst sehr gut bis gut zu fahren. Selbsteinschätzung ist eben ein schwieriges Thema.
Was am Steuer am meisten nervt
Laut der im Jänner 2026 durchgeführten Studie nennt die Hälfte aller Befragten grundlose Warnrufe als größtes Ärgernis. Knapp dahinter folgt das ständige Kommentieren des Fahrstils. Ungefragte Hinweise zu Verkehrsregeln stören rund ein Drittel der Fahrer:innen. Sichtbare Nervosität oder Mitbremsen bei Manövern empfinden 27 Prozent als störend, das häufige Bedienen von Radio oder Klimaanlage durch Beifahrer:innen 22 Prozent. Ablenkendes Reden in heiklen Situationen, laute Handygeräusche sowie Krümeln und Kleckern beim Essen landen ebenfalls auf der Ärgernisliste – jeweils zwischen 18 und 21 Prozent der Befragten nennen diese Punkte. Ungefragtes Eingreifen in die Navigation stört 18 Prozent.
Große Unterschiede
Auf der Beifahrerseite zeigt sich ein anderes Bild: 42 Prozent der Befragten beschreiben sich selbst als "gemütliche Mitfahrer:innen", weitere 35 Prozent als "vorsichtige Beobachter:innen". Nur 1 Prozent bezeichnet sich als dauerhaft alarmiert. Beim Blick auf Geschlecht und Alter treten klare Unterschiede zutage. Frauen stören sich deutlich häufiger an Fahrstil-Kommentaren (59 Prozent) als Männer (39 Prozent). Männer reagieren hingegen empfindlicher auf Eingriffe in Bordtechnik wie Radio oder Klimaanlage: 27 Prozent der Männer nennen das als Ärgernis, bei Frauen sind es 17 Prozent. Jüngere zwischen 18 und 29 Jahren zeigen sich bei vielen klassischen Ärgernissen gelassener als ältere Gruppen – eine Ausnahme bildet die Navigation: 27 Prozent der Jüngsten ärgern sich über falsches Navi-Bedienen, bei den 50- bis 69-Jährigen sind es nur 8 Prozent.



