Das BMW Group Werk Steyr baut seine Stellung in der Elektromobilität gezielt aus: Bis 2029 entsteht dort eine neue Fertigungslinie für Inverter-Komponenten – das elektronische Kernstück moderner Elektroantriebe. Mehr als 100 Millionen Euro fließen in neue Produktionsanlagen, einen eigens errichteten Sauberraum und die dazugehörige Infrastruktur. Damit übernimmt Steyr künftig auch die Kontrolle über einen zentralen Teil der eigenen Lieferkette.
Der technische Hintergrund
Im Zentrum der Investition steht das sogenannte Leistungsmodul – ein hochkomplexes Bauteil, das im Inverter des Elektromotors sitzt und dort die Energieumwandlung steuert. Bisher lieferten externe Partner dieses Modul zu; ab Sommer 2029 montiert das Werk es selbst aus zehn Einzelteilen. Dafür setzt Steyr zwei Fertigungsverfahren ein, die die BMW Group bislang noch an keinem ihrer Standorte eingesetzt hat: Großflächenlöten und Ultraschallschweißen. Parallel dazu optimiert das Werk laufende Produktionsprozesse rund um die Gen6-Elektromotoren, deren Serienproduktion im Sommer 2025 anlief.

Strategische Überlegungen
Hinter der Investition steckt auch eine klare strategische Überlegung: Wer Halbleiter und andere Schlüsselkomponenten selbst verbaut, kann Lieferanten weltweit flexibel auswählen und bleibt weniger anfällig für Engpässe in geopolitisch heiklen Märkten. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Landeshauptmann Thomas Stelzer unterstützen das Vorhaben; beide verwiesen auf die österreichische Industriestrategie 2035, die genau solche Investitionen in Schlüsseltechnologien fördern soll. Das Werk Steyr beschäftigt heute rund 4.700 Menschen und liefert jährlich über 1,2 Millionen Motoren – Benziner, Diesel und Elektromotoren – an BMW-Fahrzeugwerke weltweit.




