Formel 1, Rallye oder Motocross – wer Rennen fahren will, braucht eine Lizenz von der Austrian Motorsport Federation (AMF). Und diese stellt Michaela Landauf seit 1987 aus. Als sie mit 19 Jahren in die Rennsportwelt einstieg, war ihr Motorsportwissen überschaubar. Doch sie lernte rasch dazu, setzte sich in der männerdominierten Welt durch und verschaffte sich Respekt. Heute liebt sie den Motorsport und kennt viele Größen der Szene persönlich. Sie erzählt von ihrer Arbeit zwischen Büro und Rennstrecke sowie Herausforderungen.
1. Was genau sind deine Aufgaben?
Alle, die in Österreich an einer Motorsportveranstaltung teilnehmen wollen, brauchen eine gültige Lizenz. Auch die Lizenzen fürs Ausland bearbeitet meine Kollegin mit mir. Zudem kümmern wir uns um Funktionärsausweise, Nachwuchsakademien auf internationaler Ebene und die Koordination mit Weltverbänden wie FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) und FIM (Motorradweltverband). Ich bin auch häufig vor Ort und unterstütze die Veranstalter bei der Abnahme und administrativen Aufgaben.

2. Was sind die größten Herausforderungen?
Die Hochsaison dauert von Dezember bis Mai, da alle Lizenzen nur für ein Kalenderjahr gelten. Fahrer:innen müssen zum Arzt gehen, Unterlagen hochladen und die Bearbeitungsdauer berücksichtigen, die in Spitzenzeiten bis zu zwei Wochen dauern kann. 2025 stellten wir zu zweit 3.451 Lizenzen aus. Seit drei Jahren läuft der gesamte Antragsprozess online, doch wir prüfen weiterhin jedes Dokument manuell.
3. Wie verlief dein Start in die Rennwelt?
Ich bewarb mich in mehreren Abteilungen des ÖAMTC. Der damalige AMF-Chef war der Erste, der antwortete (lacht). Wir stellten die Lizenzen noch auf der Schreibmaschine aus, die ich zu Rennen mitnahm, und mit der FIA und FIM kommunizierte ich per Telex. Zu Beginn war es als junges Mädel oft nicht einfach, den alteingesessenen Herren zu sagen, was sie machen sollen. Aber ich war viel vor Ort, knüpfte Kontakte und wurde sichtbar – das zahlte sich aus.

4. Wie oft bist du bei Rennen anwesend?
Relativ häufig, aber nicht mehr wie früher rund 40 Wochen im Jahr. Ich könnte keine Rennen fahren, aber ich mag den Zusammenhalt, das Miteinander und einfach diesen Geruch.
Typischer Tagesablauf Renntag Rallye
Beginn: 7.00 Uhr. Administrative Abnahme (d.h.: Überprüfung der Unterlagen wie z.B. Lizenzen); Infos an die Zeitnahme für die Startliste weitergeben. Besprechung mit Fahrern und Veranstaltern.
Ab Rennbeginn: Alle Funktionäre mit aktuellen Unterlagen versorgen.
Abends: Warten, bis alle Autos sicher im Parc Fermé sind. Neue Startliste für nächsten Tag veröffentlichen; Organisatorisches erledigen.
Ende: 23 Uhr.

Zur Person: Michaela Landauf
Geboren: 1967 in Wien.
Ausbildung: Lehre Bürokaufmann
Beim ÖAMTC seit 1987. Beginn als Sachbearbeiterin bei der OSK (Obersten Nationalen Sportkommission für den Motorsport, jetzt AMF), zuständig für Lizenzen. Aktuell im AMF-Büro im ÖAMTC-Mobilitätszentrum Erdberg tätig.
Aufgaben: Ausstellung von Motorsportlizenzen, Abnahme vor Ort, Termin-Koordination, organisatorische Aufgaben u.v.m.



