Die Preisspirale dreht sich. Bei den E-Autos aber erfreulicherweise nach unten. Immer mehr kleine und leistbare Fahrzeuge werden angeboten. Endlich! Mit Angebotspreisen bei Finanzierung werden elektrische Neuwagen sogar schon für 20.000 Euro auf den Markt geworfen.
Wir haben sieben zum Teil ganz neue Modelle getestet und stellen die Konzepte, von Citroën bis VW, auf den folgenden Seiten vor. Ein Grund für die günstigeren Preise sind die gesunkenen Kosten für die Batterien. Das Fraunhofer-Institut schätzt, dass komplette Batteriesysteme zwischen 2020 und 2025 um ein knappes Viertel billiger wurden. Kostete eine Kilowattstunde Akkukapazität vor sechs Jahren noch rund 185 Euro, so sanken die Kosten 2025 auf 130 bis 140 Euro.
Doch die Akku-Technologien werden auch vielfältiger. Immer öfter kommen die günstigeren Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) zum Einsatz. So ist der VW ID. Polo im Basismodell mit kleinem Akku (37 kWh) mit einer LFP-Batterie ausgestattet, während der ID.Polo mit großem Akku (55 kWh) die klassische Lithium-Ionen-Technik NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) nutzt.
E-Auto-Zulassungen entwickeln sich rasant
Die neuen Modelle treffen nun auch auf eine immer größere Nachfrage, befeuert durch die stark gestiegenen Spritpreise. Zusätzlich ist das Aufladen eines E-Autos im Schnitt sogar günstiger geworden. Damit liegen die Spritkosten für Verbrennerautos in der Regel deutlich über den Stromkosten für die Aufladung von Batterie-Autos.
Das hat nicht nur das theoretische Interesse der Österreicher:innen an E-Pkw gesteigert, sondern treibt ganz konkret die Verkaufszahlen nach oben. Im September war bereits jeder dritte neu zugelassene Pkw rein elektrisch angetrieben (33,6 Prozent). Am beliebtesten waren die E-Autos dabei in Oberösterreich mit beeindruckenden 42,2 Prozent.
Ein großer Rückgang ist bei Diesel-Pkw zu verzeichnen: Nur mehr neun Prozent der Neuwagen hatten einen Selbstzünder (Diesel oder Diesel-Hybrid) unter der Motorhaube. Auch bei den Gebrauchtfahrzeugen steigt das Interesse an E-Autos. So registrierte die Plattform AutoScout24 im September eine um 78 Prozent höhere Nachfrage nach gebrauchten E-Autos als dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig ist das Angebot auf der Plattform leicht gesunken – im Jahresabstand um sechs Prozent.

Mehr Vertrauen in die Technik
Ein weiterer Grund für das größere Interesse an der E-Mobilität sind neben gesunkenen Preisen und den niedrigeren Betriebskosten auch die Akku-Technologie, die sich als weitaus zuverlässiger erweist als ursprünglich befürchtet. Vor allem bei den aktuellen Modellen sind Gesamtfahrleistungen von mehreren 100.000 Kilometern zu erwarten, ohne mit gravierenden Reichweiten-Einbußen rechnen zu müssen.
Zudem muss man auch bei Gebrauchtfahrzeugen nicht die Katze im Sack kaufen. Batterietests beim ÖAMTC geben exakte Auskunft über den Zustand des Akkus. Dieser wird als „State of Health“ (SoH) bezeichnet und zeigt die verfügbare Kapazität verglichen mit dem Ausgangswert im Neuzustand. Ein Batterietest ist also eine Art „Gesundheitszertifikat“.
Zusätzlich hat sich mittlerweile ein Garantiestandard für die Akkus von zumindest acht Jahren oder 160.000 Kilometern etabliert. Nach diesem Zeitraum wird noch immer eine Restkapazität von 70 Prozent zugesichert.
Die Praxis zeigt allerdings, dass die Akkus bei Ablauf dieser Garantie sogar noch eine weitaus höhere Kapazität aufweisen. Bei Batterietests an den ÖAMTC-Stützpunkten hatten Akkus mit 160.000 Kilometern Laufleistung einen durchschnittlichen SoH von 85 Prozent.
Wachsende Lade-Infrastruktur
Mittlerweile ist auch die öffentliche Ladeinfrastruktur gut ausgebaut. Mit Stand Oktober 2026 gibt es in Österreich mehr als 40.500 Ladepunkte. Mehr als 12.000 davon sind Schnellladepunkte mit einer Leistung von über 50 Kilowatt. Über 5.400 davon sind besonders leistungsfähige Ultraschnellladepunkte, die über 150 Kilowatt leisten. Und das Netz wächst schnell: Seit Jänner 2026 sind in Österreich knapp 4.500 Ladepunkte hinzugekommen.
Damit sind viele E-Auto-Fahrer:innen nicht mehr auf eine private Wallbox angewiesen. Bei einer Reichweite von zum Beispiel 400 Kilometern reicht oft ein Ladevorgang pro Woche. Praktisch dafür sind Schnellladesäulen, die vermehrt bei Lebensmittelgeschäften errichtet werden. Während eines Einkaufs lässt sich so der Akku schnell aufladen.
Ob man einen Stromer oder Verbrenner bevorzugt, bleibt wohl trotzdem auch weiterhin eine Frage der persönlichen Vorliebe. Nur dicken Geldbörsen wird die Technologie aber nun nicht mehr vorbehalten sein.
Der ÖAMTC und E-Mobilität
ePower-Ladenetz
Das Ladenetz des Clubs umfasst über 700 Ladepunkte und 30.000 Ladepunkte von Roaming-Partnern in Österreich, Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien. Zugang mit Ladekarte oder ÖAMTC-App. Keine Grundgebühr.
Mit ÖAMTC ePower.Business steht Unternehmen unter anderem eine Lösung zur zentralen Verwaltung von Ladekarten und Ladevorgängen zur Verfügung.
Batterie-Diagnose
Mit dem Akkutest des ÖAMTC gemeinsam mit Partner Aviloo wird der „Gesundheitszustand“ (SoH) festgestellt, also wie viel Prozent der Ursprungskapazität der Hochvolt-Batterie noch zur Verfügung stehen.
Zwei Varianten:
- Flash-Test (schnelle Einschätzung),
- Premium-Test (umfassende Analyse).
Bei beiden Tests gibt es ein Zertifikat.
ePrämie (THG-Quote)
Die Treibhausgas-Prämie für E-Auto-Besitzer:innen: Damit wird die CO2-Einsparung durch das Laden an nicht öffentlichen Ladestationen finanziell abgegolten. Der ÖAMTC übernimmt die Abwicklung. Einmal jährlich möglich. Für 2026 sind es aktuell 125 Euro.
Der kleine Italiener ist ein Sympathieträger: markant, kantig und mit Pixel-Leuchten herrlich eigenständig. Die Topversion „La Prima“ würzt den Retro-Look zudem mit schicken Details. Vier Erwachsene haben ordentlich Platz, der 361-Liter-Kofferraum taugt für den Alltag. Der 113 PS starke Panda federt komfortabel, lenkt leicht, wuselt gern durch die Stadt und wirkt außerorts erstaunlich gemütlich. Nur der Durst ist kein Ruhmesblatt: Der Stromverbrauch im Test lag bei 20,6 kWh/100 km, real sind das rund 230 Kilometer Reichweite. Preislich locken 20.900 Euro, der attraktive Aktionspreis gilt allerdings nur in Verbindung mit diversen Finanzierungsboni.
Fazit: Der Panda ist eine charmante Familienkiste mit Stadt-Talent, aber nicht überall mit der perfekten Effizienz.

Der optisch eigenständige, aber nicht verspielte Franzose schaut mit seinen schmalen Leuchten und Kunststoffplanken eher nach Mini-SUV als nach Kleinwagen aus. Innen dominieren reichlich Kunststoff und Funktionalität: Vier Erwachsene passen gut hinein, der Kofferraum reicht für den Alltag.
113 PS sorgen für tadellose Fahrleistungen. Der ë-C3 will aber lieber schweben als sprinten. Die weichen Sitze und die komfortable Federung gefallen, im Vergleich zur Konkurrenz fehlt’s aber an Agilität. Durchaus entspannt ist der Durst: 17,8 kWh/100 km im Test sind okay, real sind das rund 250 Kilometer. Der Aktionspreis von 17.890 Euro ist attraktiv, gilt jedoch für die karge Basisversion „You“ samt kleinem 30-kWh-Akku und Finanzierung. Mehr Komfort treibt den Preis rasch nach oben.
Fazit: viel Platz und Komfort fürs Geld – aber kein Effizienzkönig.

Der Micra ist zurück – rund, elektrisch und mit leuchtenden "Augen" optisch sehr sympathisch. Innen sitzt man vorne bequem, hinten wird es für Erwachsene spürbar enger. 326 Liter Kofferraum sind passabel, die hohe Ladekante leider weniger.
Mit 150 PS hat der Fronttriebler ausreichend Power, er lenkt präzise und federt durchaus kommod. Mit 18,4 kWh/100 km fällt der Testverbrauch für einen kompakten Stromer etwas höher aus, die Reichweite pendelt sich bei rund 300 Kilometern ein. Preislich lockt der Micra mit 19.990 Euro. Dieser Preis gilt jedoch nur für die Basisversion mit 40 kWh großem Akku und ist an eine Finanzierung gebunden.
Fazit: Der fesche Technikbruder des Renault 5 bietet eine brauchbare Reichweite, ist aber weder beim Platz noch beim Preis ganz groß.

Der Epiq macht auf großen Škoda im Kleinformat: Robuste Front, schmale Leuchten und klare Kanten wirken modern, ohne sich in optischen Spielereien zu verlieren. Im Innenraum zeigt er alte Markentugenden. Vier Erwachsene reisen ordentlich, mindestens 475 Liter Kofferraum plus 25-Liter-Frunk sind fast schon episch.
Der 211-PS-Fronttriebler beschleunigt kräftig, lenkt präzise und federt (fast) immer souverän, lediglich auf kurzen Wellen neigt das Fahrwerk zum Holpern. Der Testverbrauch von knapp unter 17 kWh/100 km ist tadellos, die Reichweite akzeptabel. Stichwort Preis: Der Einstieg von 26.880 Euro klingt volksnah, unter der Haube ist aber nur der kleine, 38,5 kWh große Akku verbaut, und die Ausstattung ist mager.
Fazit: clever, geräumig und erwachsen – nur der Lockpreis erzählt nicht die ganze Geschichte.

Der rund vier Meter lange Koreaner zeigt Kias Kantigkeit im Kleinformat: markante Nase, eckige Radhäuser, aufrechter Stand – ein Stadt-SUV mit Charakter. Innen nutzt er seine vier Meter clever. Vier Erwachsene sitzen erstaunlich luftig, die verschiebbaren Einzelsitze im Fond (nur beim Viersitzer) erweitern den Kofferraum von 362 auf 403 Liter.
Mit 147 PS ist der kleine Akku eine spritzige Wahl: Der Fronttriebler wuselt flink durch die Stadt und federt bequem. Mit 19,4 kWh/100 km fällt der Testverbrauch noch akzeptabel aus, für einen kompakten Stromer allerdings nicht sonderlich sparsam. Auch die Reichweite mit kleinem Akku ist nur für den Stadtbetrieb geeignet. Mit allen Rabatten (bei Barzahlung) geht’s aber bei fairen 23.830 Euro los. Das Modell mit 61 kWh großer Batterie startet bei 30.830 Euro (inkl. Barzahler-Rabatt).
Fazit: viel Auto auf wenig Fläche.

Der rund vier Meter lange Wolfsburger macht Schluss mit hausbackener ID-Optik: Klare Flächen und Golf-Anklänge ergeben einen sympathischen Kleinwagen ohne Design-Zirkus. Innen spielt der ID.Polo eine Klasse größer. Vier Erwachsene sitzen bequem, der clevere 441-l-Kofferraum (doppelter Boden) schluckt mehr als der des Golf. Gelungen: die einfache Bedienung samt logischer Menüführung.
Auf der Straße wirkt der Fronttriebler erwachsen, die Lenkung ist präzise, das Fahrwerk straff, aber dennoch komfortabel. Auf unserer Testrunde lag der Stromverbrauch bei vernünftigen 17,5 kWh/100 km. Wahlweise: Akku mit 37 oder 52 kWh. Der Haken hängt am Preisschild: 25.490 Euro Liste klingen fair, die beworbenen 19.990 Euro gelten nur bei Finanzierung.
Fazit: Mit großem Akku und diversen Extras kratzt man schnell an der 40.000-Euro-Marke.

Der Technikbruder des ID. Polo trägt dick auf – und darf das: Scharfe Kanten, markante Lichtsignatur und kupferfarbene Details machen ihn zum kleinen Großstadt-Rebell. Innen wird’s vernünftig: Vier Erwachsene haben nämlich ordentlich Platz, und der Kofferraum schluckt wie im ID. Polo üppige 441 Liter.
Beim Fahren hält der Spanier Wort: 211 PS, direkte Lenkung und ein straffes, aber nicht ungehobeltes Fahrwerk sorgen für ordentlich Fahrspaß. Erfreulich bodenständig ist der Durst: Tadellose 15,8 kWh/100 km sind es auf unserer Verbrauchsrunde. Weniger rebellisch zeigt sich die Preispolitik: Der Listenpreis von 30.400 Euro (mit 37-kWh-Akku) ist stattlich, der beworbene Aktionspreis von 22.900 Euro hängt an Finanzierung und Boni.
Fazit: frecher als der VW, fast ebenso praktisch – und als „Endurance“-Version mit großem Akku auch reisetauglich.

Elektro-Alternativen
- BYD Dolphin Surf, ab 22.390 Euro.
- Dacia Spring, ab 17.990 Euro.
- DS3 E-Tense, ab 44.070 Euro.
- Fiat 600e, ab 32.900 Euro.
- Hyundai Inster, ab 26.990 Euro.
- Hyundai Ioniq 3, ab 29.990 Euro.
- Jeep Avenger Elektro, ab 36.600 Euro.
- Leapmotor T03, ab 21.790 Euro.
- Mini Cooper E, ab 30.200 Euro.
- Opel Corsa Electric, ab 30.990 Euro.
- Opel Mokka Electric, ab 35.790 Euro.
- Peugeot E-208, ab 32.260 Euro.
- Renault Twingo, ab 19.990 Euro.
- Renault 5 E-Tech, ab 27.560 Euro.
- Renault 4 E-Tech, ab 29.560 Euro.
- VW ID.Cross, ab 36.590 Euro.
Modelle mit bis zu 4,2 Metern Länge


Unser Fazit:
Sieben kleine Stromer, sieben Charaktere – und eine Erkenntnis: Bezahlbare Elektroautos sind endlich da, aber selten so günstig, wie es die Werbung verspricht. Hinter Kampfpreisen stecken kleine Akkus, magere Basisausstattung oder Finanzierungsboni. Wer mehr Reichweite und Komfort möchte, landet rasch über 30.000 Euro.
Fiat Grande Panda und Citroën ë-C3 sind die Bodenständigen: geräumig und bequem, aber eher für Stadt und Umland als für lange Etappen gemacht.
Der Panda punktet beim Design, der Citroën beim Komfort. Beim Verbrauch glänzt keiner.
Der Nissan Micra fährt agiler und kommt mit großem Akku weiter, verlangt dafür aber einen stolzen Preis und knausert
im Fond.
Der Kia EV2 ist der Raumkünstler: kompakt außen, luftig und variabel innen. Mit kleinem Akku bleibt sein Radius begrenzt, mit großer Batterie steigt der Preis.
Eine Klasse reifer wirkt das neueste Trio: Der VW ID.Polo ist der ausgewogene Allrounder mit einfacher Bedienung, viel Platz und gutem Fahrwerk. Der Škoda Epiq bietet den größten Nutzwert und empfiehlt sich für Familien. Der Cupra Raval verbindet viel Raum mit dem meisten Fahrspaß und niedrigem Verbrauch.
Den einen Sieger gibt es nicht: Entscheidend ist nicht der Werbepreis, sondern was Akku, Ausstattung und Finanzierung am Ende kosten.
Günter Rauecker und Christian Stich, auto touring.



