23. Führerscheingesetz-Novelle: Was sich ab September 2026 ändert
Kürzere Fristen, strengere Strafen – die wichtigsten Änderungen im Überblick.
Neuerungen im Führerscheinwesen
Mit 1. September 2026 tritt die 23. Novelle zum Führerscheingesetz (FSG) in Kraft. Sie bringt Erleichterungen für Fahranfänger:innen, schärfere Regeln gegen Betrug bei Theorieprüfungen und praktische Verbesserungen rund um Führerscheindokumente - von der Verlustbestätigung bis zum Internationalen Führerschein.
- Wiederantritt zur Führerscheinprüfung nach negativem Ergebnis bereits nach zwölf Tagen statt zwei Wochen.
- Prüfungsbetrug zieht künftig eine 18-monatige Sperre nach sich – bisher waren es 9 Monate.
- Die Verlustbestätigung des Führerscheins gilt nun acht statt vier Wochen.
- Der Internationale Führerschein nach dem Wiener Übereinkommen gilt drei Jahre statt einem.
Die wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen für in- und ausländische Kraftfahrer:innen haben wir hier überblicksmäßig zusammengefasst.
Fahrprüfung - Verkürzte Reprobationsfrist
Die Frist für den Wiederantritt zu einer theoretischen oder praktischen Fahrprüfung wird von zwei Wochen auf 12 Tage verkürzt. Begründet wird diese Änderung mit der „Feiertagsproblematik“. Fällt ein Prüfungstag auf einen prüfungsfreien Feiertag, dann mussten die Kandidat;innen bis zum nächstmöglichen Antritt eine weitere Woche warten. Mit der nun vorgenommenen Verkürzung der Reprobationsfrist ist es möglich, den nächstmöglichen Prüfungstermin vorzuverlegen.
Die Frist zum neuerlichen Antritt für die Klasse AM ist anderswo geregelt und bleibt (vorerst) unverändert bei zwei Wochen.
Strengere Maßnahmen gegen Prüfungsbetrug
Wer bei der Theorieprüfung beim Schummeln erwischt wird, darf erst nach 18 Monaten (bisher: 9 Monate) wieder antreten. Außerdem wird eine Strafbestimmung für alle vorgesehen, die unerlaubte technische Unterstützung für Prüfungskandidat:innen anbieten, organisieren oder durchführen.
Längere Gültigkeit der Führerschein-Verlustbestätigung
Die Frist für die Gültigkeit einer Verlustbestätigung des Führerscheines zum Lenken von Kraftfahrzeugen wird von vier auf acht Wochen verlängert. Aufgrund der langen Wartezeiten bei manchen Behörden für die Beantragung von Duplikatsführerscheinen soll die verlängerte Gültigkeitsdauer der Bestätigung helfen, die Wartezeit zu überbrücken.
Bus- und Lkw-Führerscheine ab 60: gelten für fünf Jahre
Die 2-jährige Befristung der Klasse C und D und deren Unterklassen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr entfällt und es gilt die allgemeine 5-jährige Befristung.
Vor dem 1. September 2026 auf zwei Jahre ausgestellte Lenkberechtigungen enden zum vorgesehenen Zeitpunkt. Für die Verlängerung ist ein ärztliches Gutachten erforderlich. Verfahren auf Verlängerung dieser Klassen, die am 1. September 2026 bereits anhängig waren, sind nach der Rechtslage zum Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung über diesen Antrag zu Ende zu führen.
Drittstaatenführerschein-Umschreibung: Fahren während des Verfahrens mit behördlicher Bestätigung
Bei der Umschreibung von Nicht-EWR-Lenkberechtigungen in einen österreichischen Führerschein müssen die Antragsteller:innen ihren ausländischen Führerschein bei der Behörde abgeben. Während des Verfahrens hatten sie bisher keinen Führerschein und konnten daher in Österreich kein Fahrzeug lenken. Dem Problem soll damit begegnet werden, dass sie von der Behörde eine Bestätigung erhalten, die zum Lenken von Kfz in dieser Zeit berechtigt. In diese Bestätigung sind alle Lenkberechtigungsklassen einzutragen, die der Führerschein umfasst, auch wenn nur eine oder einzelne dieser Klassen umgeschrieben werden sollen.
Die Bestätigung erhalten nur Besitzer von solchen Führerscheinen, in Österreich anerkannt werden. Sie gilt für längstens sechs Monate ab Wohnsitzbegründung in Österreich.
Nichtmitführen des (Internationalen) Führerscheins
Gäste aus dem weiter entfernten Ausland, die bei einer Verkehrskontrolle keinen Internationalen Führerschein vorweisen können, werden so behandelt wie jemand, der seinen Führerschein zu Hause vergessen hat. Damit wird dieses Delikt gleich behandelt wie das Überschreiten der 6-monatigen Frist zur Umschreibung der Lenkberechtigung. Beide Delikte haben einen geringen Unrechtsgehalt, da sich die Person ja im Besitz einer (gültigen nationalen) Lenkberechtigung befindet.
Ablieferungspflicht des Führerscheins bei Verzicht
Wer auf eine oder alle Lenkberechtigungsklassen verzichten will, muss den Führerschein bei der Behörde abliefern. Wird nur auf einzelne Lenkberechtigungsklassen verzichtet, wird ein neuer Führerschein für die verbleibenden Klassen ausgestellt.
Internationaler Führerschein gilt drei Jahre statt einem
Die Gültigkeitsdauer für Internationale Führerscheine des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr ist mit maximal drei Jahren festgelegt. Daher wird die Gültigkeitsdauer des Internationalen Führerscheins gemäß dem Wiener Übereinkommen von einem auf drei Jahre angehoben. Für die beiden älteren Verkehrsabkommen von Genf und Paris, die für manche Urlaubsdestinationen (z.B. USA, Kanada, Australien oder Japan) noch relevant sind, bleibt es bei der einjährigen Gültigkeit.
Häufige Fragen zur 23. Führerscheingesetz-Novelle
Wie lange muss ich nach einer nicht bestandenen Prüfung warten?
Die Reprobationsfrist sinkt von zwei Wochen auf 12 Tage. Das ermöglicht es, den nächstmöglichen Prüfungstermin vorzuverlegen – besonders wenn ein Prüfungstag auf einen Feiertag fällt. Für die Klasse AM gilt diese Verkürzung vorerst nicht; dort bleibt die Frist bei zwei Wochen.
Was droht, wenn ich bei der Theorieprüfung schummle?
Wer beim Schummeln erwischt wird, darf erst nach 18 Monaten wieder zur Theorieprüfung antreten – bisher waren es 9 Monate. Außerdem trifft eine neue Strafbestimmung alle, die unerlaubte technische Unterstützung für Prüfungskandidat:innen anbieten, organisieren oder durchführen.
Wie lange gilt der Internationale Führerschein künftig?
Der Internationale Führerschein nach dem Wiener Übereinkommen gilt ab September 2026 drei Jahre statt einem. Für Reiseziele, die noch unter die älteren Abkommen von Genf oder Paris fallen – etwa USA, Kanada, Australien oder Japan – bleibt die Gültigkeit auf ein Jahr beschränkt.