Es ist ein Mann mit drei Kindern zu sehen, die vor einem ÖAMTC Pannenfahrzeug stehen.

Danke, dass du aufpasst!

Helfen direkt neben dem Verkehr – Arbeitsplatz Straße

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Der Wecker läutet, nach dem ersten Kaffee geht es zur Arbeit. Für mich heißt das: ab ins Büro, an den Schreibtisch. Mein Arbeitsalltag spielt sich vor allem in Meetingräumen und vor dem Laptop ab. Während ich meine Mails checke, hilft David einige Kilometer entfernt in Steyr gerade einem Mitglied – und zwar nicht im Büro oder am Stützpunkt, sondern mitten auf der Autobahn, während der Verkehr nur wenige Meter neben ihm vorbeirauscht.

Für David ist das keine Ausnahme, sondern Alltag. Arbeitsplatz Straße eben. Von den insgesamt 700.881 Einsätzen der ÖAMTC-Pannenhilfe im Jahr 2025 fanden 66.402 auf Autobahnen statt.

„Wenn man bei einer Panne auf der Autobahn hilft und ein Lkw vorbeifährt, ist das schon nicht ohne. Beim Vorbeifahren wackeln dann das Pannenfahrzeug und das Auto des Mitglieds. Da wird einem richtig bewusst, dass der Arbeitsplatz Straße gefährlich sein kann.“

Die Risiken am Arbeitsplatz Straße

Laut Statistik Austria und der ÖAMTC-Unfallforschung ereigneten sich 2025 insgesamt 2.137 Unfälle mit Personenschaden auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen, 45 davon endeten tödlich. Die häufigste Unfallursache: Ablenkung und Unachtsamkeit.

Mitarbeiter:innen von ÖAMTC und ASFINAG sind täglich auf Autobahnen und Schnellstraßen unterwegs. Sie sorgen dafür, dass andere sicher weiterfahren können – und sind dabei auf die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer:innen angewiesen.

Zum Glück verlaufen die meisten Einsätze routiniert und ohne Zwischenfälle. Dennoch gibt es eine traurige Bilanz: Die ASFINAG verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren 48 Unfälle mit Mitarbeitenden im Einsatzbereich. Ein Mensch verlor dabei sein Leben. Auch ein ÖAMTC-Mitarbeiter verunglückte 2024 tödlich.

Wenn ihr uns seht, haltet bitte Abstand und weicht aus. Weil wir wollen gesund nach Hause kommen, genauso wie ihr.
Pannenhelfer Rene aus Micheldorf

Die Menschen hinter dem Beruf

Um Bewusstsein für den Arbeitsplatz Straße zu schaffen, haben ASFINAG und ÖAMTC die Initiative „Danke, dass du aufpasst!“ gestartet. Die Botschafter:innen sind die Kinder der Mitarbeiter:innen. Denn im Straßenverkehr vergisst man schnell: Hinter jedem Einsatz steckt ein Mensch. Jemand mit Familie und Freund:innen . Kinder, die auf ihn:sie warten. Die beste Freundin, mit der man am lautesten lachen kann. Menschen, die möchten, dass er:sie nach der Arbeit wieder sicher nach Hause kommt.

So auch in Steyr. Davids Tochter, Lucia, erzählt stolz: „Wenn der Papa heimkommt, dann helfe ich ihm manchmal noch in der Garage und male am liebsten mit Straßenkreiden, damit er eine schöne Wand hat. Und vor dem Schlafengehen kuschle ich gerne mit ihm.“

Vor einem ÖAMTC Pannenfahrzeug steht ein Junge, der eine reflektierende ÖAMTC-Jacke trägt und die Hände verschränkt. Neben ihm steht ein mann in ÖAMTC Kleidung.
Pannenhelfer Rene mit seinem Sohn Leon © ÖAMTC

Für sichere Straßen – heute und morgen

Früher wollte Lucia sogar selbst Pannenhelferin werden. Mittlerweile steht Lehrerin etwas höher im Kurs. Wer aktuell eher in die Fußstapfen seines Papas treten möchte, ist Leon, der Sohn von Pannenhelfer Rene aus Micheldorf: „Wenn ich groß bin, will ich auch ein Gelber Engel werden wie mein Papa. Weil der hilft Leuten – egal ob mitten in der Nacht, wenn kein Auto vorbeifährt, oder dann, wenn neben ihm tausende Autos unterwegs sind.“

Auch wenn sich die beiden beim Berufswunsch nicht ganz einig sind, in einem Punkt sind sie sich sicher: „Bitte pass gut auf unsere Papas auf.“ Damit auch die Gelben Engel von morgen Menschen sicher helfen können, braucht es die Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer:innen – jeden Tag aufs Neue.

Mehr Sicherheit durch KI

Damit Einsätze am Straßenrand sicherer werden, investieren ÖAMTC und ASFINAG laufend in Schulungen und neue Technologien. Die Gelben Engel absolvieren spezielle Trainings, bei denen sie unter realitätsnahen Bedingungen Einsätze auf Autobahnen und unterschiedliche Absicherungsszenarien üben. Auch die Einsatzfahrzeuge selbst tragen zur Sicherheit bei: Dank auffälliger Blink- und Digitalanzeigen sind sie für andere Verkehrsteilnehmende möglichst gut sichtbar.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein neues Kollisionswarnsystem, das derzeit getestet wird. Mithilfe einer Kamera am Einsatzfahrzeug und künstlicher Intelligenz erkennt das System, wenn sich ein Fahrzeug gefährlich nähert und eine Kollision droht. In diesem Fall werden sowohl die Lenker:innen als auch die Einsatzkräfte gewarnt: Ein Hupsignal macht auf die Gefahr aufmerksam, während ein kleines Gerät, das die Mitarbeitenden am Oberarm oder nahe am Körper tragen, durch starke Vibration alarmiert. Die dadurch gewonnenen Sekunden können im Ernstfall entscheidend sein und dazu beitragen, Unfälle zu verhindern oder ihre Folgen zu verringern.

Unser Ziel ist klar: Unsere Mitarbeiter:innen sollen sicher helfen und sicher nach Hause kommen.
Katharina Brezina, Leiterin der ÖAMTC-Pannenhilfe in Wien, NÖ und dem Burgenland

Der wichtigste Faktor für Sicherheit bleibt aber gegenseitige Rücksichtnahme. Es geht darum, dass alle wieder sicher nach Hause kommen – zu ihren Liebsten, die jeden Tag darauf vertrauen, dass andere Verkehrsteilnehmer:innen aufmerksam sind.

Autor:in

Eberharter Anna (she/her) ist seit Jänner 2022 beim ÖAMTC im Team der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Themenschwerpunkte beim Mobilitätsclub sind Reisen und Tourismus sowie Diversität und Inklusion. In ihrer Freizeit setzt sich Eberharter für Feminismus und Gleichstellung ein. Sie ist kunstinteressiert, mag Bücher und Podcasts und hat ein Faible für Zimmerpflanzen.

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