Wer morgens das ÖAMTC-Mobilitätszentrum in Wien Erdberg betritt, erwartet, dass alles funktioniert. Das Licht brennt, die Temperaturen passen, die Besprechungsräume sind vorbereitet, die Technik läuft. Was viele allerdings nicht wissen: Damit dieser scheinbar selbstverständliche Start in den Arbeitstag gelingt, sind andere schon lange davor im Einsatz.
Guter Start
Während die ersten Meetings meist für 8.30 Uhr angesetzt sind, läuft für das Facility-Management der Betrieb bereits auf Hochtouren. "Um spätestens 6.45 Uhr sind wir da", erzählt Michael Köck, Leiter der Haustechnik. Ab sieben Uhr werden Besprechungsräume kontrolliert, Beamer getestet und Flipcharts vorbereitet. Gleichzeitig laufen die täglichen Checks der Gebäudeleittechnik. Stimmen Temperatur und Belüftung? Funktioniert die Infrastruktur? Gibt es Störungen, die behoben werden müssen, bevor sie jemand bemerkt?

Viel Routine
Ein modernes Gebäude wie das Mobilitätszentrum funktioniert nicht einfach von selbst. Hinter den Kulissen arbeiten zahlreiche technische Systeme zusammen, die laufend überwacht werden müssen. Das Facility-Management kümmert sich um Beleuchtung, Lüftung, Gebäudetechnik, Parkflächen und vieles mehr. Auch die Portiere gehören zum Team. Und obwohl viel tägliche Routine ist, bleibt kaum ein Tag planbar. "Wir bekommen ungefähr 40 bis 50 Störungsmeldungen pro Tag", schätzt Michael. Mal geht es um einen defekten Bewegungsmelder, mal um das Beleuchtungssystem oder auch die Schließanlage. Seit dem jüngsten Umbau des Mobilitätszentrums ist vieles moderner und energieeffizienter geworden. Gleichzeitig ist die Zahl der technischen Komponenten deutlich gestiegen. "Wir haben heute wesentlich mehr Sensorik, die wir im Auge behalten müssen", weiß Michael.
Wir kümmern uns um alle Gebrechen im Haus – von kleinen Reparaturen bis hin zu technischen Anlagen, von denen die meisten gar nicht wissen, dass es sie gibt. Wir sind immer dort gefragt, wo etwas nicht so funktioniert, wie es soll.
Verantwortung weit über Erdberg hinaus
Das Mobilitätszentrum ist allerdings nur ein Teil des Aufgabenbereichs. Das Team betreut nicht nur den Standort in Wien, sondern hat auch die Gebäudetechnik von 24 weiteren ÖAMTC-Stützpunkten im Blick. Manche Probleme lassen sich aus der Ferne lösen, andere erfordern rasches Handeln vor Ort. Die Kolleg:innen im Facility-Management sind daher gewohnt, flexibel auf neue Situationen zu reagieren.
Besonders merkbar wird das bei jenen Einsätzen, die außerhalb der normalen Arbeitszeiten stattfinden. Alle eineinhalb Monate wird beispielsweise der Kerosintank des Heliports nachgefüllt. Ein Vorgang, der meist erst gegen Mitternacht beginnt und bis in die frühen Morgenstunden dauert, fasst der Tank doch rund 30.000 Liter Treibstoff.
Auch darüber hinaus gibt es einen rund-um-die-Uhr Bereitschaftsdienst. Über eine Notfallnummer ist immer ein Haustechniker erreichbar, falls außerhalb der regulären Arbeitszeiten Unterstützung benötigt wird.

Besonderer Einsatz
An einen Einsatz erinnert sich Markus bis heute besonders gut. Einmal war im Winter die Außenfassade des Mobilitätszentrums mit Eis überzogen, und am Außenring haben sich riesige Eiszapfen gebildet. Drei Techniker rückten mit Sicherheitsausrüstung aus, um die Eiszapfen abzuschlagen. Kein Einsatz, den man mit Facility-Management automatisch verbinden würde. Aber genau solche Situationen zeigen, wie vielfältig die Aufgaben hinter den Kulissen sein können.
Ganz gleich ob Pannenhilfe, Nothilfezentrale oder Flugrettung: Viele Bereiche des ÖAMTC sind für Mitglieder sichtbar. Das Facility-Management gehört meist nicht dazu. Und doch gibt es kaum eine Abteilung, die ohne seine Arbeit auskommen würde. Denn bevor Menschen helfen können, müssen Gebäude, Technik und Infrastruktur funktionieren. "Es gibt keine Abteilung in der Zentrale, bei der das Facility-Management nicht mitwirkt", sagt Markus Koller. "Wir sind ein kleines, aber wichtiges Rädchen in diesem großen Betrieb."
Oder anders gesagt: Während die meisten Kolleg:innen morgens einfach das Licht einschalten, haben die Menschen dahinter ihren Beitrag längst geleistet, damit der Tag für alle anderen möglichst reibungslos beginnen kann.
