Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Marco Eibl kontrolliert noch einmal sein Einsatzfahrzeug, prüft die Ausrüstung und startet das Diagnosesystem. Wenige Minuten später kommt der erste Auftrag: Eine Autolenkerin steht mit einer Panne unweit ihres Wohnhauses. Marco macht sich auf den Weg.
Eine Woche später sieht sein Arbeitstag allerdings ganz anders aus. Statt im Pannenfahrzeug sitzt er am ÖAMTC-Stützpunkt in Dornbirn. Dort führt er Fahrzeugprüfungen durch, erstellt Diagnosen und berät Mitglieder. Für Marco ist genau dieser Wechsel das Besondere an seinem Beruf.
Allgemein wird der Mobilitätsclub entweder mit den Gelben Engeln auf der Straße oder mit den Techniker:innen an den Stützpunkten verbunden. Doch es gibt auch Mitarbeitende, die beides vereinen: Die sogenannte Mischtechniker:innen wechseln regelmäßig zwischen Pannenhilfe und Prüfdienst und profitieren dabei von den Erfahrungen beider Bereiche.
Zwei Arbeitswelten, ein Beruf
Am Stützpunkt stehen §57a-Begutachtungen, Sicherheitsüberprüfungen und technische Diagnosen auf dem Programm. Anders als in einer klassischen Werkstatt begleiten die Prüftechniker:innen den gesamten Ablauf selbst: vom ersten Blick auf das Fahrzeugs bis zum abschließenden Gespräch mit dem Mitglied. Im Mittelpunkt stehen dabei die unabhängige technische Beurteilung und eine verständliche Beratung. Reparaturen gehören bewusst nicht dazu.
Auf der Straße sieht der Arbeitsalltag völlig anders aus. Hier gibt es keine Hebebühne und keine perfekt ausgestattete Werkstatt. Jeder Einsatz beginnt mit einer neuen Situation und den Fragen: Was ist passiert und wie kann möglichst rasch geholfen werden?
Auch bei der Autolenkerin vom Morgen ist die Ursache schnell gefunden. Die Starterbatterie ist defekt. Wenige Handgriffe später läuft der Motor wieder und die Fahrt kann fortgesetzt werden.

Kein Tag ist wie der andere. Die Vielfalt hält fachlich fit und lässt keine Routine aufkommen. Genau das macht den Beruf so spannend.
Das beste aus zwei Welten
Natürlich ist nicht jede Panne so schnell gelöst. Moderne Fahrzeuge werden immer komplexer. Elektronische Steuergeräte, Assistenzsysteme und unterschiedliche Antriebstechnologien verlangen nicht nur technisches Know-how, sondern oft auch Kreativität und Improvisationstalent. Manchmal reicht schon eine durchdachte Zwischenlösung, damit das Mitglied sicher in die nächste Werkstatt kommt. Das erfordert fundiertes Fachwissen, kommunikative Stärke und Ruhe in belastenden Situationen.
Genau hier zeigt sich ein großer Vorteil der Mischtechniker:innen. Wer regelmäßig Fahrzeuge prüft, entwickelt einen geschulten Blick für mögliche Schwachstellen. Diese Erfahrung hilft bei der Fehlersuche auf der Straße. Gleichzeitig bringen außergewöhnliche Pannenfälle wertvolle Erkenntnisse zurück an den Stützpunkt.

Ein Beruf mit Sinn
Das Berufsbild Kfz-Techniker:in hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mechanisches Können allein reicht längst nicht mehr aus. Software, Sensorik, Fahrerassistenzsysteme und E-Mobilität gehören heute ebenso zum Alltag wie Schraubenschlüssel und Diagnosegerät. Deshalb investiert der ÖAMTC Vorarlberg laufend in die Weiterbildung, damit die Techniker:innen mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten können.
Neben der modernen Technik schätzen die ÖAMTC-Mitarbeiter:innen aber auch den direkten Kontakt zu den Menschen. Ob im Panneneinsatz oder bei der Fahrzeugprüfung: Am Ende geht es immer darum, Mitglieder zu beraten, Fragen zu beantworten und konkrete Lösungen anzubieten.
Als Marco am Ende seines Dienstes den Schlüssel seines Einsatzfahrzeugs zurückgibt, hat er mehreren Menschen geholfen, mobil zu bleiben. In der kommenden Woche wird er wieder am Stützpunkt stehen und Fahrzeuge überprüfen.
Der Arbeitsplatz wechselt, das Ziel bleibt dasselbe: Menschen sicher mobil zu halten. Und genau diese Kombination aus Technik, Verantwortung und persönlichem Kontakt macht das Berufsbild von Mischtechniker:innen so einzigartig.
Mehr über Marco und seinen spannenden Arbeitsalltag findet ihr auf unseren Social-Media-Kanälen: https://www.instagram.com/oeamtc/ und https://www.facebook.com/OEAMTC/?locale=de_DE

Autor:in
Darko Markovic ist beim ÖAMTC in Vorarlberg als Marketingexperte, Fotograf und Redakteur tätig. In seiner Freizeit lebt er seine Begeisterung für Foto- und Videografie aus, wobei ihn besonders verlassene Orte faszinieren. Er hat eine Leidenschaft für Storytelling und möchte die Welt aus seiner Perspektive darstellen.
