Tipps zum Spritsparen

Eine Anleitung zu ökonomischer und umweltschonender Fahrweise

1980 hat der ÖAMTC erstmals zu "Gleiten statt Hetzen" aufgerufen!

© ÖAMTC
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1) Richtig fahren hilft Sprit sparen

Nach dem Start sofort losfahren

Im kalten Zustand braucht jeder Motor mehr Kraftstoff. Den Motor daher schonend auf Betriebstemperatur warm fahren. Das schont die Umwelt und die Geldbörse.

Vorausschauend und möglichst konstant fahren

Wer genügend Abstand zum Vordermann hält, ist sicherer unterwegs und kann Geschwindigkeitsunterschiede eleganter ausgleichen. Rollphasen können besser genutzt sowie der Verschleiß der Bremsen minimiert werden. Häufiges Bremsen und unnötiges Beschleunigen kosten Sprit, Zeit und Geld.

Beschleunigungsphasen nur so lang wie erforderlich

Man sollte den Mut haben, "Gas" zu geben. Ein Fahrzeug zu beschleunigen kostet mehr Kraftstoff. Daher sollte man so rasch wie möglich auf die gewünschte Reisegeschwindigkeit kommen. Bei konstanter Fahrt verbraucht das Fahrzeug weniger Sprit.

Vermeiden Sie unnötige Schaltvorgänge, Gänge, wenn möglich, überspringen

Das Motto lautet: "Früh hoch, spät runter schalten". Das Fahrzeug hat für jeden Betriebszustand, beladen oder unbeladen, mit und ohne Anhänger, bergauf und bergab, den passenden Gang. Beim Beschleunigen ist der Gang zu wählen, der den Drehmomentbereich des Fahrzeuges am Besten ausnutzt. Diesen Bereich erfährt man aus der Bedienungsanleitung des Fahrzeuges bzw. vom Fahrzeughersteller.

Im höchstmöglichen Gang fahren

Unnötig hohe Drehzahlen vermeiden, denn diese kosten Sprit und erhöhen den Verschleiß. Man sollte mit möglichst niedriger Drehzahl fahren. Bei sehr vielen Fahrzeugen ist im Ortsgebiet der höchste Gang möglich! Das senkt den Verbrauch und mindert die Lärmbelastung.

Rollphasen nutzen

Wenn das Fahrzeug im Schubbetrieb rollt, benötigt es keinen Kraftstoff. Durch konsequentes Ausnutzen von Rollphasen spart man am meisten Sprit und schont die Bremsen des Fahrzeuges. Grundsätzlich gilt: "Umso höher der Gang, desto länger die Rollphase, umso niedriger der Gang, desto größer die Motorbremswirkung." Auf Freilandstraßen kann man bis zu 500 m vor dem Ortsgebiet bereits den Fuß vom "Gas" geben, um die im Ortsgebiet erlaubte Höchstgeschwindigkeit ohne unnötiges Bremsen zu erreichen. Durch vorausschauende Fahrweise kann man Rollphasen auch im Ortsgebiet, zum Beispiel vor roten Ampeln, optimal nutzen. Dabei sollte man weder zum Verkehrshindernis werden noch die Flüssigkeit des Verkehrs durch zu langes und langsames Rollen behindern.

Im Stand Motor abschalten

Bei Stillständen den Motor ausschalten. Bei kurzen Wartezeiten ist zu bedenken, dass jeder Startvorgang Verschleiß an Motor, Starter und Batterie hervorruft. Wenn man nach vielen Startvorgängen eine neue Batterie kaufen muss, wird dieser Kauf mehr Kosten verursachen, als man sich möglicherweise erspart hat. Wenn man z. B. am Bahnübergang länger im Auto warten muss, sollte man den Motor abstellen. Ein Laufen am Stand verbraucht sinnlos Kraftstoff und belastet die Umwelt. Bevor man längere Zeit im Stau steht, kann man auch andere Fahrzeiten oder Strecken einplanen oder die nächste Raststation anfahren und den Stau abwarten.

2) Fahrzeug-Extras zum Spritsparen einsetzen

Klimaanlage

Klimaanlagen, Sitzheizungen und Standheizungen sollte man einschalten, wenn es das "Wohlbefinden" während der Fahrt verlangt. Man sollte die Geräte ausschalten, wenn man diese Einrichtungen nicht benötigt. Diese Einrichtungen sind Sicherheitsfaktoren, denn wenn es einem Lenker gut geht, ist er konzentrierter und somit sicherer unterwegs. So können kosten- und zeitaufwändige Schäden vermieden werden.

Tempomat sinnvoll einsetzen

Wenn ein Fahrzeug einen Tempomat hat, sollte dieser zum gleichmäßigen Fahren genutzt werden. Der Tempomat hat die Aufgabe, die Geschwindigkeit konstant zu halten. Vorsicht jedoch auf Bergetappen oder hügeligen Straßen, hier kostet der Tempomat unnötig Kraftstoff. Verwenden sollte man diese Einrichtung zum Beispiel auf der Autobahn oder ebenen Straßen.

Navigationssysstem nutzen

Diese Geräte unterstützen den Lenker, den kürzeren oder optimalen Weg zu finden. Man spart Zeit, unnötigen Stress und kann sich besser auf einen wirtschaftlicheren Fahrstil und den Verkehr konzentrieren. Durch die Angaben des "Navi's" kann man trotz unbekanntem Fahrweg zum Beispiel Rollphasen anwenden und Verschleiß, Zeit und Kraftstoff sparen.

Bordcomputer verwenden

Viele Fahrzeuge haben bereits einen Bordcomputer mit Verbrauchs- und Durchschnittgeschwindigkeitsanzeigen. Der Momentan- oder Durchschnittsverbrauch gibt Feedback über den eigenen Fahrstil. Wer diese Anzeigen im Fahrzeug nicht hat, kann auf den Tageskilometerzähler achten und so herausfinden, viel weiter man mit einer Tankfüllung kommt, wenn der Tankzeitpunkt gleich bleibt.

3) Fahrzeugbezogene Tipps zum Spritsparen

Reifendruck - der Erfolgsfaktor

Den Reifendruck sollte man öfters kontrollieren. Zu geringer Druck lässt den Reifen schneller verschleißen und treibt den Spritverbrauch in die Höhe. Besonders bei beladenen Fahrzeugen, zum Beispiel vor der Urlaubsfahrt, sollte man den Reifendruck gemäß den Herstellerangaben anpassen. Wird der Reifendruck des Herstellers eingehalten, werden Rollphasen besser genutzt und Kraftstoff gespart!

Dachträger nach Gebrauch demontieren

Die Vorteile moderner, strömungsgünstiger Karosserien gehen durch den Dachträger verloren, der Luftwiderstand steigt an und der Verbrauch nimmt bedeutend zu.

Keine unnötigen Lasten "spazieren führen"

Sprit spart, wer ab und zu das Auto entrümpelt und zum Beispiel die Schneeketten im Sommer und sonstiges unnötiges Gewicht aus dem Kofferraum entfernt. Bei der Bereifung ist zu bedenken, dass unnötig breite Reifen Gewicht und Rollwiderstand und damit den Verbrauch erhöhen.

Regelmäßig das Auto auf den technisch einwandfreien Zustand überprüfen

Ein verschmutzter Luftfilter, alte Zündkerzen oder eine fehlerhafte Elektrik reduzieren die Motorleistung und treiben den Verbrauch gewaltig in die Höhe. Bei Dieselmotoren führen verstellte Einspritzpumpen oder verschlissene Einspritzdüsen zu mehr Spritverbrauch. "Deshalb mindestens einmal jährlich ein Service durchführen oder die optimale Motoreinstellung überprüfen lassen", rät der ÖAMTC-Experte.

4) Tanktipps

ÖAMTC-Spritpreisapplikationen: In Zeiten steigender Kraftstoffpreise birgt auch die richtige Auswahl der Tankstelle ein hohes Sparpotenzial. Als Unterstützung bietet der ÖAMTC den Autofahrern Applikationen im Interrnet und auf Smartphones (iOS und Android), um schnellstmöglich die nächstgelegene günstigste Tankstelle zu finden. Auch alternative Kraftstoffe werden in diesen Applikationen verwaltet. Wer über keinen Internetzugang verfügt, erhält alle Daten (zum Ortstarif aus ganz Österreich) unter der ÖAMTC-Hotline 0810/120 120.

Knapp vor 12:00 Mittags am günstigsten: Aufgrund der aktuellen Verordnung über die Erhöhung von Kraftstoffpreisen ist es derzeit am günstigsten knapp vor 12:00 Uhr zu tanken. Diese Verordnung besagt, dass Preiserhöhungen nur einmal täglich, nämlich um 12:00 Uhr erlaubt sind. Preissenkungen sind jedoch zu jedem Zeitpunkt in unbegrentzter Anzahl und Ausmaß möglich. Am günstigsten tankt man in Österreich Sonn- beziehungsweise Montags. Generell gilt zum Wochenende wir es tendenziell teurer.