Handy-Verbot beim Autofahren

Jede Ablenkung beim Fahren kann rechtliche Folgen haben

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© ÖAMTC

Handygespräche ohne Freisprecheinrichtung sind im Auto verboten. Fast alle wissen es, zu wenige halten sich daran. Lediglich die Hälfte aller Autolenker nutzt eine Freisprecheinrichtung. Das zeigte jüngst eine Verkehrssicherheitsstudie der mobilkom austria. "Damit wird man zum Verkehrsrisiko für sich und andere", warnt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Wer abgelenkt und unkonzentriert ist, riskiert Unfälle und außerdem hohe Strafen."

Strafen bei Anhaltung

Der Verstoß gegen das Handy-Verbot wird normalerweise im Zuge einer Anhaltung beanstandet. Dann ist für das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ein Organmandat von 50 Euro an Ort und Stelle zu bezahlen. Weigert man sich, kommt es zu einer Anzeige und die Kosten steigen auf bis zu 72 Euro. Selbstverständlich kann auch ein Autofahrer bestraft werden, der bei Stillstand des Fahrzeuges das Gespräch bereits beendet hat.

Strafmandat ohne Anhaltung

Aber es können auch ohne Anhaltungen Strafmandate ins Haus flattern. Dann nämlich, wenn man offenkundig durch das Gespräch abgelenkt wurde und einen Fahrfehler begangen hat. "Vorrangverletzungen, Spurwechsel ohne Blinken oder auch die Behinderung von Fußgängern gehören zu diesen Verkehrsübertretungen, bei denen Verwaltungsstrafen bis zu 2.180 Euro drohen", erklärt der ÖAMTC-Jurist.

Achtung: Ablenkung am Steuer

Auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung garantiert nicht automatisch Straffreiheit. "Hier gelten dieselben Prinzipien wie für das Telefongespräch mit Kabel. Wer abgelenkt ist und Fehler macht, kann rechtlich zur Verantwortung gezogen werden", so Hoffer. "Nach dem Gesetz sind nämlich alle Nebentätigkeiten am Steuer verboten, die den Lenker in seiner Aufmerksamkeit beeinträchtigen."

ÖAMTC begrüßt Entwurf einer Präzisierung des Handy-Verbotes

Der ÖAMTC steht den aktuellen Absichten der Regierung, das geltende Handy-Verbot zu überarbeiten, grundsätzlich positiv gegenüber. Demnach sollen künftig im Auto nur das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung sowie das Verwenden des Handys als Navigationsgerät erlaubt sein. Eine Studie des ÖAMTC (mit Video) zeigt etwa, dass ein Blick auf ein Gerät im Fahrzeug - ja nach aktueller Geschwindigkeit – bis zu 100 Meter „Blindflug“ bedeuten können. Daher ist der Vorstoß des Gesetzgebers als bewusstseinsbildende Maßnahme zu begrüßen. 

Handy-Verbote im europäischen Ausland

Mittlerweile ist überall in Europa das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung verboten. Wer dennoch ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter Handy-Verbot am Steuer in Europa und Verkehrsstrafen im Ausland. Ein Übersicht über die Verkehrsstrafen in Europa bietet weiters der Strafenkatalog Europa zum Download.