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DruckenReisepass gestohlen im Urlaub: Was jetzt zu tun ist
Erfahren Sie Schritt für Schritt, was im Fall eines Diebstahls von Reisedokumenten oder Führerschein im Ausland zu tun ist und wie Sie rasch zu Ersatz kommen.
Ein verlorener oder gestohlener Reisepass im Urlaub ist für viele Reisende ein echter Albtraum. Egal ob Reisepass, Handy oder Geldbörse betroffen sind, wer im Ausland bestohlen wird oder wichtige Dokumente verliert, sollte schnell handeln.
ÖAMTC Juristin Verena Pronebner rät zu folgenden Sofortmaßnahmen:
"Wenn Sie im Ausland bestohlen werden, erstatten Sie unbedingt sofort Anzeige bei der örtlichen Polizei. Lassen Sie sich eine Kopie der Diebstahlanzeige aushändigen, da Sie diese für weitere Schritte benötigen."
Denn nur mit einer Diebstahlanzeige können Sie notwendige Ersatzdokumente beantragen und Ansprüche bei der Versicherung geltend machen.
Gestohlener Reisepass: So bekommen Sie einen Notpass
Wenn der Reisepass oder der Personalausweis im Ausland gestohlen wurde, benötigen Sie ein Ersatzdokument für die Weiter- oder Rückreise. Österreichische Vertretungsbehörden (Botschaften, Generalkonsulate) sind befugt, in dringenden Fällen für die Heimreise sogenannte Notreisepässe auszustellen.
Folgende Schritte sind für die Ausstellung eines Notpasses erforderlich:
- Polizei informieren:
Erstatten Sie bei der örtlichen Polizei eine Diebstahlanzeige. - Botschaft kontaktieren und Notpass beantragen:
Wenden Sie sich an die österreichische Botschaft oder das Konsulat und beantragen Sie mit der Kopie der Diebstahlanzeige die Ausstellung eines Notpasses (falls vorhanden, Kopie des originalen Reisedokuments mitnehmen). - Zurück in Österreich:
Erstellen Sie erneut eine Diebstahlanzeige bei der österreichischen Polizei (dafür die ausländische Diebstahlanzeige mitnehmen). - Neuen Reisepass beantragen:
Beantragen Sie mit allen erforderlichen Unterlagen bei der Passbehörde die Neuausstellung eines Reisepasses oder Personalausweises.
Mehr Infos beim Außenministerium oder bei oesterreich.gv.at
Digitale Ausweise im Urlaub: Hilfe oder Ersatz?
Digitale Ausweise wie der digitale Identitätsnachweis über ID Austria (eAusweise) können im Notfall helfen, die eigene Identität nachzuweisen und Abläufe bei den Vertretungsbehörden zu beschleunigen. Sie sind jedoch kein Ersatz für einen Reisepass. Für die Heimreise aus dem Ausland ist weiterhin ein Notpass erforderlich.
Nein, für die Rückreise aus dem Ausland wird ein gültiges Reisedokument benötigt und das sind nur der Reisepass oder der Personalausweis. Geht der Reisepass oder der Personalausweis im Ausland verloren, ist für die Rückreise ein Ersatzdokument (Notreisepass) erforderlich.
- Der Notpass wird in der Regel für einen bestimmten, eingeschränkten Zeitraum (z. B. für die Dauer einer Reise, für die Rückreise) ausgestellt.
- In Ausnahmefällen kann der Notpass maximal ein Jahr lang gültig sein.
- Personen ab 12. Geburtstag: 112 Euro
- Kinder bis 2. Geburtstag: gebührenfrei bei Erstausstellung
- Kinder von 2 - 11 Jahren: 44 Euro
Wenn Sie sich in einem Land aufhalten, in dem es keine österreichische Vertretungsbehörde gibt (Botschaft oder Generalkonsulat), können Sie sich an jede Botschaft eines anderen EU-Mitgliedsstaates wenden (z. B. Deutschland). Diese kann ein "Emergency Travel Document" (ETD) ausstellen, das die Rückreise nach Österreich ermöglicht.
Gestohlener Führerschein: Vorläufige Fahrerlaubnis beantragen
Auch wenn der Führerschein gestohlen wird oder verloren geht, benötigen Sie für die Weiterfahrt ein Ersatzdokument. Folgende Schritte sind zu befolgen:
- Polizei informieren:
Erstatten Sie eine Diebstahlanzeige bei der örtlichen Polizei. Erkundigen Sie sich dabei, ob mit der Anzeige vorübergehend weitergefahren werden darf oder ob eine vorläufige Fahrerlaubnis erforderlich ist. - Botschaft kontaktieren:
Wenden Sie sich an die österreichische Botschaft oder das Konsulat. Die Botschaft oder das Konsulat prüft, ob Sie Inhaber eines gültigen Führerscheins sind. - Vorläufige Fahrerlaubnis besorgen
Falls erforderlich, lassen Sie sich mit der Bestätigung der Botschaft bzw. des Konsulats bei der örtlichen Polizei eine vorläufige Fahrerlaubnis ausstellen. Achtung: Diese ist nicht automatisch in anderen Ländern gültig. - Zurück in Österreich:
Erstellen Sie erneut eine Diebstahlanzeige bei der österreichischen Polizei (diese gilt in Österreich bis zu vier Wochen als Führerscheinersatz). - Neuen Führerschein beantragen:
Beantragen Sie bei der zuständigen Behörde die Ausstellung eines Ersatzführerschein.
Mehr Infos bei oesterreich.gv.at
Der digitale Führerschein wird aktuell nur in Österreich anerkannt. Aus diesem Grund ist er im Ausland kein Ersatz für einen gestohlenen oder verlorenen Führerschein. Erstatten Sie unbedingt eine Diebstahlanzeige und erkundigen Sie sich bei der örtlichen Polizei, ob diese für eine Weiterfahrt ausreicht oder ob Sie eine vorläufige Fahrerlaubnis benötigen.
Bei gestohlenem Kennzeichen gilt: Fragen Sie bei der örtlichen Polizei nach, ob Sie ohne oder mit einem selbst nachgebastelten "Ersatztaferl" weiterfahren dürfen und wie lange. In Österreich ist das gemeinsam mit einer Diebstahlanzeige bis zu eine Woche lang erlaubt.
Diebstahl von Debitkarte, Kreditkarte oder anderen Zahlungsmitteln
Wird im Urlaub die Geldbörse mit Debitkarte, Kreditkarte und/oder Bargeld gestohlen, ist schnelles Handeln entscheidend. Während Bargeld in der Regel unwiderbringlich verloren ist, kann bei Karten der finanzielle Schaden in Grenzen gehalten werden. Hier sind die wichtigsten Verhaltenstipps:
- Karte sofort sperren:
Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und lassen Sie Ihre Debit- und Kreditkarte sofort sperren. In vielen Banking-Apps ist eine Kartensperre via Handy-App möglich. - Polizei informieren:
Erstatten Sie Anzeige bei der örtlichen Polizei. Die Kopie der Diebstahlanzeige benötigen Sie für allfällige Rückerstattungen und Versicherungen. - Kontobewegungen prüfen:
Kontrollieren Sie über die Banking-App regelmäßig Ihre Umsätze und melden Sie auffällige Abbuchungen sofort.
Wichtige Sperrnummern (rund um die Uhr erreichbar):
- Debitkarte (Bankomatkarte): aus dem Ausland +43 1 204 88 00 (in Österreich: 0800 204 88 00)
- PayLife (Mastercard/VISA)*: +43 5 99 06 45 00
- Card Complete (Mastercard/VISA)*: +43 1 711 11 770
- American Express: aus dem Ausland +49 69 97 97 2000 (in Österreich: 0800 900 940)
* Grundsätzlich ist bei Kartenverlust oder Diebstahl die kartenausgebende Bank zu kontaktieren (IBAN bereithalten).
Ist man durch den Diebstahl in Geldnot, können Angehörige über ein internationales Geldtransferinstitut (z. B. Western Union) Geld überweisen. Ist die Beschaffung von Eigenmitteln absolut nicht möglich, ist das Bürgerservice des Außenministeriums in Zusammenarbeit mit den Vertretungsbehörden im Ausland bemüht, österreichischen Reisenden in solch einer Notlage beizustehen.
Mehr Infos beim Außenministerium
Mobile Payment mit Apple Pay oder Google Wallet ist in der Regel sehr sicher und kann das Risiko von Kartenmissbrauch deutlich reduzieren. Voraussetzung ist jedoch, dass das Smartphone gut geschützt ist und Sicherheitsfunktionen wie Face-ID oder Fingerabdruck aktiviert sind. Bei Verlust des Geräts sollte der Zugang sofort gesperrt werden.
Sicherheitstipps für Apple Pay & Google Wallet
- Aktivieren Sie Freigabe durch Face-ID oder Fingerabdruck
- Verwenden Sie eine starke Geräte-PIN
- Aktivieren Sie "Mein Gerät finden" (Android) bzw. "Mein iPhone suchen" (Apple): So können Sie ein verlorengegangenes Handy orten und gegebenenfalls das Gerät sperren.
- Google Wallet Zugriff am Sperrbildschirm einschränken
- Bei Verlust oder Diebstahl das Gerät sofort aus der Ferne sperren (über icloud- oder Google-Konto)
- Banking- und Wallet-Apps nur aus offiziellen App-Stores installieren
Diebstahl von Reisegepäck
Für Reisegepäck und Wertgegenstände bestehen oft eigene Reiseversicherungen, die Schäden durch Diebstahl abdecken. Allerdings sind Bargeld, Fahrkarten und wichtige Dokumente in vielen Fällen nicht oder nur eingeschränkt versichert.
Deshalb gilt: Prüfen Sie vor der Reise unbedingt Ihre Versicherungsbedingungen.
Auch ein Blick in die Haushaltsversicherung lohnt sich: Viele Polizzen enthalten eine sogenannte Außenversicherung, die auch im Urlaub greift. Diese deckt in der Regel Einbruchsdiebstahl oder Raub, jedoch keine einfachen Diebstähle oder Trickdiebstähle (z. B. Taschendiebstahl).
ÖAMTC Gepäck- und Stornoschutz
Diebstahl des Handys
Wird Ihr Smartphone im Urlaub gestohlen, sollten Sie sofort handeln, um Missbrauch zu verhindern und Ihre persönlichen Daten zu schützen:
- SIM-Karte umgehend sperren lassen
KOntaktieren Sie die Service-Hotline Ihres Mobilfunkanbieters, um die SIM-Karte sofort deaktivieren zu lassen. So verhindern Sie teure Telefonate oder mobile Datenkosten. - Gerät aus der Ferne sperren
Über Funktionen wie "Mein iPhone suchen" (Apple) oder "Mein Gerät finden" (Android) können Sie Ihr Handy orten, sperren und im Notfall alle Daten löschen. - Passwörter ändern
Ändern Sie alle wichtigen Zugangsdaten (E-Mail Konten, Online-Banking, Social Media, Online-Shopping), die auf dem Gerät gespeichert sind, um Missbrauch zu vermeiden.
Notieren Sie sich wichtige Telefonnummern für die SIM-Sperre und andere wichtige Telefonnummern und bewahren Sie diese getrennt von den Reisedokumenten auf. Es empfiehlt sich auch, die Seriennummer (IMEI) des Smartphones aufzuschreiben, um das Handy nach einem Diebstahl eindeutig identifizieren und sperren lassen zu können. Die IMEI wird durch Eintippen der Tastenkombination *#06# angezeigt.
Allgemeine Sicherheitstipps für die Reise
- Kopien wichtiger Dokumente mitführen
Erstellen Sie Kopien von Reisepass, Führerschein, Polizzen, Tickets etc. und bewahren Sie diese getrennt von den Originalen auf. - Dokumente digital sichern
Speichern Sie Scans und Fotos von wichtigen Unterlagen an einem sicheren Ort am Handy (z. B. Cloud, geschützter Ordner). - Wertgegenstände aufteilen
Bargeld, Debit- und Kreditkarte sollten auf mehrere sichere Orte verteilt werden (nicht alles in einer Geldbörse aufbewahren). - Notfallnummern griffbereit haben
Notieren Sie Notfallkontakte wie Sperrnummern, Mobilfunkanbieter, Versicherung offline auf einem Zettel und bewahren Sie diese getrennt vom Smartphone auf. - Mobile Payment vorbereiten
Aktivieren Sie Apple Pay oder Google Wallet als Backup, falls Ihre Geldbörse gestohlen wird (unbedingt mit PIN, Face-ID oder Fingerabdruck sichern). - Smartphone absichern
Aktivieren Sie Funktionen wie "Mein iPhone suchen" (Apple) oder "Mein Gerät finden" (Android). - Passwörter schützen und Vorsicht bei öffentlichen WLANs
Speichern Sie keine sensiblen Daten ungeschützt am Handy und vermeiden Sie Zahlungen oder Online-Banking über öffentliche Netzwerke. - Juristische Beratung nützen
In unaufschiebbaren Notfällen können sich ÖAMTC Mitglieder auch außerhalb der Bürozeiten an die juristische Nothilfe des ÖAMTC wenden. Aus dem Ausland: +43 1 25 120 00