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Wenn die Hitze zu Kopf steigt – Unfallgefahr durch Flüssigkeitsmangel

Jährlich etwa 250 Unfälle wegen Kreislaufproblemen. So bewahren Lenker einen kühlen Kopf – trinken, vorsichtig kühlen, pausieren.

Baby im Autositz  © iStockphoto
Baby im Autositz © iStockphoto

Die sommerliche Hitze kann für Verkehrsteilnehmer zur Gefahr werden: Die starke Belastung des Kreislaufs verursacht Konzentrationsstörungen, die sich in Unachtsamkeit und einer verlängerten Reaktionszeit äußern können. In den vergangenen fünf Jahren ereigneten sich auf Österreichs Straßen rund 250 Unfälle pro Jahr aufgrund von Kreislauf- oder Herzproblemen (Quelle: Statistik Austria). 

Dabei geht das Risiko insbesondere von hohen Temperaturen im und außerhalb des Fahrzeugs in Kombination mit zu seltenem Trinken aus. Bei Flüssigkeitsmangel nimmt das Blutvolumen ab – infolgedessen wird das Gehirn unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folge: die kognitive Leistungsfähigkeit nimmt ab. Bereits geringer Flüssigkeitsmangel macht sich sehr rasch mit verminderter Denk- und Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen und/oder Müdigkeit bemerkbar.

Neben hohen Temperaturen können auch chronische Erkrankungen, Verkühlung, Allergie, Probleme in der Schwangerschaft  oder strenge Diäten ein Auslöser für Kreislaufprobleme sein. Es ist wichtig, die eigene Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Bei ersten körperlichen Anzeichen sollte die Teilnahme am Straßenverkehr verschoben oder eine alternative Beförderungsmöglichkeit gesucht werden

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger

"Lenker, die zu wenig trinken, machen deutlich mehr Fahrfehler. Unangepasste Geschwindigkeit, ein abrupter Fahrstil, zu spätes Bremsen oder  Überfahren von Sperrlinien stellen eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar."

ÖAMTC warnt vor Hitzefalle Auto

Ab 40 Grad Innentemperatur wird es im Auto gefährlich. Richtiges Durchlüften und Windschutzscheibenfolie helfen am besten.

"Der Aufenthalt im Fahrzeug wird ab 40 Grad gefährlich, weil der Organismus solche Temperaturen kaum noch kompensieren kann. Diese Temperatur wird in einem geschlossenen, in der Sonne stehenden Auto bereits nach kurzer Zeit erreicht", warnt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Ausschlaggebend dafür ist nicht nur die Außentemperatur, sondern vor allem die Sonneneinstrahlung", so Kerbl. Aus diesen Gründen sollte man sich nie in einem geschlossenen, ungekühlten Auto aufhalten. Speziell Kinder und Tiere dürfen nicht einmal kurz in einer solchen Hitzefalle sein. "Vorsicht auch vor Verbrennungen: Innenausstattung wie Ganghebel, Sitze und Lenkrad können schnell bis zu 60 Grad heiß werden", so der Experte.

Fensterspaltöffnung wirkungslos – Klimaanlagen richtig nutzen

Immer wieder ist zu beobachten, dass Autofahrer die Fenster ihrer Wagen einen Spalt geöffnet haben, damit es nicht zu heiß wird. "Wir haben das getestet und es bringt nur einen Temperaturunterschied von zwei Grad – bei über 40 Grad ist das kaum wahrnehmbar und damit wirkungslos", erklärt der ÖAMTC-Techniker. Viel besser ist es, vor der Fahrt alle Türen und Fenster des Autos zu öffnen und so die heiße Luft entweichen zu lassen. "Bei einigen Herstellern gibt es die Möglichkeit, die Fenster aus der Ferne zu öffnen, indem man die 'Aufsperren'-Taste auf der Fernbedienung gedrückt hält. Einfach mal ausprobieren, ob das eigene Auto das kann", so Kerbl. Bei Klimaanlagen sollte man darauf achten, dass die kalte Luft einen nicht direkt anbläst und der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur nicht zu hoch ist, sonst riskiert man eine Erkältung. 

Windschutzscheibenfolie reduziert Innentemperatur um zehn Grad

Viele Autofahrer versuchen, ihr Fahrzeug mit einer Folie in der Frontscheibe vor großer Hitze zu schützen. "Eine gute Idee, das haben wir ebenfalls schon getestet", hält Kerbl fest. "Ohne Folie steigt die Temperatur am Armaturenbrett innerhalb einer Stunde auf bis zu 70 Grad an. Mit Folie kommen in der gleichen Zeit 'nur' 35 Grad zusammen." Auch die generelle Innentemperatur ist mit Sonnenschutzfolie um rund zehn Grad kühler. Wichtig: Die Folie muss verspiegelt und stark reflektierend sein, um solche Ergebnisse zu erzielen.

So bewahren Sie einen kühlen Kopf:

Trinken

Die empfohlene Flüssigkeitszufuhr liegt für Erwachsene bei mindestens 1,5 Litern pro Tag – an besonders heißen Tagen sogar bei drei Litern. Dabei ist es besser, häufiger kleinere Mengen als selten sehr viel zu trinken. Geeignete Getränke sind neben stillem Wasser auch gespritzte Säfte und Tee. Insbesondere Kinder oder mitfahrende Haustiere sollte man regelmäßig zum Trinken motivieren.

Klimaanlage

Trotz Hitze sollte man es mit der Klimaanlage nicht übertreiben. Stellt man sie zu kalt ein, ist der Temperaturunterschied zwischen innen und außen zu groß – was den  Körper zusätzlich strapaziert.

Schattenspender

Utensilien wie Sonnenblende, Sonnenschutzfolien oder -rollos halten die Hitze vom Fahrzeuginneren effektiv fern.

Pausen

Bei längeren Fahrten sollten unbedingt regelmäßige Pausen im Freien, möglichst auf einem schattigen Parkplatz, eingelegt werden – so vermindert man Müdigkeit und Unkonzentriertheit.

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