ÖAMTC und Polizei starten erste Radlichtaktion in Niederösterreich
Bewusstseinsbildung für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr
Sichtbarkeit kann im Straßenverkehr Leben retten – genau hier setzt die neue Radlichtaktion von ÖAMTC und Polizei Niederösterreich an. Sie knüpft an die seit vielen Jahren etablierte "Licht-Aktion" für Autofahrende an, bei der Autofahrer:innen mit mangelhafter oder defekter Fahrzeugbeleuchtung angehalten und Leuchtmittel bei Bedarf kostenlos ausgetauscht wurden. Dieses erfolgreiche Konzept wurde nun erstmals auch auf den Radverkehr übertragen. Der Startschuss dieser Initiative erfolgte nun in St. Pölten und in Krems.
Im St. Pöltener Regierungsviertel und am Kremser Stadtpark führten Polizist:innen gemeinsam mit ÖAMTC-Techniker:innen Kontrollen im Radverkehr durch. Im Fokus standen dabei Radfahrende mit mangelhafter oder fehlender Beleuchtung. Kamen diese am Kontrollpunkt vorbei, wurden sie angehalten und über ihre mangelhafte Ausrüstung informiert. Von Bestrafung wird bei dieser Aktion explizit Abstand genommen – die Bewusstseinsbildung steht im Vordergrund.
Im Anschluss an die Kontrolle erhielten die Fahrradfahrer:innen von den ÖAMTC-Techniker:innen neben Informationsmaterial auch kostenlos ein vorschriftsmäßiges Vorder- und Rücklicht. Darüber hinaus gab es vom ÖAMTC noch Speichenreflektoren sowie reflektierende Klackbänder und Textilaufkleber, die von Radland Niederösterreich zur Verfügung gestellt wurden und die Sichtbarkeit der Radfahrenden nochmal erhöhen.
Erfolgreicher Start der Aktion
Insgesamt wurden bei der rund einstündigen Aktion in St. Pölten und Krems 28 Radfahrer:innen angehalten und mit neuen Lichtern ausgestattet.
Willy Konrath, Leiter der Landesverkehrsabteilung
"Mit dieser Aktion wollen wir das Bewusstsein für Sichtbarkeit auch bei einspurigen Fahrzeugen stärken. Schließlich geht es im Straßenverkehr nicht nur darum, selbst gut zu sehen, sondern auch von anderen rechtzeitig gesehen zu werden. Die Ergebnisse bestätigen den Bedarf und Erfolg dieser Aktion."
© Heinz Stephan Tesarek
Auch die Leiter der ÖAMTC-Stützpunkte St. Pölten und Krems, Josef Strohmayer und Peter Kuderna, unterstreichen den präventiven Ansatz unisono: "Schon einfache Maßnahmen können die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöhen. Mit der Radlicht-Aktion sprechen wir Radfahrer:innen direkt an, sensibilisieren und helfen konkret – ganz ohne Strafen."
Korrekte und vorgeschriebene Beleuchtung an Fahrrädern und E-Bikes
Radfahren erfreut sich in Niederösterreich zunehmender Beliebtheit. Gleichzeitig besteht oft Unsicherheit über die gesetzlichen Anforderungen an die Fahrradausstattung. Verpflichtend sind unter anderem Reflektoren: vorne weiße, hinten rote, sowie gelbe an den Pedalen. Zudem sollten an beiden Rädern ebenfalls Reflektoren ("Katzenaugen") verbaut sein. Alternativ sind auch Reifen mit reflektierenden Umrandungen oder "Reflektor-Sticks" zulässig.
Scheinwerfer sind bei Dunkelheit und schlechter Sicht vorgeschrieben: vorne ein weißes oder hellgelbes Licht, das die Fahrbahn mit ruhendem Licht beleuchtet, hinten ein rotes Licht, das auch blinken darf. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, die Beleuchtung jederzeit mitzuführen – auch bei Tageslicht. Darüber hinaus benötigt ein Fahrrad auch eine Vorrichtung, um akustisch auf sich aufmerksam machen zu können: Die Fahrradglocke. Alternativ wäre auch eine Hupe zulässig.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann an den niederösterreichischen ÖAMTC-Stützpunkten auch den kostenlosen Fahrrad-Check absolvieren, bei dem das Rad auf Grundlage der Österreichischen Fahrradverordnung gecheckt wird. Mehr Infos unter: www.oeamtc.at/fahrrad.