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ESP und Gangwechselanzeige sind ab 1. November Pflicht

Für neu zugelassene Fahrzeuge in der EU ab 1. November 2014 ESP kann Schleudern verhindern, Gangwechselanzeiger reduziert Spritverbrauch

ESP © ÖAMTC
ESP  -  ESP steht für Elektronisches Stabilitätsprogramm: Der Schleuderschutz stabilisiert ein Auto in kritischen Fahrsituationen. Serienmäßig - so wie ABS. © ÖAMTC

Mit 1. November 2014 werden zwei Änderungen für Neufahrzeuge schlagend:
So müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP bzw. ESC) ausgestattet sein. Ausgenommen sind nur einige Bus- und Lkw-Klassen.

Einen Gangwechselanzeiger benötigen alle Pkw mit einer Bezugsmasse bis 2.610 Kilogramm.

Die Bezugsmasse ist das Eigengewicht plus 25 kg. "Der Gangwechselanzeiger ist ein optisches Signal, das angibt, ab wann in den nächsthöheren Gang geschaltet werden sollte. Ziel ist die Reduzierung des Kraftstoffverbrauches", erklärt Friedrich Eppel, stv. ÖAMTC-Cheftechniker. Diese Vorschrift gilt nur für Handschaltgetriebe, nicht für Automatik.

Die Ausstattung von allen Neuwagen mit ESP dient der Verkehrssicherheit.

"ESP ist neben dem Gurt einer der wichtigsten Lebensretter. Denn ESP reduziert die Anzahl von Schleuderunfällen", unterstreicht der Club-Experte die Bedeutung des elektronischen Assistenzsystems für den Rückgang der Unfallzahlen.

Ein Produkt, viele Namen - so funktioniert ESP

ESP hat je nach Hersteller einen anderen Namen, aber ein Ziel: das Schleudern des Fahrzeugs möglichst zu verhindern. Technische Grundlage sind verschiedene Sensoren im Fahrzeug. Die einen messen, wohin der Fahrer steuert, andere erfassen die Drehbewegungen des Fahrzeugs. In einem Steuergerät werden diese Informationen verarbeitet. Bei "Widersprüchen" - wenn also die Daten nicht korrelieren - greift das Steuergerät ein und bremst gezielt einzelne Räder ab, um das Fahrzeug zu stabilisieren und ein Schleudern zu verhindern.

"Greift ESP ein, wird das Auto sozusagen über die Bremsen 'gelenkt'. Der Fahrer bekommt davon meist nicht mehr mit als das Blinken der ESP-Kontrollleuchte", erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Die Steuerung der Bremsen ist die Basis, je nach System sind auch weitere Eingriffe, unter anderem in die Lenkung, möglich - auf diese Weise kann z. B. bei einigen Systemen der Lenkeinschlag angepasst werden.

Schleudern trotz ESP möglich, Assistenzsysteme aktiv erfahren

Allerdings kann man auch mit ESP die Grenzen der Physik nicht überwinden. "Dem Fahrer muss bewusst sein, dass er sich bereits im Grenzbereich bewegt, wenn die ESP-Kontrollleuchte blinkt. Bereits bei kleinen weiteren Einflüssen, wie z. B. einer geringen Geschwindigkeitserhöhung oder Verminderung der Fahrbahngriffigkeit, ist ein Fahrzeug dann auch mit ESP nicht mehr beherrschbar", warnt der ÖAMTC-Techniker.

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