13 Fotos: ÖAMTC/APA-Fotoservice/Ben Leitner (1), ÖAMTC/C18 (1), Sebastian Weissinger (1) INNOVATION Christophorus die Crews alarmiert. Und die meisten Einsätze führen nicht zu Unfällen oder alpinen Notlagen, sondern zu internistischen und neurologischen Notfällen. Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere akute Erkrankungen bestimmen inzwischen das Einsatzgeschehen. Flugrettung ist damit längst mehr als ein Rettungsmittel für Ausnahmefälle geworden, sie ist ein fixer Bestandteil der medizinischen Versorgung. Diese Entwicklung hat nicht nur das Einsatzspektrum verändert. Sie hat die gesamte Organisation verändert. Die Unsichtbaren Wer an Flugrettung denkt, denkt zunächst an Pilot:innen, Flugretter:innen und Notärzt:innen. Weniger sichtbar sind hingegen jene Menschen, die dafür sorgen, dass die Hubschrauber überhaupt in die Luft gehen können. Wartungshangars, Werkstätten und Büroräume gehören genauso zur Flugrettung wie Cockpits und Kabinen. Ganz gleich ob im Backoffice, im AirRescueCollege oder im hauseigenen Wartungs- und Designbetrieb HeliAir, jede:r Einzelne trägt dazu bei, dass das System funktioniert. Die gelben Hubschrauber sind das sichtbare Zeichen nach außen, das große Team und die viele Arbeit dahinter bleiben meist unsichtbar. Innovation aus dem Alltag Die spannendsten Entwicklungen beginnen oft mit einer einfachen Frage. Wie kann man medizinische Geräte leichter einbauen? Wie lässt sich Gewicht sparen? Wie können Crews effizienter arbeiten? Aus genau solchen Überlegungen heraus entwickelten die Techniker:innen der HeliAir den „Kokon“, einen modularen medizinischen Innenausbau für Hubschrauber. Was zunächst sehr technisch klingt, erleichtert den Arbeitsalltag erheblich. Ausrüstung kann flexibler integriert und an neue Anforderungen angepasst werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Nachtflug. Vor nicht einmal fünfzehn Jahren galt dieser in Österreich noch als große Vision. Heute gehören Nachtsichtgeräte, spezielle Verfahren und verlängerte Dienstzeiten an nahezu allen Standorten der ÖAMTC-Flugrettung längst zum Standard. Und der Ausbau geht weiter. Christophorus Europa 3 in Suben wird künftig nicht nur Oberösterreich, sondern auch Teile Bayerns rund um die Uhr versorgen. Und mit Christophorus 3 in Wiener Neustadt wird die Zahl der 24-Stunden-Stützpunkte im kommenden Jahr auf insgesamt fünf anwachsen. Bemerkenswert ist dabei, dass viele dieser Ideen nicht in Forschungszentren, sondern direkt aus den Erfahrungen des täglichen Flugbetriebs entstehen. Das erklärt auch, warum die Expertise der ÖAMTC-Flugrettung mittlerweile auch bei internationalen Projekten gefragt ist. Mitreden statt nur kaufen Ein Beispiel dafür ist die neue Airbus H140. Bei der Entwicklung des künftigen Hubschraubermodells flossen Erfahrungen verschiedener Betreiber direkt ein. Auch jene der ÖAMTC-Flugrettung. Ein zentrales Anliegen dabei war mehr Platz in der Kabine. Das klingt zunächst wenig spektakulär. Dahinter steckt allerdings eine grundlegende Entwicklung der modernen Notfallmedizin. Patient:innen werden heute intensiver versorgt, die medizinische Ausrüstung wird umfangreicher und Transporte dauern teilweise viel länger als früher. Notarzthubschrauber Marco Trefanitz (1. v. l.) konnte auch Innenminister Gerhard Karner (4. v. l.) begrüßen. „Seit mehr als vier Jahrzehnten wird das System laufend weiterentwickelt – manchmal in großen Schritten, oft im Detail, aber immer mit dem gleichen Ziel: Patient: innen noch schneller und besser zu versorgen.“ MARCO TREFANITZ CEO der ÖAMTC-Flugrettung entwickelt sich dadurch immer mehr zu fliegenden Schockräumen. Aber auch jenseits des Hubschraubers verändert sich Flugrettung laufend. Digitale Flugunterlagen ersetzen Papier, neue Kommunikationssysteme ermöglichen Datenaustausch in Echtzeit, medizinische Informationen können bereits während des Fluges an Kliniken übermittelt werden. Gleichzeitig wird aber auch an Herausforderungen gearbeitet, die seit Jahrzehnten bestehen. Eine davon heißt Nebel. Beim Projekt „Point in ›
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