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ÖAMTC-Winterreifentest 2026: Viele Modelle scheitern an Ausgewogenheit

Nur sechs von 32 schaffen ein "gut", acht fallen mit "nicht genügend" durch

Wer Winterreifen kauft, sollte sich weder auf bekannte Markennamen noch auf Bestwerte in einzelnen Disziplinen verlassen – das zeigt der aktuelle Winterreifentest des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen. Untersucht wurden jeweils 16 Modelle in den Dimensionen 185/65 R15 und 225/50 R17. Das Fazit fällt ernüchternd aus: Nur insgesamt sechs Reifen erreichen die Gesamtwertung "gut", zwölf weitere schaffen ein "befriedigend". Dem stehen sechs mit "genügend" beurteilte Modelle und gleich acht, die mit "nicht genügend" durchfallen, gegenüber.

Besonders bei Nässe, einem der häufigsten Fahrbahnzustände im Winter, hatten einige Reifen erhebliche Probleme. Aber auch auf Schnee und – in geringerem Maße – auf trockener Fahrbahn gab es Ausreißer nach unten. "Gerade im Winter kommen die unterschiedlichsten Fahrbahneigenschaften vor. Entsprechend wichtig ist ein ausgewogener Reifen, der unter allen Bedingungen funktioniert", stellt ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl klar. "Davon gibt es im aktuellen Test zwar einige – auffällig ist jedoch, dass viele Modelle, darunter auch von bekannten Herstellern, nicht immer ausgewogene Ergebnisse erzielen konnten."

Gute Gesamtergebnisse als Ausnahme – und nicht an "große Namen" gebunden

In der Mittelklasse-Dimension 225/50 R17 erreichen lediglich der Pirelli Cinturato Winter 3, der Continental WinterContact TS 870, der Goodyear UltraGrip Performance 3 und der Michelin Alpin 7 die Note "gut". Bei der im Kleinwagen-Segment beliebten Größe 185/65 R15 erreichen lediglich der Continental WinterContact TS 870 und der Michelin Alpin 7 diese Bewertung und zählen zu den empfehlenswertesten Modellen.

Durchaus überraschend: Im mit "befriedigend" bewerteten Mittelfeld liegen bei den "185ern" der Linglong Sport Master Winter und der Optimo Winter Touring OW41 noch vor deutlich bekannteren Namen wie Goodyear (immerhin auch noch "befriedigend"), Bridgestone, Nokian und Vredestein (jeweils "genügend"). Vor letzteren reiht sich auch der GT Radial WinterPro2 Evo mit einem "befriedigend" ein. "Wie wir es aus anderen Produkttests kennen, ist ein großer Name keine Garantie für überlegene Qualität. Umgekehrt zeigt der Winterreifentest aber auch, dass weniger bekannte Hersteller nicht automatisch eine gute Wahl sind. Umso zentraler sind unabhängige Untersuchungen als Orientierung für die Konsument:innen", so Kerbl.

Nasse Fahrbahn trennt die Spreu vom Weizen – gute Schnee-Leistung allein reicht nicht aus

Mehrere Modelle wurden aufgrund ihrer schwachen Leistungen auf nasser Fahrbahn mit "nicht genügend" beurteilt. Besonders die Unterschiede bei den Bremswegen sind erheblich: Während die besten Reifen bereits zum Stillstand gekommen sind, sind die schwächsten Modelle noch mit hohen Restgeschwindigkeiten von fast 50km/h unterwegs. "Gerade, wenn es nass ist, entscheiden oft wenige Meter, ob es zu einem schweren Unfall kommt. Deshalb spielen die Leistungen bei Regen für die Gesamtbewertung eine besonders wichtige Rolle", erklärt Kerbl.

Der Test zeigt zudem, dass gute Schneeeigenschaften allein nicht ausreichen. So erzielt etwa der Sunwide Snowide in der Dimension 225/50 R17 die beste Bewertung in dieser Kategorie, erhält aufgrund deutlicher Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn aber dennoch die Gesamtnote "nicht genügend". Bei den Kleinwagenreifen verhält es sich ähnlich: Der Rockblade Rock 868S liefert auf Schnee die beste Leistung des gesamten Testfeldes ab, fällt aufgrund gravierender Defizite auf trockener und vor allem nasser Fahrbahn jedoch ebenfalls durch.

Hersteller sollten Umweltaspekte nicht vernachlässigen

Neben der Fahrsicherheit spielen Laufleistung, Abrieb, Effizienz, Geräuschentwicklung und Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle. Besonders auffällig ist hier die Kleinwagen-Dimension: Kein einziger Reifen schafft eine gute Gesamtwertung in der Umweltbilanz. Hauptgrund ist die vergleichsweise geringe prognostizierte Laufleistung: Im Durchschnitt liegen die getesteten Modelle bei rund 31.000 Kilometern und damit deutlich unter vielen anderen Reifendimensionen.

In der Dimension 225/50 R17 zeigt sich dagegen zumindest in dieser Hinsicht ein ausgewogeneres Bild. Hier erzielen einzelne Modelle sowohl in Sicherheits- als auch in Umweltkriterien überzeugende Ergebnisse.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Nur sechs von 32 getesteten Winterreifen erhalten die Bewertung "gut", acht fallen mit "nicht genügend" durch.
  • Die größten Sicherheitsunterschiede zeigen sich auf nasser Fahrbahn – hier fallen mehrere Modelle deutlich ab.
  • Gute Leistungen auf Schnee allein reichen für eine Empfehlung nicht aus.
  • Bekannte Markennamen sind keine Qualitätsgarantie; einzelne weniger bekannte Hersteller schneiden besser ab als etablierte Anbieter.
  • Entscheidend bleibt eine ausgewogene Gesamtleistung auf trockener, nasser und winterlicher Fahrbahn.
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Bilder & Grafiken

ÖAMTC-Winterreifentest 2026 © ÖAMTC
ÖAMTC-Winterreifentest 2026 © ÖAMTC/Wittkowski
ÖAMTC-Winterreifentest 2026 © ÖAMTC/Wittkowski
ÖAMTC-Winterreifentest 2026 © ÖAMTC/Wittkowski
ÖAMTC-Winterreifentest 2026 © ÖAMTC/Wittkowski
Das Bild ist ein Portrait von Steffan Kerbl, der frontal in die Kamera schaut, eine graue Jacke mit gelber ÖAMTC-Aufschrift trägt und die Arme verschränkt. KERBL Steffan (3) © ÖAMTC/Wirl

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