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ÖAMTC: Viel Verkehr, Stress, Ungeübtheit und Ablenkung begünstigen Auffahrunfälle
Hauptunfallursache mangelnder Sicherheitsabstand
Mit Urlauben, Ausflügen und Veranstaltungen sorgt der Sommer für erhöhtes Verkehrsaufkommen. Damit steigt auch die Gefahr von Auffahrunfällen. "Hohe Verkehrsdichte, egal ob im hochrangigen Netz oder im Stadtverkehr, erfordert hohe Konzentration. Je unaufmerksamer Verkehrsteilnehmer:innen unterwegs sind, desto eher wird ein falscher Abstand gewählt – so kann es rasch zu Auffahrunfällen mit Personenschaden kommen", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
Im Jahr 2024 waren 14 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden Auffahrunfälle – konkret waren das 5.027 Unfälle mit 16 getöteten und knapp 7.300 verletzten Personen. Die meisten Auffahrunfälle mit Personenschaden, mit knapp 500 pro Monat, passierten im Jahr 2024 von Juni bis September.
Gerade im Urlaub oder bei Ausflügen werden weniger gewohnte Strecken befahren, Fahrten finden zu anderen Zeiten statt und oftmals gibt es veränderte "Mitfahrer:innenkonstellationen", es sind dann z. B. Kinder mit an Bord, nur Ältere unter sich oder auch ausschließlich junge Beifahrer:innen in einem Wagen unterwegs. "Wichtig ist, dass das auf die Aufmerksamkeit der lenkenden Person und die Einhaltung des Sicherheitsabstandes keinen negativen Einfluss hat", so Seidenberger. Gefährlich sind zudem Über- wie Unterforderung (monotone Fahrstrecken) sowie Müdigkeit – dies kann Auffahrunfälle begünstigen.
Auch Baustellen und Umleitungen können verstärkt die Aufmerksamkeit fordern. "Baustellenankündigungen sollte man konzentriert erfassen, der Fahrspurveränderung innerhalb der orangen Bodenmarkierung folgen, das Tempo verringern, den Abstand vergrößern und die gesamte Baustelle vorausschauend durchfahren. Baustellenmarkierungen können sogar moderne Assistenzsysteme an ihre Grenzen bringen, man sollte darauf gefasst sein, im Notfall korrigierend eingreifen zu können", warnt die Expertin.
Absichtliches Drängeln als Auslöser für Fahrfehler
Oftmals wird ein zu geringer Sicherheitsabstand als gefährliches Druckmittel verwendet. "Wenn sich jemand absichtlich dicht an die Stoßstange des vorderen Autos hängt und drängelt, fühlt sich das für deren:dessen Lenker:in sehr unangenehm an. So eine Stresssituation begünstigt Fahr- und Verhaltensfehler und kann zu einem Unfall führen", warnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Zu geringer Abstand ist aber auch strafbar und kann dem:der Drängler:in eine Anzeige einbringen.
Fahranfänger:innen fehlt die Einschätzung für den richtigen Abstand
Neben Unaufmerksamkeit, Müdigkeit, Überforderung, Hitze und Stress erhöht auch Ungeübtheit die Gefahr von Auffahrunfällen. "Viele Fahranfänger:innen nutzen den Sommer, um bei schönem Wetter Routine zu sammeln. Die Kombination aus richtigem Sicherheitsabstand und angepasster Geschwindigkeit gelingt aber nicht immer von Anfang an", macht Seidenberger aufmerksam. In den vergangenen sieben Jahren waren die 20- bis 29-Jährigen mit 26 Prozent die häufigsten Verursacher:innen von Auffahrunfällen mit Personenschaden.
Übung hilft – erfahrene Beifahrer:innen, gut geschulte Fahrlehrer:innen und Fahrtechniktrainings geben Sicherheit
Bei einem Training in einem der acht ÖAMTC Fahrtechnik Zentren kann man die eigene Fahrtechnik perfektionieren. Dank des weitläufigen Geländes mit großen Schutzräumen trainiert man unterschiedliche Fahrmanöver auf verschiedenen Fahrbahnverhältnissen mit realitätsnahem Tempo. Nähere Infos und Anmeldung unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.
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