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ÖAMTC: Tagfahrlicht ersetzt keine vollständige Beleuchtung
Vorne sichtbar, hinten oft dunkel: Häufige Fehleinschätzung birgt Unfallrisiko
Mit den kürzer werdenden Tagen im Herbst nehmen Fahrten bei Dämmerung, Nebel und Regen zu. Gerade dann ist eine funktionierende Fahrzeugbeleuchtung entscheidend für die Verkehrssicherheit. "Das automatische Tagfahrlicht, mit dem moderne Fahrzeuge ausgestattet sind, ist grundsätzlich sinnvoll. Zumindest die Frontbeleuchtung ist dadurch immer eingeschaltet, auch wenn man nicht aktiv daran denkt", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
Die Technik kann allerdings auch zu gefährlichen Missverständnissen führen. Viele ältere Fahrzeuge verfügen über keine Lichtautomatik. Wer sich darauf verlässt, riskiert im schlimmsten Fall, ganz ohne Licht unterwegs zu sein. Besonders bei Miet-, Leih- oder Carsharing-Fahrzeugen sollte deshalb immer kontrolliert werden, ob die Beleuchtung tatsächlich eingeschaltet ist.
Ein weiteres Problem: Vielen Lenker:innen ist nicht bewusst, dass beim Tagfahrlicht in der Regel nur die Frontbeleuchtung aktiv ist, während die Rücklichter dunkel bleiben. "Das ist besonders gefährlich, weil man selbst das Gefühl hat, gut sichtbar zu sein. Tatsächlich kann das Fahrzeug bei schlechten Sichtverhältnissen von nachfolgenden Verkehrsteilnehmer:innen jedoch deutlich schlechter erkannt werden", warnt Seidenberger.
Die Expertin empfiehlt daher, beim Start kurz zu prüfen, ob auch die Heckbeleuchtung aktiviert ist. "Wer ein Fahrzeug lenkt, sollte die Funktionsweise seiner Lichtanlage kennen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe", betont Seidenberger. Bei Verstößen gegen die Beleuchtungsvorschriften drohen Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro. Noch schwerer wiegt allerdings das erhöhte Unfallrisiko durch die mangelnde Sichtbarkeit.
Unterschiedliche Regeln in Europa
Seit Februar 2011 müssen alle innerhalb der EU neu typengenehmigte Pkw mit Tagfahrleuchten ausgestattet sein. Diese dürfen bei guten Sichtverhältnissen anstelle des Abblendlichts verwendet werden. Sobald die Sicht durch Regen, Nebel oder Dämmerung beeinträchtigt ist, sollte jedoch stets das Abblendlicht eingeschaltet werden.
Wer mit dem Auto oder Motorrad ins Ausland reist, sollte zudem die jeweiligen Vorschriften kennen. "Anders als in Österreich gilt in einigen Ländern ganzjährig eine Lichtpflicht am Tag", so ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek. In der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien müssen Autofahrende ganzjährig mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht unterwegs sein. In Italien besteht außerhalb von Ortschaften Lichtpflicht. In Kroatien muss zwischen 1. November und 31. März auch tagsüber mit Licht gefahren werden. Für Motorräder gilt dort ebenso wie in Spanien und Frankreich eine ganzjährige Lichtpflicht. Für Pkw wird in Frankreich die Verwendung von Tagfahrleuchtenempfohlen.
"Sichtbarkeit ist ein entscheidender Sicherheitsfaktor – für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer:innen", betont Polasek. "Ein kurzer Check in der Länderinfo vor Reiseantritt spart Ärger, Geld und kann im Ernstfall Leben retten." Die ÖAMTC Länderinfo gibt’s auch in der ÖAMTC APP Meine Reise.
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