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ÖAMTC: Häufige Spurwechsel im dichten Verkehr erhöhen Stau- und Unfallrisiko
So kommen Autofahrer:innen auch bei hohem Verkehrsaufkommen sicher und entspannt ans Ziel
Die Urlaubssaison ist in vollem Gange und macht sich auch mit erhöhtem Verkehrsaufkommen auf Österreichs Straßen deutlich bemerkbar. Laut ÖAMTC-Reisemonitoring haben heuer rund 70 Prozent aller Österreicher:innen vor, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Daher ist in den kommenden Wochen weiterhin mit stark frequentierten Straßen zu rechnen – Staus sind vorprogrammiert.
Neben hoher Verkehrsbelastung zählen Baustellen und Unfälle zu den häufigsten Ursachen für Staus. Auch schlechte Witterungsverhältnisse oder das Verhalten einzelner Lenker:innen können den Verkehrsfluss erheblich beeinträchtigen. Nicht selten löst sich ein Stau wieder auf, ohne dass eine Unfall- oder Baustelle passiert wurde. "Der Grund dafür liegt häufig im Fahrverhalten. Zu geringer Sicherheitsabstand, große Geschwindigkeitsunterschiede oder häufige Fahrstreifenwechsel bringen den Verkehrsfluss aus dem Gleichgewicht. Dadurch entsteht der sogenannte Ziehharmonika-Effekt, der sich immer weiter fortsetzt, bis einzelne Fahrzeuge schließlich zum Stillstand kommen und sich ein Stau bildet", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Ungeduld und häufige Fahrstreifenwechsel können die Situation noch zusätzlich verschärfen und dafür sorgen, dass sich bereits entstandene Staus noch weiter ausdehnen.
Kolonnenspringen bringt kaum Zeitgewinn, erhöht aber das Unfallrisiko
Gerade bei dichtem Verkehr wechseln viele Autofahrer:innen immer wieder die Spur, um vermeintlich schneller voranzukommen. Tatsächlich bleibt der erhoffte Zeitvorteil meist aus. "Wer sich durch häufige Fahrstreifenwechsel einen Vorsprung verschaffen möchte, gewinnt in der Praxis kaum Zeit. Das zeigen auch Untersuchungen aus der deutschen Stauforschung. Entscheidend ist vielmehr ein gleichmäßiger Verkehrsfluss: Je harmonischer der Verkehr läuft, desto schneller kommen alle ans Ziel", so David Nosé. Gleichzeitig weist der ÖAMTC-Verkehrsexperte auf die negativen Folgen hin: "Häufige Spurwechsel setzen andere Verkehrsteilnehmer:innen unter Druck. Viele versuchen dann, die entstandenen Lücken sofort wieder zu schließen, indem sie dichter auffahren, was wiederum die Unfallgefahr erhöht."
Grundsätzlich ist das "Kolonnenspringen" in Österreich nicht ausdrücklich verboten. Fahrstreifenwechsel bei dichtem Verkehr sind zulässig, sofern dadurch keine anderen Verkehrsteilnehmer:innen behindert oder gefährdet werden und der Wechsel rechtzeitig durch Blinken angekündigt wird. Ebenso ist ein Spurwechsel unter diesen Umständen zulässig, wenn er für das das Bilden einer Rettungsgasse erforderlich ist. Wer beim Fahrstreifenwechsel andere Verkehrsteilnehmende behindert oder den Spurwechsel nicht ordnungsgemäß anzeigt, muss jedoch mit einer Geldstrafe von bis zu 726 Euro rechnen.
Mit Gelassenheit und Rücksicht sicher durch den Stau kommen
Auch wenn der Verkehr einmal ins Stocken gerät, zahlt sich Ruhe aus. Wer vorausschauend fährt und auf andere Rücksicht nimmt, trägt dazu bei, dass sich die Verkehrssituation schneller wieder normalisiert. Das in Kauf genommene Unfallrisiko steht jedenfalls in keinem Verhältnis zu einem möglichen Zeitgewinn von wenigen Sekunden oder Minuten.
Für ein möglichst sicheres und effizientes Vorankommen empfiehlt der ÖAMTC folgende Verhaltensregeln:
- Vorausschauend fahren: Verkehrssituationen frühzeitig erkennen, gleichmäßiges Tempo halten, Lücken langsam schließen – ohne abrupt zu beschleunigen oder zu bremsen.
- Ausreichend Abstand halten: Frühzeitiges und möglichst gleitendes Abbremsen sowie genügend Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten – auch bei niedrigen Geschwindigkeiten.
- Spur möglichst beibehalten: Unnötige Fahrstreifenwechsel vermeiden und sich frühzeitig richtig einordnen.
- Rettungsgasse vorbereiten: Sobald sich dichter Verkehr und ein möglicher Stau abzeichnen, rechtzeitig so einordnen, dass eine Rettungsgasse jederzeit gebildet werden kann.
- Gefahrenstelle zügig passieren: Sich von Unfällen oder Pannen nicht ablenken lassen, um zusätzliche Verzögerungen zu vermeiden.
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