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ÖAMTC: Bike-Sharing – weltweit 10 Millionen Leihräder unterwegs

Asien größter Markt, Niederlande Vorreiter im Bereich der Leihradsysteme

Sharing-Modelle ermöglichen individuelle Mobilität ohne große Investition in eigene Fortbewegungsmittel. Die Vorteile von Leihradsystemen, insbesondere im urbanen Raum, liegen auf der Hand: Bike-Sharing ist günstig – das geliehene Fahrrad kostet meist nicht viel mehr als 1 Euro pro Stunde – und bietet sich für kurze bis mittlere Strecke an. Leihfahrräder lassen sich außerdem optimal mit anderen Transportmodi wie Bahn, öffentlichem Nahverkehr oder E-Rollern kombinieren. Zudem bieten geliehene Fahrräder in der aktuellen Corona-Pandemie eine zusätzliche Möglichkeit, sich kontaktlos fortzubewegen und die Sicherheitsabstände einzuhalten. Weltweit existieren 1.250 verschiedene Verleihsysteme in über 70 Ländern mit insgesamt mehr als 10 Millionen Leihrädern. Der größte Markt ist Asien: Allein in Peking stehen rund 2,3 Millionen Leihfahrräder zur Verfügung. In Europa liegen London (mit 18.000 Fahrrädern), Paris (15.000) und Berlin (14.000) mit dem dichtesten Leihradnetz vorne. In den USA bieten New York, Seattle und San Francisco immerhin 8.000 Fahrräder zur Miete. Hierzulande werden in Wien über den Anbieter Citybike rund 1.500 Fahrräder zur Miete angeboten – auf 1.000 Einwohner kommen in der österreichischen Hauptstadt demnach 0,79 Leihräder. In den Bundesländern bietet Nextbike rund 2.000 Leihräder in rund 22 Gemeinden zur Miete an (Quelle: ÖAMTC-Innovation). "Studien gehen davon aus, dass Bike-Sharing in Zukunft auf kurze und mittlere Distanzen günstiger sein wird als etwa autonome Fahrzeuge", lässt Christian Huter, Innovationsmanager beim Mobilitätsclub, in die Zukunft blicken.

Bike-Sharing als integraler Bestandteil der multi- und intermodalen Mobilität

Als globaler Vorreiter in Sachen Bike-Sharing gilt Amsterdam: In der niederländischen Hauptstadt standen bereits in den 1960er-Jahren unverriegelte Fahrräder – sogenannte "White Bikes" – zur freien Verfügung. Später etablierten sich in vielen Städten pfandbasierte Systeme, wie z. B. das von ”Viennabike”, dem ersten Bike-Sharing-Anbieter Wiens. Das Projekt scheiterte jedoch nach wenigen Wochen, da nur ein Teil der bereitgestellten 1.500 Fahrräder wieder auffindbar war. Kurz darauf gründete die Werbegesellschaft Gewista das Bike-Sharing-Unternehmen Citybike, welches unter der Federführung der Stadt Wien seit 2003 betrieben wird. Erstmals mussten sich interessierte Radler vor der Nutzung der Räder registrieren. Fälle von Vandalismus und Diebstahl konnten durch das System verringert werden. 2014 erfolgte ein Ausbau des Wiener Citybike-Bestandes auf insgesamt 121 Stationen – eine Modernisierung der Flotte erfolgte allerdings nicht. Generell unterscheidet man bei Bike-Sharing-Modellen zwischen stationsgebundenen sowie "Free-Floating-Modellen" – das sind frei stehende Fahrräder, die räumlich flexibel angemietet und abgestellt werden können – und Hybridlösungen, die beides miteinander verbinden. "Free-Floating" Bike-Sharing wurde hierzulande von asiatischen Firmen wie ofo und oBike angeboten, konnte sich jedoch aufgrund von Vandalismus und qualitativen Mängeln nicht auf dem österreichischen Markt halten. Auch der Anbieter 'Donkey Republic', der eine Mischform aus Free Floating und stationsbasierten Fahrrädern anbot, funktionierte in Wien nicht auf Dauer.

Mobilitätsclub empfiehlt Optimierung des Citybike-Flottenmanagements

2018 zählte Citybike bereits mehr als 1 Million Fahrten und 3,5 Millionen zurückgelegte Kilometer, ehe in diesem Jahr das Ende für den Betrieb drohte. Das Aus wurde vonseiten der Stadt Wien kürzlich abgewendet. Die Wiener Linien wurden daraufhin für die Fortführung des Betriebes und der Weiterentwicklung der Citybike-Flotte beauftragt. "Der ÖAMTC begrüßt die Entscheidung des Bürgermeisters – schließlich ist Citybike Wien ein wesentlicher Baustein für die Multimodalität in unserer Stadt. Das Angebot wird von vielen Wienerinnen und Wienern, Pendlerinnen und Pendlern aus Niederösterreich und dem Burgenland sowie Touristen genützt", zeigt sich Ernst Kloboucnik, ÖAMTC-Landesdirektor für Wien, Niederösterreich und das Burgenland über die Fortführung erfreut. Aus Sicht des ÖAMTC ist das Flottenmanagement jedoch wesentlich weiterzuentwickeln. "Ein ausgewogener Flottenmix aus Fahrrädern, E-Bikes und Lastenrädern würde das Angebot vervollständigen. Zudem wäre es sinnvoll, den Stationsabstand zu verringern und die Verteilung der Räder über eine Ausdehnung des Geschäftsgebiets auf das gesamte Stadtgebiet zu erweitern", so Huter.

Grafik-Copyright: ÖAMTC/auto touring

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