ÖAMTC: Ab in den Süden – Italien und Kroatien sind beliebteste Reiseziele
Maut, Vignetten und Fahrverbotszonen: Reiseexpertin klärt über häufige Unsicherheiten auf
Auch heuer sind Italien und Kroatien bei den Österreicher:innen wieder die beliebtesten Destinationen für den Sommerurlaub – und laut ÖAMTC Reisemonitoring 2026 fahren 70 Prozent der Österreicher:innen mit dem Pkw in den Urlaub. Um Sonne, Strand und Meer auch genießen zu können, erinnert Yvette Polasek, Reiseexpertin beim ÖAMTC, worauf man bei der Autoreise in den Süden achten sollte: "Gerade zum Thema Maut bekommen wir immer wieder Anfragen von Mitgliedern, die sich unsicher sind, was nun wo gilt. Vor allem das sogenannte Free-Flow-System, das teilweise in Italien eingesetzt wird, oder auch die kommende Umstellung auf ein digitales System in Kroatien sorgen bei einigen Autoreisenden für Verunsicherung. Was wir jedenfalls immer empfehlen, ist, alle bezahlten Tickets und Belege von Parkgebühren, Maut und Co. zur Sicherheit auch nach dem Urlaub noch für einige Zeit aufzubewahren."
Italien – Free-Flow-System bei Maut und innerstädtische Fahrverbotszonen beachten
- Mautstrecke: Fährt man mit dem Auto nach Italien auf Urlaub, sollte man bei der Mauterhebung auf den Autobahnen A21, A33, A36, A59 und A60 – nördlich bzw. nordwestlich von Mailand – die Zahlung kontrollieren. "Die Mauterhebung erfolgt durch eine elektronische Kennzeichenerfassung im sogenannten 'Free-Flow-System'. Das heißt: Vorab online registrieren, der Betrag wird automatisch abgebucht. Eine Bezahlung vor Ort ist nicht mehr möglich. Falls man vergisst, sich vorab zu registrieren, kann die Zahlung bis maximal 15 Tage danach getätigt werden. Bezahlt man nicht in diesem Zeitraum, wird ein Mahn- und Inkassoverfahren eingeleitet", erklärt Polasek.
- Zona a Traffico Limitato: Möchte man in Italien eines der historischen Stadtzentren besuchen, sollte man die "ZTL" kennen, die "Zona a Traffico Limitato". "Für die Einfahrt in diese verkehrsberuhigten Zonen braucht man eine Genehmigung – sonst drohen rund 100 Euro Strafe", weiß die Expertin des Mobilitätsclubs. "Befindet sich das gebuchte Hotel innerhalb einer ZTL, ersucht man das dortige Personal am besten rechtzeitig, eine vorübergehende Zufahrtsberechtigung zu beantragen." Ohne Genehmigung darf man jedenfalls nicht in die Zone einfahren und muss außerhalb liegende Parkmöglichkeiten nutzen. Im ÖAMTC-Routenplaner werden die wichtigsten ZTLs auch angezeigt – das erleichtert die Planung der Anfahrt: www.oeamtc.at/routenplaner
Kroatien – Digitale Maut wird erst ab dem Herbst sukzessive ausgerollt
- Mautpflicht: "Wir erhalten von unseren Mitgliedern viele Anfragen zur Umstellung auf das digitale Mautsystem in Kroatien. Die altbekannten Mautstationen auf den kroatischen Autobahnen gehören damit bald der Vergangenheit an", so die ÖAMTC-Reiseexpertin. Ab September 2026 werden die klassischen Mautstellen sukzessive vom digitalen Mautsystem abgelöst. Der landesweit offizielle Start soll dann am 1. März 2027 erfolgen. "Es gibt also eine Entwarnung: Für den heurigen Sommerurlaub bleibt noch alles beim Alten", hält Polasek fest. Das heißt: Bei der Autobahnauffahrt ist ein Ticket zu ziehen, das bis zum Verlassen der Autobahn aufgehoben und dann bezahlt werden muss. Die Höhe der Mautgebühr richtet sich nach der gefahrenen Strecke und Fahrzeugkategorie. Die Bezahlung ist in bar oder mit Kredit- bzw. Bankomatkarte möglich.
- Transit durch Slowenien: "Fährt man über Slowenien nach Kroatien, darf man nicht auf die slowenische Autobahn-Vignette vergessen. Diese ist als E-Vignette an allen ÖAMTC-Stützpunkten sowie im offiziellen DARS Online-Shop erhältlich. Auf slowenischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt eine Vignettenpflicht für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen", so die Expertin des Mobilitätsclubs. Wichtig ist, den Kaufbeleg bzw. die Rechnung für die Vignette immer mitzuführen. "Neu ist seit diesem Jahr, dass die Strecke von Triest nach Koper vignettenfrei ist. Die slowenische Regierung hat die Vignettenpflicht auf der Schnellstraße H5 vorübergehend aufgehoben. Ebenso gebührenbefreit ist die Fahrt auf der Schnellstraße H6 zwischen Koper und Izola", weiß Polasek.
Und noch eine abschließende Info für alle, die durch den Karawankentunnel fahren: Dieser ist zwar von der Vignettenpflicht ausgenommen, für Kfz bis 3,5 Tonnen ist aber eine Sondermaut von 9 Euro pro Fahrt zu bezahlen. Wer Stress vermeiden und vor Ort Zeit sparen möchte, kann am ÖAMTC-Stützpunkt oder im ASFINAG-Webshop bereits im Vorhinein ein digitales Streckenmautticket erwerben.
Alle wichtigen Infos und Services für ÖAMTC-Mitglieder sind in der ÖAMTC App "Meine Reise" gebündelt – von Notrufnummern über Länderinfos und Routenplaner bis hin zu Sehenswürdigkeiten-Empfehlungen der Reiseführermarke Marco Polo. Zudem erhalten Clubmitglieder kostenlos an jedem ÖAMTC-Stützpunkt ein Reise-Infoset zum gewünschten europäischen Urlaubsland, um auch analog immer alle wichtigen Reiseinfos parat zu haben.
Detaillierte Infos zu allen europäischen Urlaubszielen findet man in der ÖAMTC-Länderinfo unter www.oeamtc.at/laenderinfo.