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DruckenSommer-Reichweitentest 2026: 24 Elektroautos im Praxistest
El Prix in Norwegen – ÖAMTC testet Reichweite und Ladezeit
Anfang Juni 2026 nahm der ÖAMTC zum achten Mal am „El Prix“ teil – dem weltweit größten Reichweitentest für Elektrofahrzeuge. 24 aktuelle Modelle absolvierten in Norwegen eine Praxisroute unter realen Bedingungen. Genau die Hälfte erreichte oder übertraf die WLTP-Normreichweite. Im Durchschnitt wich die tatsächliche Reichweite nur 0,2 % vom Herstellerwert ab.
- 12 von 24 Fahrzeugen erreichten oder übertrafen ihre WLTP-Reichweite – der Xpeng X9 führte mit +11,4 % über dem Normwert
- Der MG IM6 blieb mit –11,7 % am deutlichsten unter seiner angegebenen Reichweite
- 14 von 24 Fahrzeugen luden von 10 auf 80 % Ladestand in unter 30 Minuten
- Sieben der getesteten Fahrzeuge stammten von chinesischen Herstellern – darunter Modelle, die in Österreich noch nicht erhältlich sind
Was leisten aktuelle Elektroautos wirklich auf der Straße? Der „El Prix“ liefert Antworten – mit Zahlen, die überzeugen.
Was ist El Prix?
El Prix ist der weltweit größte Test für die Reichweite und das Aufladen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) in der Praxis. Der norwegische Automobilverband (NAF) führt El Prix seit 2020 zweimal pro Jahre durch, einmal im Sommer und einmal im Winter. El Prix wird dazu genutzt, um Autofahrer:innen einen Überblick zu geben, wie BEVs unter vergleichbaren, alltäglichen Bedingungen abschneiden.
Das Ziel ist, dass die meisten neuen Elektrofahrzeuge sowohl im norwegischen Sommer als auch im norwegischen Winter auf ihre realen Reichweiten getestet werden. Somit kann festgestellt werden, wie die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge ist und ob diese mit den offiziellen WLTP-Reichweiten übereinstimmen.
Beschreibung der Testroute und Höhenprofil
Der Test startete in einer Tiefgarage in Oslo. Die Fahrzeuge wurden im Abstand von rund einer Minute auf die Strecke geschickt und absolvierten anschließend dieselbe Route. Diese führte zunächst über die RV4 von Oslo nach Gjøvik und weiter auf der E6 Richtung Norden über Vinstra, Otta und Dombås bis nach Hjerkinn. Von dort ging es ostwärts nach Folldal und anschließend wieder nach Süden zum ursprünglich vorgesehenen Endpunkt in Enden.
Fahrzeuge, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Anzeichen einer Leistungsreduzierung zeigten, mussten bei der Rondane Gjestegård wenden und die Strecke zurück nach Hjerkinn fahren. Anschließend wurde der Abschnitt zwischen Hjerkinn und der Rondane Gjestegård mehrfach wiederholt, bis bei allen Fahrzeugen ein Leistungsverlust eintrat und die vorgegebene Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte.
Die Teststrecke wurde bewusst so gewählt, dass sie einen realitätsnahen Mix aus Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnabschnitten bietet. Während der Testtage herrschten Temperaturen zwischen 13 und 18 °C. Das Wetter war überwiegend bewölkt, lediglich vereinzelt kam es zu kurzen Regenschauern. Die Klimaanlage wurde in allen Fahrzeugen so eingestellt, dass eine Innenraumtemperatur von 20 °C gehalten wurde.
Was waren die Erkenntnisse aus dem Sommer-Reichweitentest?
© ÖAMTC
Der Reichweitentest zeigte, dass 12 der 24 getesteten Fahrzeuge – und damit genau die Hälfte – ihre nach WLTP angegebene Reichweite erreichten oder sogar übertrafen. Die größte positive Abweichung lag bei 11,4 % über dem WLTP-Wert, während das Fahrzeug mit der größten negativen Abweichung 11,7 % unter seiner offiziellen Reichweite blieb. Insgesamt fielen die Ergebnisse bemerkenswert präzise aus. Im Durchschnitt lag die tatsächlich erzielte Reichweite lediglich 0,2 % unter den WLTP-Angaben.
Die Ergebnisse und die getesteten Modelle:
|
Modell |
WLTP-Reichweite in km |
Tatsächliche Reichweite in km |
Prozentuale Abweichung |
|
BMW iX3 |
770 |
781 |
1,4% |
|
BYD Atto 3 EVO |
470 |
460 |
-2,1% |
|
Changan Deepal S05 |
445 |
431 |
-3,1% |
|
Citroen E-C5 Aircross |
513 |
500 |
-2,5% |
|
Dongfeng Vigo |
340 |
348 |
2,4% |
|
Hyundai Inster |
360 |
373 |
3,6% |
|
Hyundai Ioniq 9 |
600 |
566 |
-5,7% |
|
KGM Musso EV |
379 |
369 |
-2,6% |
|
KIA EV2 |
308 |
325 |
5,5% |
|
KIA EV4 |
594 |
575 |
-3,2% |
|
KIA EV5 |
520 |
509 |
-2,1% |
|
KIA PV5 |
412 |
420 |
1,9% |
|
Lucid Gravity |
748 |
720 |
-3,7% |
|
MG IM6 |
505 |
446 |
-11,7% |
|
MG S6 EV |
485 |
502 |
3,5% |
|
Mazda 6e |
479 |
485 |
1,3% |
|
Mercedes-Benz CLA |
708 |
675 |
-4,7% |
|
Mercedes-Benz GLB |
563 |
593 |
5,3% |
|
Mercedes-Benz GLC |
643 |
665 |
3,4% |
|
Polestar 3 |
625 |
601 |
-3,8% |
|
Smart #5 |
540 |
556 |
3,0% |
|
Toyota bZ4X |
506 |
506 |
0,0% |
|
Toyota C-HR+ |
607 |
587 |
-3,3% |
|
Xpeng X9 |
580 |
646 |
11,4% |
Gibt es interessante Erkenntnisse aus dem Ladetest?
Bei 14 der 24 getesteten Fahrzeuge wurde der angestrebte Ladestand von 80 % in weniger als 30 Minuten erreicht. Lediglich zwei Modelle überschritten die vom Hersteller angegebene Ladezeit deutlich.
Für den Test wurden die Fahrzeuge zunächst mindestens zwei Stunden gefahren, um die Batterie auf Betriebstemperatur zu bringen. Der Ladevorgang begann anschließend bei einem Batteriestand von unter 10 % und wurde bis 80 % fortgesetzt. Währenddessen wurden alle relevanten Daten aufgezeichnet.
Nach Einschätzung des ÖAMTC werden künftig vor allem Ladegeschwindigkeit, Energieeffizienz und die Verfügbarkeit von Ladestationen stärker in den Fokus der Autofahrer rücken. Diese Aspekte werden für Verbraucher gleichermaßen an Bedeutung gewinnen.
|
NAF EL PRIX Ladetest 2025 Ergebnisse |
Durchschnittliche Ladeleistung, 10-80 % SOC, kW |
Benötigte Ladezeit, um von 10 % auf 80 % SOC zu laden, Minuten |
Ladezeit 10 – 80 % laut Hersteller, Minuten |
|
BMW iX3 |
268 |
23 |
21 |
|
BYD Atto 3 EVO |
127 |
34 |
25 |
|
Changan Deepal S05 |
139 |
26 |
23 |
|
Citroen E-C5 Aircross |
114 |
34 |
30 |
|
Dongfeng Vigo |
79 |
31 |
18 |
|
Hyundai Inster |
73 |
35 |
30 |
|
Hyundai Ioniq 9 |
207 |
27 |
24 |
|
KGM Musso EV |
104 |
39 |
36 |
|
KIA EV2 |
71 |
29 |
29 |
|
KIA EV4 |
114 |
32 |
31 |
|
KIA EV5 |
118 |
30 |
30 |
|
KIA PV5 |
107 |
30 |
30 |
|
Lucid Gravity |
259 |
24 |
k.A. |
|
MG IM6 |
272 |
19 |
17 |
|
MG S6 EV |
105 |
37 |
38 |
|
Mazda 6e |
150 |
25 |
24 |
|
Mercedes-Benz CLA |
206 |
23 |
22 |
|
Mercedes-Benz GLB |
198 |
25 |
22 |
|
Mercedes-Benz GLC |
233 |
22 |
22 |
|
Polestar 3 |
239 |
23 |
22 |
|
Smart #5 |
285 |
15 |
18 |
|
Toyota bZ4X |
115 |
30 |
30 |
|
Toyota C-HR+ |
120 |
29 |
28 |
|
Xpeng X9 |
364 |
13 |
12 |
Florian Merker, ÖAMTC Technik Experte
„Auch im Sommer 2026 unterstützte der ÖAMTC seinen norwegischen Partnerclub NAF beim weltweit größten Elektrofahrzeugtest „El Prix“. Die Auswertung zeigte, dass exakt die Hälfte der getesteten Fahrzeuge die vom Hersteller angegebene WLTP-Reichweite erreichte oder sogar übertraf. Unter den getesteten Modellen befanden sich zahlreiche Fahrzeuge, die bereits auf dem österreichischen Markt erhältlich sind. Gleichzeitig wurden – wie schon bei früheren Reichweitentests – auch einige Elektrofahrzeuge geprüft, die derzeit noch nicht in Österreich angeboten werden.
Auffällig war erneut die starke Präsenz chinesischer Hersteller: Insgesamt sieben der getesteten Fahrzeuge stammten aus China. Die Ergebnisse des Sommer-Reichweitentests verdeutlichen, dass die tatsächliche Reichweite je nach Fahrzeugmodell von den WLTP-Angaben abweichen kann. Die Bandbreite reichte dabei von einer um 11,4 % höheren Reichweite bis zu einer um 11,7 % geringeren Reichweite im Vergleich zu den Herstellerangaben.“
Häufige Fragen zum El Prix 2026
Was bedeutet WLTP-Reichweite?
WLTP steht für „Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure“ – ein standardisiertes Messverfahren, das Hersteller nutzen, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen anzugeben. Der El Prix prüft, ob diese Normwerte im Alltag tatsächlich erreichbar sind. Im Sommer 2026 wich der Durchschnitt aller 24 getesteten Fahrzeuge nur 0,2 % vom WLTP-Wert ab.
Welches Fahrzeug erzielte die größte Reichweite?
Den absolut längsten Weg legte der BMW iX3 zurück: Er fuhr 781 km und übertraf damit seinen WLTP-Wert von 770 km um 1,4 %. Die größte positive Abweichung vom Normwert erzielte der Xpeng X9 mit +11,4 % – er schaffte 646 statt der angegebenen 580 km.
Welche Fahrzeuge luden am schnellsten?
Der Xpeng X9 lud von 10 auf 80 % Ladestand in nur 13 Minuten und erzielte dabei eine durchschnittliche Ladeleistung von 364 kW. Der Smart #5 folgte mit 15 Minuten bei 285 kW. Beide Modelle unterschritten damit sogar die Herstellerangaben – ein starkes Ergebnis im direkten Praxisvergleich.