Artikel drucken

Drucken

Indonesien: Vulkan legt Flughäfen lahm

Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau sorgt in Indonesien für Behinderungen des Flugverkehrs. Aktuell sind zahlreiche Airports für den Flugverkehr gesperrt.

© Pixabay
Vulkan (RMS)

Der anhaltend aktive Vulkan Anak Krakatau in Indonesien, der am Freitag 4. September 2026 ausgebrochen ist, sorgt für erhebliche Einschränkungen im Flugverkehr. Die beiden internationalen Flughäfen der Hauptstadt Jakarta, darunter der bedeutende Soekarno-Hatta International Airport, bleiben aufgrund der Vulkanasche mindestens bis Montagabend (Ortszeit) geschlossen. Auch sechs weitere Flughäfen, die seit dem Wochenende gesperrt sind, konnten bislang noch nicht wieder für den Betrieb freigegeben werden.

Wer ist von den Flugstreichungen betroffen?

Nach Angaben des Verkehrsministeriums sind inzwischen mehr als 1.500 Flüge und rund 170.000 Passagiere von den Auswirkungen betroffen. Der internationale Flughafen auf der beliebten Ferieninsel Bali bleibt vorerst geöffnet. Jakarta gilt jedoch als eines der wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuze Südostasiens. Aufgrund wechselnder Windrichtungen in unterschiedlichen Höhenlagen ist derzeit schwer vorherzusagen, wie lange die Vulkanasche den Flugverkehr noch beeinträchtigen wird.

Hintergrundinfos

Der Vulkan Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra und ist seit Freitag erneut aktiv. Sein Name bedeutet „Kind des Krakatau“, da er nach dem verheerenden Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 aus dessen Caldera, einem kesselförmigen Einsturzkrater, entstand. Der neue Vulkan durchbrach 1929 erstmals die Meeresoberfläche.

Die Eruption von 1883 zählt zu den schwersten Naturkatastrophen der Neuzeit. Mehr als 36.000 Menschen kamen ums Leben. Die Explosion war so gewaltig, dass sie noch in Tausenden Kilometern Entfernung zu hören war und als das lauteste jemals aufgezeichnete Geräusch gilt. Große Teile der damaligen Vulkaninsel versanken damals im Meer.

Auch Anak Krakatau selbst verursachte bereits eine schwere Katastrophe: Im Jahr 2018 löste ein Hangrutsch nach einem Vulkanausbruch einen Tsunami aus, bei dem mehr als 400 Menschen ums Leben kamen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer Region mit besonders hoher vulkanischer und seismischer Aktivität. Mit rund 130 aktiven Vulkanen verfügt das Land über die größte Anzahl aktiver Vulkane weltweit.

Aktuelle Maßnahmen

Um die Folgen der aktuellen Eruption zu begrenzen, setzen die Behörden auf sogenanntes Cloud Seeding, um künstlich Regen zu erzeugen und die Vulkanasche aus der Atmosphäre auszuwaschen. Zusätzlich werden in betroffenen Gebieten, etwa in Bandar Lampung auf Sumatra, Straßen mit Wasser besprüht, um die Staubbelastung zu reduzieren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzmasken zu tragen.

 

Tipps für Reisende

Wer in Kürze nach Indonesien reist, sollte sich bei seinem Veranstalter oder der Fluglinie über die aktuelle Lage informieren. Beim Veranstalter erfährt man auch, ob es Einschränkungen bei Rundreisen gibt und ob Reisen wegen des Vulkanausbruchs kostenlos storniert werden können. Wenn ein Flug wegen einer Naturkatasrophe annulliert wurde, erhalten betroffene Passagiere von der Fluggesellschaft den kompletten Ticketpreis inklusive Steuern und Gebühren zurück. Alternativ besteht ein Anspruch auf kostenlose Umbuchung auf einen anderen Flugtermin.

Das könnte Sie auch interessieren

ÖAMTC Stützpunkt