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Sprit im Ausland: Was Reisende jetzt beim Tanken beachten müssen

Beim Club ging die Meldung ein, dass es in Europa deutliche Unterschiede bei Kraftstoffpreisen und nationalen Maßnahmen gibt. Details dazu und zu verschiedenen Ländern finden Sie in diesem Artikel.

Zapfsäule einer Treibstoff-Tankstelle mit vier Zapfhähnen, zwei in gelb und zwei in grün
© Pixabay
Tankstelle (RMS)

Tanken in Europa: Aktuelle Kraftstofflage

Reisende in Europa sollten sich auf dynamische Kraftstoffpreise einstellen, da an den Tankstellen keine Entspannung in Sicht ist. Die Preise sind in vielen Ländern aufgrund geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Faktoren gestiegen. Hier ein Überblick über die aktuelle Situation und die Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern.

Polen: Steuererleichterungen und Preisgrenzen

Polen hat die Steuer auf Benzin und Diesel deutlich reduziert. So wurden die Energiesteuer (Mineralölsteuer) gesenkt und auch die Mehrwertsteuer von 23% auf 8% angepasst. Das Energieministerium legt täglich einen Höchstpreis für Kraftstoffe fest. Die Regierung beobachtet den Markt auf möglichen Tanktourismus und könnte bei Bedarf Gegenmaßnahmen einführen.

Slowenien: Preisdeckelung

In Slowenien sind die Kraftstoffpreise abseits der Autobahnen und Schnellstraßen gedeckelt und üblicherweise deutlich günstiger als jene in Österreich. Die offiziellen Preise gelten aktuell jeweils für eine Woche und finden sich auf der Seite des slowenischen Ministeriums. Die zwischenzeitliche Begrenzung der maximalen Kraftstoffmenge je Tankfüllung wurde aufgehoben.

Tschechien: Einführung von Höchstpreisen

Tschechien hat Höchstpreise an den Tankstellen eingeführt, die seit dem 8. April gelten und täglich aktualisiert werden. Die Regierung hat zudem die Margen der Mineralölunternehmen begrenzt und die Verbrauchsteuer auf Diesel gesenkt.

Kroatien: Regulierte Höchstpreise

In Kroatien gibt es staatlich regulierte Höchstpreise abseits von Autobahnen und Schnellstraßen. Die festsetzten Preisen sind üblicherweise deutlich günstiger als jene in Österreich.

Italien: Steuersenkungen

Italien hat die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt, was die Preise um 25 Cent pro Liter reduziert. Diese Maßnahme gilt vorerst bis zum 1. Mai und soll die stark gestiegenen Preise an den Zapfsäulen abmildern.

Frankreich: Unterschiede bei der Tankstellenverfügbarkeit

In Frankreich kann es vereinzelt zu unterschiedlichen Verfügbarkeiten an Tankstellen kommen, da einige Anbieter (z. B. TotalEnergies) Preisobergrenzen unter dem Marktniveau eingeführt haben. Dies kann lokal zu einer höheren Nachfrage führen, ohne dass ein generelles Versorgungsproblem besteht. Details zur aktuellen Situation finden Sie hier.

Reisende sollten sich vor der Fahrt über die aktuelle Verfügbarkeit und Preise informieren, um unnötige Umwege oder Wartezeiten zu vermeiden. Hilfreich sind dafür folgende Websites sowie Apps mit Preis- und Verfügbarkeitsinformationen zu Tankstellen:

Ungarn: Sprit mit Preisdeckelung für Einheimische

Ungarn hat auf die hohen Kraftstoffpreise mit einem Preisdeckel reagiert und staatliche Öl-Reserven freigegeben. Die maximalen Treibstoffpreise gelten jedoch nicht für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen, sodass Urlauber nicht von den gedeckelten Preisen profitieren. Beim Tanken gilt es deshalb genau darauf aufzupassen welcher Preis für einen selbst gilt. Üblicherweise findet sich der „ungarische“ Preis an den Anzeigen.

Slowakei: Unterschiedliche Höchstpreise für In- und Ausländer

Die Regierung hat darauf reagiert, indem sie höhere Spritpreise für ausländische Reisende eingeführt hat. Diese Preise basieren auf dem Durchschnittspreis der Nachbarländer Österreich, Tschechien und Polen. Es gibt zudem Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf, wie etwa ein Limit von 400 Euro pro Fahrzeug und ein Verbot der Mitnahme von mehr als 10 Litern in Kanistern.

Griechenland: Gewinndeckelung

Griechenland hat eine Gewinndeckelung eingeführt. Zudem wurde die Steuer auf Diesel gesenkt. Einheimische erhalten zudem einen Einkommenszuschuss.

Empfehlung für Reisende

Reisende sollten lange Umwege zum Tanken vermeiden, da dies selten lohnenswert ist. Wenn man jedoch in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich, den Tank vor der Heim- oder Weiterreise vollzumachen. Tanken Sie vorausschauend, sprich rechtzeitig.

Quelle: ADAC

ÖAMTC Stützpunkt